Besigheim
: Ein Weihnachtsmarkt mit Kunst- und Schauspielgenuss

Entspannte Atmosphäre in der historischen Besigheimer Altstadt auch mit Regenschirm.
Von
Heike Rommel
Besigheim
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Der Nikolaus verteilte auf dem Besigheimer Weihnachtsmarkt Geschenke an die Kinder

/Martin Kalb

Köstlich duftete es beim 49. Besigheimer Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt. Essen- und Getränke gab es wieder zuhauf. Was den Markt zu einem besonderen machte, vor allem bei Regenwetter, war die Handwerkskunst in der Alten Kelter, die Ausstellung zum Thema Wald im Rathaus und das Musiktheaterstück „Holger die Waldfee“ im Steinhaus-Gewölbekeller.

50 Kunsthandwerker

Vor über 50 Kunsthandwerkerständen machten der Vorsitzende des Bundes der Selbstständigen, Heinz Streicher, und Bürgermeister Steffen Bühler den Besuchern richtig Laune auf den Weihnachtsmarkt. Unterstützt von der Musikschule Besigheim mit dem Cello-Duo Christoph Ernst und Elisabeth Schöneck sowie dem Saxofon-Ensemble von Andreas Musch. Sie spielten Duette und Weihnachtslieder, während an den Ständen schon fleißig eingekauft wurde. Selbermacher meldeten sich zum Glasmosaik-Workshop oder zum Wachsmalworkshop an. An den Ständen in der Stadthalle wurde gesägt, gehämmert, geschnitzt, gedrechselt bemalt und gewebt. Die Chorgemeinschaft hatte keine Zeit zum Singen, denn sie übernahm die Bewirtung.

70 Standbetreiber

„Das Interesse der Aussteller war wieder riesig“, freute sich Heinz Streicher über den Markt mit schönen Dingen und gutem Essens mit über 70 Standbetreibern draußen den Plätzen und in den Straßen, wo sich alle Jahre wieder Schulkameraden und Freunde treffen. Der BdS-Nikolaus war zwei Tage lang unterwegs, um den Besuchern mit Obst, Schnitten und allerlei Süßigkeiten eine Freude zu machen. Die Musiker der Stadtkapelle und der Posaunenchor spielten weihnachtliche Weisen, im Rathaus bewirteten am Sonntag die Ottmarsheimer Landfrauen, die BdS-Jugend stand im Bauwagen, die Lateinformation des TSC verkaufte selbst gebackene Kuchen und Plätzchen und auch die Jugendfeuerwehr, der Sozialverband VdK sowie die Jugend der Stadtkapelle konnten sich die gemeinnützige Kasse aufbessern.

So spiegelte sich das Vereinsleben in der historischen Altstadt zwischen kommerziellen Anbietern wider, bei denen von der Handyhülle über die Nagelschere bis hin zur Klamotte wieder alles zu haben war. Steffen Bühler sah sich mitten in einer „ganz tollen Gemeinschaftsleistung“, die zeige wie stark die Stadt Besigheim nach außen auftreten kann. Weil sich Besucher dort einfach wohl fühlten, sei auch der 49. Markt ganz bestimmt wieder ein Erfolg.

14 Kinder auf der Bühne

Wer sich vom Trubel auf der Straße erholen wollte, ging thematisch einfach in den Besigheimer Zauberwald. Mit Helga Janot-Hoffmanns Gemälden im Rathaus als Betrachter durch die Jahreszeiten im Wald spazieren oder in den Steinhauskeller zu 14 Kindern der Studiobühne im Alter von zehn bis 13 Jahren. Sie hatten unter der Regie von Julia Joos und Helen Pirgl ein Jahr lang für die Aufführung des Stückes „Holger die Waldfee“ geprobt. Daniel Neumann-Schwarz von der Studiobühne hat jedem der 14 Kinder eine Rolle auf den Leib und die passenden Musikstücke dazu geschrieben. Eltern- und Großelterngenerationen wollten Holger (Lisa Eberhardt), die Tierkinder Marina (Lotte Häcker), Rehgina (Jana Herbst), Wilbur (Emily Richter) und das aufmüpfige Wolfsrudel namens „Wolfgäng“ unbedingt kennenlernen. Im selbstgemalten Wald-Bühnenbild war Gefahr im Verzug, als sich menschliche Akteure auf das große Geld zusammenschlossen und die Waldtiere in Gefahr brachten. Die Zuschauer waren begeistert und mit der Technik funktionierte auch alles hervorragend im Steinhauskeller.

Für den Markt draußen musste Jürgen Stenzel, verantwortlich für die Stromversorgung, allerdings jede Menge Vorarbeit zu leisten. „Die Bereitstellung von genügend Strom hat uns dieses Jahr vor erhebliche Probleme gestellt“, berichtete Heinz Streicher. Der Strombedarf steige kontinuierlich und durch den neuen Marktplan der Stadt Besigheim stünden die Verteiler noch nicht dort, wo sie gebraucht werden. Die Männer vom Bauhof sorgten wieder für jede Menge Tannengrün und Lichterglanz. Norbert Palenta und der Hausmeister Jens Rümpel hatten den Kunsthandwerkermarkt im Griff, dessen Plätze für eine Standgebühr von 40 Euro heiß begehrt waren. Das große Orchester der Stadtkapelle brauchte keinen Strom, als es zum Ausklang des Weihnachtsmarktes vom Balkon des Rathauses herunterspielte – auch auf ein hoffentlich friedvolles neues Jahr und den 50. Weihnachtsmarkt 2024. Heike Rommel