Barock Volleys Ludwigsburg: Majestätisches Ambiente zur Saisoneröffnung

Die Barock Volleys dürfen sich im imposanten Marmorsaal im Ludwigsburger Barockschloss vor der neuen Saison präsentieren.
Anselm BergMit riesigen Kronleuchtern, hohen Decken und im pompösen Marmorsaal des Barockschlosses in Ludwigsburg wurde der neue Trainer der Volleyballer Patrick Steuerwald noch nie begrüßt. „Der Saal ist schon brutal. Brutal außergewöhnlich, brutal aufwendig restauriert“, ist der neue Mann an der Seitenlinie von der Kulisse beeindruckt. Zur Saisoneröffnung mit den Sponsoren der Barock Volleys und zur Vorstellung des Teams versammelt sich die Mannschaft am Mittwochabend im Schloss.
„Hier wurden früher rauschende Feste gefeiert. Rauschende Feste wünsche ich dem Team in dieser Saison auch“, sagt Schlossverwalter Stephan Hurst beim Empfang. Das hoffen natürlich auch die Spieler und der neue Coach Steuerwald, der als Ziel erneut das Erreichen der Playoffs ausruft. Dennoch weiß der gebürtige Schwarzwälder: „Die letzte Saison lief außergewöhnlich gut. Es ist schwierig, das zu bestätigen, weil die Erwartungshaltung sowohl innerhalb des Vereins als auch in der ganzen Öffentlichkeit eine andere ist.“
Mischung zwischen Erfahrung und Talent auf den Positionen
An diesem Samstag steht das letzte richtige Testspiel für die Barock Volleys an, in der Rundsporthalle treffen die Männer vom Neckar auf die Baden Volleys Karlsruhe (19 Uhr). Bereits in der vergangenen Woche testete die Steuerwald-Truppe gegen die Badener und verlor mit 2:3, baute da allerdings vermehrt auf die Youngster im Team. Denn mit den Neuzugängen sind die Ludwigsburger auf allen Positionen doppelt besetzt und verfügen im Regelfall über einen jungen sowie einen erfahreneren Spieler.
Auf der Libero-Position ist neben Eigengewächs Laurin Schiegl (19 Jahre alt) der bulgarische Nationalspieler und letztjährige Vize-Weltmeister Damyan Kolve (24) dazugekommen. Das Zuspiel-Duo bilden MTV-Youngster Jonah Dornheim (18) und der neue Schwede Alfred Brink (25). Die beiden Diagonalangreifer Gregor Migge (19) und Marius Büchi (26) passen ebenfalls in dieses Schema und sind neu mit dabei. Auch auf die vier Mittelblocker Jan Huber (26), Maxim Günther (21), Kalle Kreuzer (19, aus Berlin gewechselt) und Caleb Lipscomb (23, kam von den Netzhoppers) trifft das zu.
Kaderplanung stimmt mit der Identität überein
Für Kapitän Ben-Simon Bonin ist diese Abwechslung enorm wichtig: „Ich glaube, das zeigt die Idee der Barock Volleys hervorragend. Wir wollen junge Spieler aus der Region fördern und heranführen. ‚Heranführen’ klingt immer so, als wenn sie weit weg wären, aber das sind sie nicht. Manchmal sind sie genau da und kämpfen um den Platz.“ Denn so ist es immer ein gesunder Konkurrenzkampf um den Startplatz. Bonin, der selbst mit seinen 23 Jahren genau im Altersschnitt liegt, bekleidet mit Tim Köpfli und Adrian Mol den Außenangriff. Als Jahrgang 2003 hat der Spielführer trotzdem schon viel von der Volleyball-Welt gesehen. „Das besondere bei uns ist, dass selbst die erfahreneren Spieler nicht so alt sind. Das sind Leute, die schon viel gesehen haben, aber noch relativ jung sind.“
Da der Altersunterschied im Kader nicht allzu groß ist, hat auch die Eingewöhnungszeit der Neuzugänge nicht lange gedauert. Lipscomb, Kreuzer, Migge und Büchi sind schon länger in der Barockstadt, Brink und Kolev stießen nach der Europameisterschaft dazu. „Es hat hervorragend geklappt, ich hätte es mir fast nicht besser vorstellen können“, berichtet Bonin. Denn nicht nur die spielerische Komponente ist ein X-Faktor für die Barock Volleys. Sie müssen auch menschlich zum Klub passen, wie Sportdirektor Michael Dornheim erklärt.
Der Ligacup soll einen Vorgeschmack geben
Bevor die Saison am 25. Oktober mit dem Heimspiel gegen den TV Rottenburg richtig losgeht, steht nach dem Test gegen Karlsruhe noch der Ligacup vom 16. bis zum 18. Oktober an. In Hildesheim treffen die Barock Volleys da in Runde eins auf Giesen. „Ich nehme es gerne ernst, auch wenn es nur ein Testspiel für uns ist. Gewinnen will man trotzdem“, sagt Bonin.
Für Steuerwald ist der Ligacup noch einmal ein guter Gradmesser, wo sein Team zum aktuellen Zeitpunkt steht: „Wir haben ein neues Team, die anderen haben alle ein neues Team. Ich denke, für uns sind es drei Härtetests, bevor es dann gegen Rottenburg so richtig losgeht.“
