Bietigheim-Bissingen
: Auf den Bus warten, aber im Stehen

Nicht einmal die Hälfte der Haltestellen im Stadtgebiet verfügt über Sitzgelegenheiten.
Von
Petra Neset-Ruppert
Bietigheim-Bissingen
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Noch muss man an der Schwarzwaldstraße im Stehen warten. Sitzgelegenheiten sollen dort aber bald kommen.

/Oliver Bürkle

Eine Leserin aus Sachsenheim merkte an, dass es an der neuen Bushaltestelle in der Schwarzwaldstraße keine Sitzgelegenheiten gibt. Für sie sei dies nicht verständlich, da doch mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen sollen. So sei der Umstieg nicht wirklich attraktiv. Die BZ hat sich daraufhin umgesehen, wie es an den Haltestellen in Bietigheim-Bissingen aussieht und was die Gründe für fehlende Sitzgelegenheiten sind.

Hans-Joachim Sämann vom Verein Barrierefreie Stadt Bietigheim-Bissingen erklärt: „An einer idealen Haltestelle gibt es einen hohen Bordstein, Blindenleitlinien, eine Überdachung und Sitzgelegenheiten sowie eine Sprachausgabe und eine elektrische Anzeigetafel.“ Doch das sei nicht überall in Bietigheim-Bissingen gegeben.

Der Verein führt eine Liste über die Bushaltestellen der Stadt. 134 Haltestellen in den verschiedenen Ortsteilen hat der Verein gelistet. Davon haben gerade einmal 51 eine Sitzgelegenheit.

Zu wenig Platz für Sitzgelegenheiten

Die Gründe dafür können vielfältig sein. So gibt es Haltestellen auf Gehwegen, auf denen der Platz für eine Sitzgelegenheit nicht ausreicht. Auf Anfrage teilt das Presseamt der Stadt mit: „An zentralen Haltestellen beziehungsweise an Bushaltestellen, die sich in Nähe von Seniorenheimen befinden, sind Sitzbänke aufgestellt.“ Dass neue Haltestellen keine Sitzgelegenheiten bekommen oder auch bestehende abmontiert werden, kann vorkommen. Grund hierfür sei, dass sich Treffpunkte gebildet und einzelne Personen Ruhestörungen verursachten hatten, sodass sie Anwohner bei der Stadt meldeten und die Situation beklagten, so das Presseamt.

Beschwerden über fehlende Sitzgelegenheiten erhielt die Stadt allerdings eher selten. Wenn diese dann aufkämen, prüfe die Stadt auch, ob sich ein besonderer Bedarf ergibt. Im Fall der Schwarzwaldstraße ist die Lage klar: „Die Bushaltestelle wird noch mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Diese sind schon seit einigen Wochen bestellt und werden aufgestellt, sobald sie geliefert sind“, erklärt Anette Hochmuth, Pressesprecherin der Stadt.

  Petra Neset-Ruppert