Besigheim: Realschule wartet weiter auf Sanierung

Im Gegensatz zum Christoph-Schrempf-Gymnasium gegenüber wurde die Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim noch nicht saniert. Außen wie innen gibt es erheblichen Erneuerungsbedarf.
/Oliver BürkleEs ist dreieinhalb Jahre her, dass sich der Besigheimer Gemeinderat in Klausur intensiv mit der Sanierung der Realschule befasst hat. An der Notwendigkeit der Sanierung des Schulhauses, das 1975 bezogen wurde, hat niemand im Gemeinderat Zweifel: Die Fassade muss energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Technik ist veraltet. Die Räume für die Klassen, für Fachunterricht und für Lehrer sind zu eng. Es fehlt ein Brandschutzkonzept. Böden, Wände und Decken bedürfen dringend einer Erneuerung.
Es gehe darum, die Realschule „technisch zu sanieren und atmosphärisch aufzuwerten“, sagte Architekt Gerhard Bosch am Dienstag im Gemeinderat, der in Ottmarsheim tagte. Sein Büro war mit dem 2023 vorgelegten Konzept beauftragt worden und hatte konkrete Vorschläge für die Sanierung gemacht.
Schulleiter: Räume sind für modernen Unterricht ungeeignet
Was sich die Realschule wünscht, machte Schulleiter Christoph Hofer in der Sitzung deutlich. Die Realschule ist heute durchgängig vierzügig, sie bietet neben der Mittleren Reife auch den Hauptschulabschluss an. Schule sei heute ein Lehr-, Lern-, und Lebensort, sagte Hofer. Statt Frontalunterricht würden Einzel- und Gruppenunterricht immer wichtiger.
Die Räume der Realschule sind dafür nicht geeignet. Der Musiksaal sei schlecht nutzbar, da viel zu klein. Dabei nehme rund ein Viertel der Schüler am Musikprofil teil. Rund 30 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund, das erfordere Förderunterricht. Die Werkräume seien beengt. Die Werkstatt befindet sich in einem toten Raum ohne Fenster.
Bücherei im Gebäude soll verlegt werden
Ein Raumkonzept der Schule zeigt mögliche Lösungswege. Dazu gehört auch die Verlegung der Bücherei, die sich innerhalb des Schulhauses befindet. Sie hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Realschule, erläuterte Büchereileiter Lutz Schüssler: Enge und Überfüllung erschweren die Arbeit. Durch die Verlegung innerhalb des Gebäudes könnte die Fläche der Bücherei von 270 auf 390 Quadratmeter wachsen.
Auf diesen Sachstand hatte sich der Gemeinderat bereits im März 2023 geeinigt. Geschehen ist seitdem nichts. Die Sanierung musste verschoben werden, weil das Geld knapp wurde. Vorrang hatte die Sanierung des Altbaus der Friedrich-Schelling-Schule (FSS) in Sachen Brandschutz. Gegenüber wurde zudem der Neubau der FSS errichtet. Nach aktuellen Planungen soll es jetzt ab 2028/2029 mit der Sanierung der Realschule losgehen.
Doch trotz der langen Vorplanung sieht die CDU weiteren grundsätzlichen Beratungsbedarf. Die finanziellen Rahmenbedingungen haben sich geändert, sagte Fraktionschef Ulrich Gerstetter. Die Haushaltsmittel seien eingeschränkt. Er verlangte eine weitere „aussagekräftige Sitzung“ über Planungen und Finanzierung.
Für Stadtbaumeister Klaus Brixner drängt die Zeit. „Wir müssen den Planungsprozess anstoßen“, sagte er. Der Reparaturbedarf sei hoch. Die Akustik funktioniere so wenig wie die Türen. Der Brandschutz sei in einem schlechten Zustand.
CDU: Konkrete Aussagen über Kosten notwendig
Möglichst bis Ende 2027 sollte aus Brixners Sicht eine „verlässliche Entwurfsplanung“ auf dem Tisch liegen. Bis dahin seien konkrete Aussagen zu den Kosten notwendig, um im Januar 2028 Fördermittel beantragen zu können. Laut Bürgermeister Florian Bargmann ist eine Förderquote von bis zu 83 Prozent möglich.
Unterstützung bekam Ulrich Gerstetter von Jochen Roth von den Freien Wählern. „Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen gänzlich geändert“, sagte er. Marcel Kühnle von der SPD wies darauf hin, dass der Gemeinderat 2023 noch davon ausgegangen war, dass die Realschule drei- bis vierzügig ist. Jetzt ist sie durchgängig vierzügig, damit liegen auch für ihn geänderte Voraussetzungen vor.
Thomas Pulli vom BMU sah dagegen keinen Anlass für eine weitere Sitzung. An den Bedürfnissen der Schule habe sich nichts geändert. Erst müssten die Kosten vorliegen, vorher solle man die bisherigen Vorschläge nicht in Frage stellen. Im Ergebnis wird sich der Gemeinderat jetzt zeitnah erneut zu einer Klausur treffen. Diesen Vorschlag machte Bürgermeister Florian Bargmann.