Bietigheim-Bissingen: Bahnhofsgebiet soll gestärkt werden

Das Bahnhofsgebiet soll gestärkt werden, ohne eine Konkurrenzsituation zu den bestehenden drei Zentren zu schaffen. Unter anderem sollen Potenzialflächen genutzt und die Aufenthaltsqualität erhöht werden.
/Martin KalbDer Einzelhandel in Bietigheim-Bissingen folgt bekanntlich einem sogenannten Drei-Zentren-Konzept. Die Bietigheimer Innenstadt, der Bissinger Ortskern und das Buchzentrum bilden demnach die zentralen Nahversorgungsbereiche der Stadt. Das Bahnhofsumfeld gilt derweil als eine Art inoffizielles viertes Zentrum. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, obwohl im kürzlich verabschiedeten aktualisierten Einzelhandelskonzept (die BZ berichtete mehrfach) eine funktionale Stärkung des Gebiets angestrebt wird.
Aufenthaltsqualität mangelhaft
In seinem derzeitigen Zustand sei das Bahnhofsgebiet geprägt von Industrie- und Gewerbenutzungen sowie brachliegenden Flächen. Die bauliche Struktur reiche von kleinteiligen Einfamilienhausquartieren bis zu großflächigen Industriebauten. In die übrige Siedlungsstruktur der Stadt gliedere sich das Areal nur bedingt ein, so heißt es in dem Konzept. Die Aufenthaltsqualität sei mangelhaft, durch die Breite der Straßen und dem hohen Verkehrsaufkommen entstehe eine Trennwirkung, die eine Vernetzung des Bahnhofs mit den umliegenden Arealen verhindere. Trotz seiner Einkaufsmöglichkeiten sei das Angebot direkt am Bahnhof vergleichsweise klein.
„Insgesamt ist das Bahnhofsgebiet – vor allem der Bahnhof – aufgrund seiner Funktion als Umsteigepunkt zwar stark frequentiert, sein Potenzial als Ankunfts-, Begegnungs- und Aufenthaltsort ist jedoch nur unzureichend ausgeschöpft“, lautet das Fazit.
Das Einzelhandelskonzept bietet aber nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern sieht auch konkrete Maßnahmen vor: Während die Stadt für das Aurain-Carré, das Bogenviertel und das Lothar-Späth-Carré bereits konkrete Entwicklungsvorstellungen erarbeitet hat oder sich sogar bereits in der Umsetzung befindet, würden demnach auch weitere Bereiche wie das Areal an der Prinz-Eugen-Straße (Post, Kaufland) Potenziale für eine Nachverdichtung oder Neuordnung bieten. Im Zuge der Umstrukturierung dieser Areale sollen demnach insbesondere neue Wohnungen geschaffen werden. Allerdings sollen auch Flächen für Nahversorgungsangebote, gewerbliche Nutzungen, Dienstleistungen und Gastronomie geschaffen werden, um ein möglichst vielfältiges, wohnortnahes Angebot zu schaffen.
Städtebaulich soll eine bessere Einbindung in die umliegenden Quartiere erreicht werden. Darüber hinaus gelte es, in der Stuttgarter Straße und der Bahnhofstraße belebte Erdgeschoss-Zonen zu schaffen.
Aufwertung der Plätze
Dazu sei auch die Aufwertung des öffentliche Raums am Bahnhof und entlang der genannten Straßen notwendig. So seien insbesondere für den Fuß- und Radverkehr einladende Flächen bereitzustellen, während die Parkplätze im öffentlichen Raum reduziert und in den bestehenden Parkhäusern gebündelt werden sollen. Zudem seien neue Querungsmöglichkeiten zu schaffen.
Langfristig müssten zudem zusätzliche Bushaltestellen geschaffen werden, um einer Erhöhung der Buskapazitäten gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang sei zu prüfen, wie diese angeordnet werden könnten und wie der Bahnhof städtebaulich weiterentwickelt werden soll.
