Bietigheim-Bissingen: Stadt will 2024 wieder Feuerwerk

Das Feuerwerk zum Pferdemarkt 2019 erstrahlte noch über dem Viadukt. Seitdem gab es keines mehr.
/Oliver Bürkle„Der Gemeinderat stimmt dem Abbrennen eines Feuerwerks beim Bietigheimer Pferdemarkt 2024 und 2025 zu“ – zumindest wenn es nach der Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen geht, denn so lautet ihr Beschlussantrag. Ob der Himmel über dem Viadukt in den nächsten beiden Jahren wieder spektakulär erleuchtet wird, das entscheidet der Bietigheim-Bissinger Gemeinderat am kommenden Dienstag in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr.
Tradition am Sonntagabend
Das Feuerwerk am Abend des Pferdemarktsonntags gehört traditionell zum größten Fest der Stadt an Enz und Metter. 2020 und 2021 fiel das Feuerwerk aufgrund der Corona-Pandemie und den unerlaubten Menschenmengen aus, 2022 aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der damit einhergehenden Brandgefahr. Die Stadtverwaltung erklärte im selben Jahr, dass sie sich nach anderen Möglichkeiten umsehen möchte, eine Lasershow war im Gespräch.
Diese Alternatividee zum Feuerwerk wurde jedoch rasch wieder beerdigt, einerseits wegen der unerwartet hohen Kosten. Ein Feuerwerk kostet etwa 12 000 Euro, eine Lasershow rund 30 000 Euro. Andererseits, so stellte es sich beim Realversuch vor Ort mit einer Profi-Firma heraus, sei das Gelände nicht geeignet, da Laserstrahlen erst durch Nebel oder beim Auftreffen auf eine Wand oder einen Gegenstand sichtbar werden. Das Ergebnis hätte sich nicht mit der Qualität eines Feuerwerks messen können. Danach prüfte man den Vorschlag einer Drohnenshow, die jedoch auch schnell ad acta gelegt wurde.
Zahlreiche Briefe und E-Mails seien daraufhin im Rathaus eingetroffen, in denen sich Bürger und Bürgerinnen das Feuerwerk zurückwünschten – stets mit dem Hinweis, dass am Sonntagabend ein Höhepunkt gefehlt habe. Nicht zuletzt merkte die Firma Göckelesmaier an, dass in ihrem Pachtvertrag ein Feuerwerk festgehalten sei. 2022 habe die Firma die städtische Entscheidung, das Feuerwerk aufgrund der Trockenheit ausfallen zu lassen, mitgetragen, 2023 äußerte sie jedoch Kritik daran mit dem Verweis auf den Vertragsinhalt.
Auch die Umwelt- und Klimabedenken finden in der Sitzungsvorlage für nächsten Dienstag seinen Platz: „Anbieter und Hersteller von Feuerwerken haben Untersuchungen angestellt, die zeigen, dass der ökologische Fußabdruck eines Feuerwerks keinesfalls so groß wäre wie angenommen“, heißt es darin. Ein professionelles Feuerwerk sei, so die zitierten Berechnungen, für weniger als 0,00004 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes verantwortlich; der CO2-Ausstoß betrage etwa 150 Kilo – was einer durchschnittlichen Auto-Tankfüllung entspreche. (Dieser Wert trifft nur auf das Profi-Feuerwerk zu, beim privaten Abbrennen von Feuerwerkskörpern können die Werte deutlich schlechter ausfallen.)
Die Höhe macht den Unterschied
Das Umweltbundesamt wiederum hielt laut Vorlage fest, dass Höhenfeuerwerke der Kategorie F4, der wohl auch jenes zum Pferdemarkt entspricht, im Gegensatz zum Silvesterfeuerwerk lokal und zeitlich sehr begrenzt seien. Die dabei freigesetzte Feinstaubmenge sei nur ein Bruchteil derer zu Silvester. Entscheidend sei auch, dass keine bodennahen Knallkörper zum Einsatz kämen. Der Feinstaub werde daher nicht bodennah, sondern in größeren Höhen freigesetzt und könne sich dort „mit dem Wind rasch verteilen“.
Aus Sicht der Verwaltung wäre unter Einbeziehung der genannten Aspekte – insbesondere um auch den rechtlichen Verpflichtungen gegenüber der Firma Göckelesmaier bis 2025 nachzukommen – daher denkbar, in den nächsten beiden Jahren ein Pferdemarkt-Feuerwerk stattfinden zu lassen. Erfolgt die Neuausschreibung (Frühjahr/Sommer 2024), könne laut Stadt eine Entscheidung für die Jahre 2026 bis 2030 getroffen werden, unabhängig vom jetzigen Ratsbeschluss. Heidi Vogelhuber