Barock Volleys
: Gegen Berlin ist kaum Müdigkeit zu spüren

Beim 3:0-Sieg gegen die Hauptstädter können die Barock Volleys komplett durchrotieren.
Von
Niklas Braiger
Stuttgart
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Philipp Herrmann überragt gegen den VCO Berlin sowohl im Angriff, wie auch im Block.

Marco Wolf

Dass ein hartes Derby den Barock Volleys Ludwigsburg einen Tag zuvor in den Knochen steckt, merken die Zuschauer am Sonntagabend beim zweiten Heimspiel binnen 24 Stunden in der Rundsporthalle nur anfänglich. Denn nach dem starken Auftritt beim 3:1-Derbysieg gegen Friedrichshafen (siehe Artikel unten rechts) gewinnen die Barockstädter Bundesligisten auch gegen den VCO Berlin am Ende deutlich mit 3:0.

Dabei ist die Partie des Aufsteigers gegen den Tabellenvorletzten aus der Hauptstadt nur zu Beginn des ersten Abschnitts knapp. „Man hat die Müdigkeit gespürt und es war ein schwerer Start“, erklärt der zum MVP gewählte Philipp Herrmann nach der Partie den schwerfälligen Start. Denn zu Beginn ist kaum erkennbar, dass hier der Sechste gegen den 14. spielt. Berlin hält gut dagegen, kommt immer wieder zum Ausgleich und geht beim 13:12 sogar erstmals in Front. Die Angriffe des VCO bekommen die Hausherren nicht ordentlich angenommen, zudem lassen die eigenen Schläge zu oft zu wünschen übrig.

MTV legt den Schalter um

Doch schütteln die Barock Volleys die müden Knochen schnell aus, finden besser in die Spur und drehen den Satz wieder zu ihren Gunsten. Allen voran Mittelblocker Herrmann macht mächtig betrieb, blockt hinten und schlägt vorne durch die Deckung durch. So setzt sich Ludwigsburg auf 19:15 ab und nutzt beim 24:17 den zweiten Satzball für das 1:0.

Zweiter Satz, gleiches Bild. Wieder kommt Berlin gut rein, wieder erstarken die Gastgeber. Von 2:4 kommen sie wieder über das Kollektiv und vor allen Dingen ein starken Block. So bringt Herrmann den VCO teilweise zum Verzweifeln, erzielt das 8:6 und forciert damit die Auszeit der Gäste. Die wirkt zumindest kurzfristig, der Außenseiter ist nach vier Punkten in Folge wieder mit 10:8 in Front, was aber nicht lange anhält. Denn mit einem 7:1-Lauf schwingt das Momentums-Pendel wieder in die andere Richtung,

Und diesen Vorsprung lassen sich die Schwaben wie schon zu Beginn nicht mehr nehmen. Über 22:16 endet auch Satz zwei mit 25:19, in dem MTV-Trainer Hasse Mattila die Chance nutzt in der Endphase, um durchzurotieren. Von der Anfangs-Sechs sind zwischenzeitlich nur noch Libero Laurin Schiegl und Herrmann auf dem Parkett, ansonsten bekommen Jonah Dornheim, Mykyta Shapovalov, Fabian Anton und Pascal Winter Spielzeit. Letzterer sorgt für den 24. Punkt der Hausherren, der entscheidende Ball landet dann beim Aufschlag der Gäste im Netz.

Alle Spieler dürfen sich beweisen

Im dritten Satz lassen die Barock Volleys dann schließlich nichts mehr anbrennen. Die Auswechselspieler der Barockstädter haben an der Seitenlinie ihren Spaß und witzeln nach jedem Punktgewinn. Das beeinflusst die Männer auf der Platte jedoch nicht, die spielen ruhig ihren Stiefel weiter runter. „Normalerweise blende ich sowas aus. Heute habe ich es doch etwas mitbekommen“, schildert Huber. Beim 15:9 durch Dornheim ist die Begegnung vorentschieden, auch eine finale VCO-Auszeit verhindert den Sieg am Ende nicht. Aufgrund des klaren Spielstands lässt Mattila auch noch Darius Diefenbach und Maxim Günther aufs Feld und setzt damit erstmals in dieser Saison alle Spieler ein. „Das ist sehr wichtig und eine super Möglichkeit für die jungen Spieler, sich zu zeigen. Ich freue mich jedes Mal, wenn die Auswechselspieler reinkommen“, sagt Herrmann. Den letzten Punkt erzielt letztlich Shapovalov zum 25:13.

Damit rückt der MTV vorerst auf Rang vier in der Tabelle vor, Gießen und Friedrichshafen haben allerdings eine Partie weniger gespielt und könnte damit noch vorbeizuziehen. „Es liegt an uns, was wir daraus machen. Wir müssen weiter Gas geben, unser Ziel ist weiterhin der Nichtabstieg“, so Herrmann.