20. Aktion des Freizeitparks Tripsdrill und des Roten Kreuzes
: Bereitschaft zur Blutspende wächst wieder

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner animierte das Publikum zum Aderlass. Die 20. Aktion des Freizeitparks Tripsdrill und des DRK hat begonnen.
Von
Heike Rommel
Ludwigsburg
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Die Blutspende wurde wegen der Pandemie in die Verbandssporthalle nach Brackenheim verlegt.

Oliver Bürkle

Mit Karacho, wie die Achterbahn am Ort des Geschehens heißt, starteten der Freizeitpark Tripsdrill und das Deutsche Rote Kreuz am Montag ihre 20. Blutspende-Aktion. Als Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Schirmherrin der größten deutschen Blutspende, vor Publikum zum Aderlass animierte, war die Aktion bereits um einen Tag verlängert. Für Montag, 9. August, sind damit noch 460 Spender-Termine online buchbar.

Den 20. Geburtstag der Blutspendeaktion, die letztes Jahr wegen Corona ausfiel, feierten geladene Gäste in Tripsdrill, wo Personenschützer erst einmal das Gelände untersuchten, bevor Julia Klöckner ans Rednerpult trat. Die ehemalige Weinkönigin kam aus Rheinland-Pfalz und bat um Blutspenden für Hochwasseropfer in ihrer Heimat. Um sie herum erkannte Tripsdrill-Chef Helmut Fischer allerlei CDU-Landtagsabgeordnete und Bürgermeister aus der Gegend, die es Klöckner beim Blutspenden gleich tun wollten.

Die Präsidentin des DRK Landesverbandes Baden-Württemberg, Barbara Bosch, war voll des Dankes für die Familie Fischer, die seit 20 Jahren Anreize schafft, damit die Zahl der Blutspender steigt. Von den DRK-Ortsvereinen waren Brackenheim, Eppingen, Kirchheim und Sachsenheim als Helfer aktiv.

Die normalerweise in einem Zelt vor Tripsdrill über die Bühne gehende Blutspende ist dieses Jahr wegen Corona-Bestimmungen in die Verbandshalle Brackenheim im Hirnerweg 23 verlegt worden, wo täglich von 11 bis 18 Uhr Blut gespendet werden kann. Mit dem Schlangestehen und dem Einchecken ging es am Montag flott. Ingrid Hübler aus Sachsenheim war eine der ersten und gab bereits zum 90. Mal in ihrem Leben Blut ab. Blutspende-Aktionen sind für sie „als Bürgerin eine leichte Möglichkeit, etwas Gutes zu tun“. Für Ingrid Hübler ist es auch in Zeiten von Corona „selbstverständlich“, dass sie spendet und das mit der Terminvergabe findet sie im Vergleich zu früher sogar praktisch.

Martin Diesterhöfer kam aus Kleingartach, um in der Brackenheimer Halle zum 58. Mal in seinem Leben Blut abzugeben. Der Lokführer erinnerte sich daran, dass er als Zivildienstleistender beim Roten Kreuz einmal umgekippt ist, als ihn die Krankenschwester am Arm anzapfte. Ansonsten ist Martin Diesterhöfer nicht zimperlich. Zielstrebig marschierte er nach dem Einchecken zu denen, die in der Halle die Vorarbeit für die Ärzte und die Schwestern leisteten, um sich Körpertemperatur, Blutdruck und Hämoglobinwert messen zu lassen.Was er mit seiner Belohnung macht, wusste der Kleingartacher auch schon: „Mit meinem Enkel nach Tripsdrill gehen.“

Die Schwestern Leonie und Tabea Hertner aus Brackenheim vertraten bei der Jubiläums-Blutspende-Aktion die jüngere Generation, haben aber auch schon acht beziehungsweise zehnmal Blut gespendet. Die eine arbeitet in der Apotheke, die andere in einem Autohaus. Und weil sie als Brackenheimerinnen den Freizeitpark Tripsdrill wie aus ihrer Westentasche kennen, waren sie bereit, ihre Prämie in Form des Tagespasses auch an einen der Streetbunnys weiterzugeben, die in lustigen Plüschhasen-Anzügen unterwegs waren.

Die Hasen, ein aus einer Motorradgruppe entstandener Verein mit Sitz in Nürnberg, jagten den Blutspendern die Tripsdrill-Tickets wieder ab, um sie der Familienherberge Lebensweg in Illingen, der Organisation 46plus Down-Syndrom und dem Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart zu schenken.