Bietigheim-Bissingen
: 500 Anfängerplätze fallen weg

Die DLRG und der Schwimmverein haben große Probleme seit der Schließung des Bads am Viadukt. Ihnen fehlen Schwimmzeiten.
Von
Petra Neset-Ruppert
Bietigheim-Bissingen
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Derzeit geschlossen wegen Problemen mit dem Dach: das Bad am Viadukt.

/Oliver Bürkle

Seit dem 19. Dezember ist das Bad am Viadukt geschlossen. Grund ist eine Deckenplatte, die sich gelöst hat. Ein geschlossenes Bad bedeutet nicht nur für Freizeitsportler, dass sie nun dort nicht mehr ins Becken können, auch die Vereine haben massiv Probleme, denn für sie fallen wichtige Trainingszeiten weg.

Die Deutsche Rettungsgesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen hat deshalb um ein Gespräch mit der Stadt gebeten. Am Dienstagnachmittag trafen sich die Vorsitzenden der DLRG und des Schwimmvereins Bietigheim mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing.

 „Die Schließung des Bads am Viadukt hat zu einer massiven Kürzung unserer Trainingszeiten geführt“, erklärte Thomas Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der DLRG. Denn montags sind im Bad am Viadukt eigentlich 60 Ausbilder und weitere ehrenamtliche Helfer aktiv und geben Schwimmkurse. Sowohl Kinder als auch Erwachsene lernen im Bad am Viadukt schwimmen. Bleibt das Bad am Viadukt im ersten Quartal geschlossen, fallen beim Schwimmverein und der DLRG rund 500 Anfängerschwimmplätze weg.

Auch die Hälfte der Trainingszeiten für den Nachwuchs bei der DLRG fallen gerade aus. „Das gefährdet nicht nur die Existenz der DLRG-Ortsgruppe sondern vor allem reißt es eine gefährliche Lücke in die Schwimmfähigkeiten der Kleinsten“, warnt Schmidt.

Wunsch nach schneller Lösung

Die aktuelle Situation zeige, wie wichtig die Wasserflächen in Bietigheim-Bissingen sind und wie knapp sie schon jetzt sind. Denn durch das Bissinger Hallenbad können die ausfallenden Kurse im Bad am Viadukt nicht aufgefangen werden. Auch hier mussten die Vereine verkürzte Wasserzeiten in Kauf nehmen, da die Zeiten für den öffentlichen Betrieb erweitert wurden.

„Wir brauchen eine schnelle Lösung, das Bad am Viadukt weiterzubetreiben und für die Zukunft einen Plan, wie es mit den Wasserflächen in der Stadt weitergehen soll“, betont Michael Bertet, Vorsitzender des Schwimmvereins Bietigheim. Er hofft, dass Ende Januar eine schnelle Zwischenlösung für die Decke im Bad gefunden wird, denn sonst müsste der Verein die Ausbildungen für Nichtschwimmer komplett absagen. „Das wären dann die Kinder von morgen, die fallen uns dann weg für die Zukunft im Verein“, so Bertet. AIm Leistungssportbereich fällt ebenso gerade viel Trainingszeit aus, da die Schwimmer auch im Bad am Viadukt trainiert haben. Fünf bis sieben Mal pro Woche trainiert ein Mitglied im Schwimmkader. Das geht momentan nicht. „Wir hatten in den vergangenen Jahren drei Olympiateilnehmer, die bei uns trainiert haben“, so der Vorsitzende des Schwimmvereins.

Derzeit kein Geld für ein neues Bad

Dass die Stadtwerke versuchen, so gut es geht den Vereinen entgegenzukommen in dieser Situation, sei gut. Doch es zeige eben, wie dringend die Wasserflächen benötigt werden. Für Bertet stellt sich die Frage: Gibt es einen konkreten Zeitplan, wie es mit den Bädern weitergeht? Was passiert, wenn beide Bäder ausfallen? Denn beide Schwimmbäder seien mittlerweile sehr in die Jahre gekommen. „Wenn den Handballern die Halle geschlossen wird, können sie notfalls auch in eine andere Halle ausweichen. Aber wo sollen wir als Schwimmverein hin? Wenn das Bad ein halbes Jahr komplett geschlossen ist, wäre der Schwimmverein tot“, ist sich Bertet sicher.

„Was wie noch möglich ist, wird eben in den nächsten Tagen und Wochen vom Betreiber, den Stadtwerken, in Abstimmung mit der Stadt ausgelotet“, teilt das Presseamt der Stadt mit und macht deutlich: „Fragen nach einem neuen Hallenbad oder einer grundsätzlichen Renovierung des Hallenbads Bissingen stellen sich derzeit ohnehin nicht. Weder die Stadtwerke noch die Stadt verfügen derzeit über die notwendigen Mittel für ein neues Hallenbad. Dieses Projekt bleibt auf der mittelfristigen Agenda, wie OB Kessing schon mehrfach betont hat.“

Zum Ergebnis des Gesprächs mit dem Oberbürgermeister gab es am Dienstag keine Auskunft. Geplant ist eine gemeinsame Mitteilung.