Bietigheim-Bissingen
: Erster Sanierungssprint in der Stadt

Das Haus von Adam und Caren Bakos soll unter der Regie von Maximilian Chamaoun innerhalb von nur 22 Tagen kernsaniert werden.
Von
Yannik Schuster
Bietigheim-Bissingen
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Bei der Besichtigung der Baustelle (von links): Miriam Rieger, Stadt Bietigheim-Bissingen, Baubürgermeister Michael Wolf, Sanierungscoach Maximilian Chamaoun und Heizungsinstallateur Kevin Mild.

/Oliver Bürkle

Nachdem im April dieses Jahres in Löchgau der erste Sanierungssprint im Landkreis erfolgreich vonstatten ging (die BZ berichtete), hat nun das erste Projekt dieser Art in Bietigheim-Bissingen begonnen.

Bei dieser besonderen Art der Haussanierung sollen innerhalb von 22 Werktagen alle notwendigen Arbeiten erfolgen, um aus dem entkernten Gebäude wieder ein Zuhause zu machen. Das Konzept, das bereits vor 20 Jahren von Ronald Meyer entwickelt wurde und seit drei Jahren auch angewandt wird, sei ein gutes Beispiel, was ohne nennenswerte Mehrkosten oder Mehraufwand erreicht werden kann, sagt Sanierungscoach Maximilian Chamaoun, der für die Koordination des Projekts verantwortlich zeichnet. Zwei bis drei Monate Vorlauf zur Planung seien erforderlich gewesen, auch wenn diese Prozesse mit jedem erfolgreichen Sanierungssprint geringer würden, weil mit zunehmender Erfahrung, auch der Handwerker, vieles von ganz alleine laufen würde, sagt Chamaoun.

Neue und vertraute Handwerker

Die meisten Handwerker seien nicht zum ersten Mal dabei, einzig der Dachdecker und der Elektriker habe bei den bisherigen Sanierungssprints nicht mitgewirkt. „Man braucht gestandene Handwerker, die Probleme schnell erkennen und lösen können“, ist Chamaoun überzeugt.

Und diese haben bereits kräftig losgelegt: Schon am ersten Montag liegen die Stromleitungen weitestgehend und auch am Dach wird bereits fleißig gewerkelt. Hier liegt auch einer der Knackpunkte des Sprints: Zum ersten Mal baue man eine neue Dachgaube. Noch in dieser Woche sollen, wenn alles nach Plan läuft, die Arbeiten möglichst abgeschlossen werden. In der kommenden Woche steht dann unter anderem der Einbau der neuen Fenster und die Fußbodenheizung, dessen Kanäle in den Boden hineingefräst werden, auf dem Programm. Ebenfalls stehen in den kommenden Wochen Fassadenarbeiten, der Anschluss einer Wärmepumpe oder die Installation einer Photovoltaikanlage an.

Das Gebäude in der Hölderlinstraße aus dem Jahr 1983 wird nach der Sanierung rund 160 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen, auch weil im ersten Stock ein Balkon zum Innenraum ausgebaut wird.

Als gutes Beispiel vorangehen

Die Bauherren Adam und Caren Bakos haben sich auf einer Informationsveranstaltung in Ludwigsburg über das Konzept informiert und eine dortige Baustelle besucht. Aufwendig sei die Entkernung gewesen, sagt Adam Bakos, der zudem auch noch mit der neuen Wohnung seiner Eltern, die bis zuletzt in dem Haus gewohnt hatten, beschäftigt war. Umso mehr hofft das Ehepaar, dass das Haus schon bald saniert und bezugsfertig ist. „Wenn es positiv ausgeht, sehen das vielleicht auch andere“, sagt Bakos, der als gutes Beispiel vorangehen möchte.

Auch Baubürgermeister Michael Wolf verschaffte sich am Montag persönlich einen Eindruck vom Projekt. Dieses sei beispielhaft, schließlich habe man in der Stadt viele Gebäude dieser Art im Bestand. „Wir müssen die Sanierungsquote steigern“, sagt Wolf. „Solche Projekte machen Mut und bauen Hemmschwellen ab.“