Bietigheim-Bissingen
: Einsatzkräfte im Hochwassergebiet

Mit dem mobilen Beaver-Dammsystem hilft die Feuerwehr Bietigheim-Bissingen in Niedersachsen aus.
Von
Petra Neset-Ruppert
Bietigheim-Bissingen
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Landrat Dietmar Allgaier (3.v.li), Kreisbrandmeister Andy Dorroch (li.) und OB Jürgen Kessing (3.v.re.) verabschieden die Feuerwehrangehörigen am Samstagabend.

/Landratsamt Ludwigsburg

Gegen 11 Uhr am Samstag gab das baden-württembergische Innenministerium eine Hilfeersuchen aus Niedersachsen an die Feuerwehren Bietigheim-Bissingen und Remseck weiter. Benötigt werden mobile Hochwasserdamms, um kritische Infrastruktur vor den Wassermassen, die derzeit auch durch Niedersachsen fließen, zu schützen.

Kalt erwischt

„Ich muss gestehen, der Anruf hat mich auch erst einmal kalt erwischt“, berichtet Frank Wallesch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen. Doch schnell geht er gedanklich seine Feuerwehrleute durch. „Ich wollte mich natürlich erst einmal nicht bei denen melden, die kleine Kinder zu Hause haben“, so Wallesch. Dann beginnt er seine Anrufe und freut sich: „Es gab eigentlich keine Absage. Die Bereitschaft in beiden Wehren war sehr groß.“

Und das trotz der Kurzfristigkeit des Einsatzes, denn innerhalb weniger Stunden zeigte sich, dass die Einsatzkräfte keine 24 Stunden Zeit hatten um sich vorzubereiten, sondern sich schon am Samstag um 17 Uhr auf den Weg nach Niedersachsen machen mussten. Ihr Ziel, der Ort Lilienthal in Niedersachsen, nahe Bremen. Dort sind die sieben Feuerwehrangehörigen aus Bietigheim-Bissingen seit Sonntag, 6 Uhr morgens im Einsatz, um mit den mobilen Deichen kritische Infrastruktur vor einer Überflutung zu schützen.

„Die Deiche vor Ort sind voll gelaufen, jetzt muss das Wasser kontrolliert abgelassen werden. Mit unseren Beaver-Dammsystemen können wir dann gezielt dort einen Schutz aufbauen wo das Wasser nicht hinkommen soll“, erklärt Wallesch.

Schläuche als Barrieren

Mit dem Beaver-Dammsystem werden nun auch mit riesigen Schläuchen Barrieren errichtet, um das Wasser in andere Bahnen zu lenken. Wenn der Einsatz beendet ist, braucht es spezielle Logistikfahrzeuge, um das Dammsystem wieder nach Bietigheim-Bissingen zu bringen.

Wann die Einsatzkräfte zurück kommen ist noch nicht klar. „Das kommt ganz darauf an wie sich die Lage entwickelt und wie lange sie unsere mobilen Dämme benötigen“, so Kommandant Wallesch.Petra Neset-Ruppert