Willkommen in Gymbalia
: Das Balinger Gymnasium wird zum Staat

Es ist eine logistische Meisterleistung: Für drei Tage verwandelt sich das Gymnasium Balingen in einen Staat. Und beim Rundgang wird deutlich: Gymbalia hat in vielerlei Hinsicht Modellcharakter.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Sich auf einen Drink in der Strandbar treffen? Auch das ist in Gymbalia möglich.

Sich auf einen Drink in der Strandbar treffen? Auch das ist in Gymbalia möglich.

Andrea Maute
  • Gymnasium Balingen wird für drei Tage zum Staat „Gymbalia“ mit eigener Währung „Balis“.
  • Ein- und Ausreise über Mensa mit Zoll und Visastelle – Besucher tauschen Euros in Balis.
  • Angebote reichen von Gastronomie, Strandbar und Shows bis Rave-Room, Fitness und Straßenmusik.
  • Institutionen laufen an: Mindestlohn, Polizei und Gericht, Standesamt mit erster Trauung.
  • Workshops und Promis vor Ort: Poetry-Slam mit Lisa Horn, Soccer-School mit Nico Willig und Danny Ehlert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Grenze nach Gymbalia überschreitet man an der Mensa. Dort befinden sich Zoll und Visastelle. Das Erste, was die mit den erforderlichen Dokumenten ausgestatteten Neuankömmlinge hier für gewöhnlich tun, ist, ihre Euros in „Balis“ umzutauschen.

Wäre man ein Staatsoberhaupt, würde man auf gymbalischem Boden an dieser Stelle von Kanzlerin Ella Münch begrüßt. Als Pressevertreter gibt es einen nicht minder warmen Empfang. Die „Kollegen“ Maria, Luisa und Jeronimo nehmen sich Zeit für eine Führung.

Niemand kennt sich in Gymbalia besser aus als sie. Denn als Beschäftigte im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind sie quasi rund um die Uhr im Staat unterwegs. Immer auf der Jagd nach Schlagzeilen.

Viele Gastronomiebetriebe

Obwohl der neue Staat seine Pforten erst vor wenigen Stunden geöffnet hat, summt und brummt es hier schon jetzt wie in einem Bienenstock. „Wir hatten bereits einige Besucher“, erzählt Maria. „Auch aus anderen Schulen“ ergänzt Jeronimo.

Wer das Balinger Gymnasium als Schule kennt, wird jedenfalls seinen Augen nicht trauen. Denn das, was hier im Zuge einer zweijährigen Vorbereitungszeit entstanden ist, darf man mit Fug und Recht eine logistische Meisterleistung nennen. Für drei Tage wird aus der Schule ein Staat – mit allem, was dazugehört.

Straßenmusikanten

Auch Straßenmusik darf in Gymbalia nicht fehlen: „The Paukerfaces“ mit Reporterin Luisa.

Andrea Maute

Gleich hinter der Grenze besteht die Möglichkeit, sich für den Rundgang zu stärken. Hier haben sich die ersten Gastronomiebetriebe angesiedelt; ein, wie Luisa erklärt, sehr beliebtes Business.

Mit cleveren Marketingstrategien versuchen die Inhaber, möglichst viele Gäste anzulocken. „Es läuft richtig gut“, bestätigt ein Mitarbeiter. Beim Blick auf die professionell gestaltete Speisekarte, auf der sich Leckerei an Leckerei reiht, glaubt man das sofort.

Manche Betriebe, wie etwa das „Café der Träume“, kredenzen den Besuchern nicht nur Speisen und Getränke, sondern bieten auch etwas fürs Auge. Das Sahnehäubchen ist hier eine von jungen Turnerinnen gestaltete Show. Kaffee, Kuchen und Akrobatik, lautet das Erfolgsrezept.

Auch im Reisebüro hat man dies erkannt und eine „Feinschmeckertour“ ins Angebot aufgenommen. „Diese läuft sogar noch besser als die Hawaiitour“, ist von den Mitarbeiterinnen zu erfahren.

Rave-Room

Im Rave-Room herrscht Partystimmung.

Andrea Maute

Wer nach dem Gastro-Hopping das Bedürfnis verspürt, sich die Kalorien wieder abzutrainieren, findet in Gymbalia gleich mehrere Fitnessstudios. Und auch beim Tanzen sollen ja die Pfunde schmelzen. Also auf in den Rave-Room!

Die Katakomben mit ihren nackten Betonwänden sind geradezu prädestiniert für das Beatgewitter. Im Scheinwerferlicht tanzen die Partygänger hier zur Performance des DJane-Duos Maja und Julia.

Für einen kurzen Moment sind tatsächlich auch die jungen Kollegen von der Presse baff. „Diesen Raum kannten wir bisher noch gar nicht“, betonen sie unisono. Gymbalia ist eben für die eine oder andere Überraschung gut.

Poetry-Slam und Soccer-School

Die nächste erwartet die Gäste auf dem Außengelände. Im Staat gibt tatsächlich sogar Gladiatoren! Diese weisen Interessierte nicht nur gerne in den (sicheren) Zweikampf ein, sondern erlauben ihnen sogar, die für die Berufskämpfer typische Kleidung anzulegen. Erinnerungs-Selfie inklusive.

Nur eine Ecke weiter kommt man vom alten Rom wieder in die Gegenwart. Erneut dringt Musik ans Ohr, dieses Mal handgemachte. Auch die Straßenmusiker freuen sich, wenn der eine oder andere „Bali“ in ihr Köfferchen wandert.

Apropos „Balis“: Wie steht es eigentlich um die Löhne im Staat? „Wir sind zufrieden“, sagt Maria.  Ein gesetzlicher Mindestlohn schütze zudem vor Ausbeutung und Lohndumping.

Für Recht und Ordnung sorgen Polizei und Gericht.

Für Recht und Ordnung sorgen Polizei und Gericht.

Andrea Maute

Vieles in Gymbalia hätte sicherlich Modellcharakter. Zumindest am ersten Tag herrscht hier nahezu Vollbeschäftigung. Die Mitarbeiter des Arbeitsamtes langweilen sich sogar schon ein bisschen. Und auch in Sachen Kriminalität ist der kleine Staat ziemlich mustergültig. Richter und Polizisten haben also bislang ebenfalls noch einen recht geruhsamen Job.

Zur Freude aller sind hingegen schon die Standesbeamtinnen ihres Amtes gewaltet. Sie durften bereits das erste Hochzeitspaar trauen, dem ein Platz im Geschichtsbuch damit sicher sein dürfte.

Auch die bekannte Poetry-Slammerin Lisa Horn, die eigens aus dem Allgäu angereist ist, ist gut beschäftigt. Bei ihr werden die Schüler in Form einer Ausbildung in die Kunst des Poetry-Slams eingeführt.

Über prominente Unterstützung darf sich zudem die Soccer-School freuen, die Training mit Nico Willig (VfB Stuttgart) und Danny Ehlert (Stuttgarter Kickers) anbietet.

Besucher sind herzlich willkommen!

„Schule als Staat“ ist ein Projekt, bei dem die Schule wie ein eigener Staat funktioniert. Die Schüler übernehmen die Rollen von Politikern, Bürgern und Unternehmern. Es gibt eigene Gesetze, eine eigene Währung und verschiedene Jobs.

Lust, in den Staat hineinzuschnuppern? Gäste sind in Gymbalia ausdrücklich herzlich willkommen. Besucht werden kann der Staat noch am Mittwoch, 22. Juli, von 13 bis 21 Uhr und am Donnerstag, 23. Juli, von 8 bis 15 Uhr.