Bietigheim-Bissingen
: 150 Aktive leisten 14.140 Einsatzstunden

Feuerwehrkommandant Frank Wallesch bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen im Amt bestätigt.
Von
Corinna Müller
Bietigheim-Bissingen
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Hauptversammlung der Feuerwehr (von links) Bürgermeister Michael Hanus, stellvertretender Kommandant und Abteilungskommandant Bissingen Sascha Stangl, stellvertretender Abteilungskommandant Bissingen Oliver Sinn, Abteilungskommandant Bietigheim Martin Oexle, Kommandant Frank Wallesch, stellvertretender Abteilungskommandant Bietigheim Marius Bauer.

/Oliver Bürkle

Die bloße Anwesenheit der Feuerwehr hat auf mich die Wirkung eines Airbags – sie vermittelt Zuverlässigkeit und Sicherheit“, offenbarte Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing seine Gedanken bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im MVB-Heim. Polizeioberrat Volker Kehl, Leiter des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen, erklärte die polizeiliche Verbundenheit zur Feuerwehr: „Gemeinsam retten wir, was zu retten ist. Seite an Seite trotzen wir Gefahren und helfen Menschen.“

Guter und ausreichender Personalstand

Der Feuerwehrkommandant Frank Wallesch fasste seinen Rückblick kurz. Er konnte den Personalstand mit 134 Männern und 16 Frauen als „gut und ausreichend“ bezeichnen. „Doch Freizeit ist ein hohes Gut, das zunehmend präziser verteilt wird“, gab er zu bedenken. Deshalb sei es umso erfreulicher, dass es neun Neuzugänge gegeben habe.

Aber auch die 42 Jugendfeuerwehrleute seien voller Engagement, fuhr der Kommandant fort. Ihnen würde nicht nur die Arbeit der Feuerwehr vermittelt, sondern ebenso Grundwerte im Sozialverhalten, „die in der Welt von „Social Media“ immer mehr verloren zu gehen scheinen“.

11.964 Übungsstunden in 316 Lehrgängen

In 316 Übungs- und Ausbildungslehrgängen wurden 11.964 Übungsstunden absolviert, sodass der Ausbildungsstand weiterhin als „sehr gut“ bezeichnet werden kann.

Die Wehr wurde insgesamt 531 Mal angefordert. Dabei gab es 66 Brände, unter anderem in der Lugstraße, als die Holzfassade eines Wohnhauses brannte und sich das Feuer auf das gesamte Gebäude auszudehnen drohte. Ursächlich hierfür waren wohl Aschereste einer Feuerschale gewesen, die in der Biomülltonne entsorgt worden waren.

Fahrzeugbrände erforderten weitere Einsätze. Als in Kirchheim ein Aussiedlerhof samt Scheune lichterloh brannte, wurde genauso Überlandhilfe geleistet, wie etwa in Oberriexingen, Ingersheim, Tamm und Sachsenheim.

Es kam zu 183 Technischen Hilfeleistungen wie Unfällen, Türöffnungen oder Wasserschäden, zu sieben Tierrettungen, 120 Fehlalarmierungen sowie zu zwölf sonstigen Einsätzen. Außerdem wurden 98 Brandsicherheitswachen und 45 Arbeitsdienste gemeistert.

Insgesamt 35 Personen gerettet

Dies alles führte zu 14.140 Einsatzstunden oder – wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Matthias Häussler schmunzelnd berechnete – zu einer Arbeitszeit, die für die Herstellung von 2 600 Stück 911er Porsche benötigt würde.

„Insgesamt konnten 45 Personen gerettet werden, für sieben Personen kam leider auch unsere Hilfe zu spät“, nahm Frank Wallesch Anteil und verwies auf einen tödlich verlaufenden Unfall im Bereich der Kayhstrasse am Steinbruch. Hier konnte die Feuerwehr nur noch eine Sichtschutzwand aufbauen.

„Die psychische Belastung der Rettungskräfte wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt“, erklärte der Kommandant. Besonders heftig seien für die Feuerwehrleute Situationen, in denen Menschen das Leid anderer mit ihrem Handy filmten, wie dies bei einem Unglück am Bahnhof geschehen sei. Damals hätte die Bundespolizei Strafanzeige gegen die Jugendlichen erstattet und deren Handys sofort beschlagnahmt.

Außerdem falle auf, dass bei der Bevölkerung die Bereitschaft zur Selbsthilfe und die Fähigkeit zur Eigeninitiative offenbar abnehme. Man verlasse sich immer mehr auf die Hilfe anderer – wie auf die der Feuerwehr.

Schwierige Zufahrt zum Feuerwehrhaus durch Baustellen

Schwierig für die Einsatzkräfte sei zudem die Anfahrt zum Feuerwehrhaus aufgrund der massiven Baustellen gewesen. Ein Problem, mit dem weiterhin zu rechnen sei.

Doch es gab auch zahlreiche vergnügliche Ereignisse wie die Skiausfahrt, das Sommerfest, der „Tag der offenen Türe“ oder das Sommerferienprogramm der Jugendfeuerwehr. Spaß und kulinarische Köstlichkeiten gesellen sich hier zu echter Kameradschaft und freundschaftlicher Verbundenheit.

Wahlen und Ehrungen

Bei den Neuwahlen wurden Frank Wallesch abermals zum Kommandanten, Sascha Stangl zu seinem Stellvertreter gewählt. Martin Oexle wird Abteilungskommandant in Bietigheim bleiben, während Marius Bauer zu seinem neuen Stellvertreter wird. Für Bissingen wurden Sascha Stangl als Abteilungskommandant und Oliver Sinn als Stellvertreter gewählt.

Das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 Jahre Zugehörigkeit erhielten Sven Metzger aus der Abteilung Bietigheim, sowie Daniel D’Angelo und Markus Philipp aus der Abteilung Bissingen. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Zugehörigkeit wurden Manfred Daub, Herman Eppler, Frank Schelling und Jörn Weidenbach verliehen, die alle zur Bissinger Wehr zählen.

Aus der Abteilung Bietigheim wurde Andreas Hege nach 35 Jahren Feuerwehrdienst verabschiedet.