„Wildcard“ in der Balinger Zehntscheuer
: Ein Ort, an dem künstlerische Freiheit gelebt werden darf

Musiker und Publikum lieben sie gleichermaßen: die Konzertreihe „Wildcard“ in der Balinger Zehntscheuer. Vor zweieinhalb Jahren ins Leben gerufen, hat sie Erfolgsgeschichte geschrieben. Was das außergewöhnliche Format ausmacht.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Blicken beim Pressegespräch

Warfen beim Pressegespräch nicht nur einen Blick zurück, sondern auch in die Zukunft: die Macher der „Wildcard“-Reihe.

Andrea Maute
  • Die Reihe „Wildcard“ in der Balinger Zehntscheuer bietet Künstlern freie Experimente auf der Bühne.
  • Entstanden aus einer Idee von Bernhard Jung, trägt die Akustik der Zehntscheuer zum Erfolg bei.
  • Seit der Premiere vor zweieinhalb Jahren gab es rund 25 Konzerte und durchschnittlich 120 bis 130 Gäste.
  • Die Bühne ist offen für Newcomer und bekannte Musiker, die Neues wagen – Eintritt ist frei.
  • Auftritte sind bis 2027 ausgebucht, für 2028 werden Sponsoren gesucht; zwei Termine stehen im November und Dezember an.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Es ist der Traum eines jeden Künstlers: Eine Bühne, auf der man die Freiheit hat, genau das auszuprobieren, was man schon immer mal ausprobieren wollte. Und auf der bereits nach wenigen Tönen, nach wenigen Akkorden, eine geradezu magische Verbindung zum Publikum besteht.

Freiheit ist wahrlich ein großes Wort. In Zusammenhang mit der Konzertreihe, die all das möglich macht, jedoch ein Begriff, der passender nicht sein könnte.

Vor zweieinhalb Jahren feierte „Wildcard“ in Balingen Premiere. Und wer sich jetzt verwundert die Augen reibt und sich fragt, wo denn die Zeit geblieben ist, dem sei gesagt: Wenn etwas begeistert, dann verfliegt sie noch viel schneller.

Begeistert hat die außergewöhnliche Konzertreihe von Anfang an. Doch wie ist sie überhaupt entstanden? Was war der Antrieb, sie ins Leben zu rufen?

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Neues ausprobieren

Anlässlich des „kleinen Jubiläums“ ging es beim Pressegespräch noch einmal zurück zu den Wurzeln. Als das Format noch eine Idee war, die im Kopf von Bernhard Jung spukte.

Er ist bekanntlich nicht nur Vorsitzender des Vereins Freiraum – Balingen kreativ, sondern auch Inhaber eines Friseurgeschäfts. Dass zu dessen Kunden viele Musiker gehören, kann man in diesem Fall als glückliche Fügung bezeichnen. Denn als er sich bei diesen nach den Anfängen ihrer Karriere erkundigte, geriet einer von ihnen bei der Erinnerung an einen Auftritt in der Zehntscheuer geradezu ins Schwärmen.

Das außergewöhnliche Gebäude im Herzen von Balingen, die tolle Akustik – das waren Stichworte, bei denen Bernhard Jung hellhörig wurde. Und sogleich war sie geboren: Jene Idee, es Musikern aus der Region zu ermöglichen, dort auf der Bühne zu stehen.

Beim damaligen Leiter der Zehntscheuer, Christopher Seng, stieß er damit auf offene Ohren. Und gemeinsam beschloss man: „Lass es uns einfach mal ausprobieren.“

„Großartiges Format“

Bevor das erste Konzert im April 2024 über die Bühne gehen konnte, gab es jedoch viel zu tun. In erster Linie galt es Menschen mit ins Boot zu holen, deren Herz ebenfalls für die Reihe schlägt. Und dies ist zweifellos gelungen.

Neben dem Pianisten Wolfgang Fischer, einem Experten für Musik und Sound, ist Boris Retzlaff mit im Boot, der die Moderation übernimmt. Unterstützung gibt es außerdem von Seiten der Stadt Balingen.

Und so kann man, zweieinhalb Jahre und rund 25 Konzerte später, mit Fug und Recht sagen: „Wildcard“ hat Erfolgsgeschichte geschrieben. „Wir sind gut gestartet, haben uns stetig gesteigert und Anfragen bis über das Jahr 2027 hinaus“, berichtet Boris Retzlaff.

Offen steht die Bühne im Herzen Balingens dabei sowohl Newcomern, die hier Bühnenluft schnuppern, als auch bereits bekannteren Musikern, die einmal aus ihrem gewohnten Genre ausbrechen und etwas ganz Neues ausprobieren wollen. Frei nach dem Motto: Traut Euch was!

Doch es sind nicht nur die bekannten Namen, die das Publikum anziehen. Die Gäste geben auch den Neulingen eine Chance, begleiten sie sozusagen hautnah bei ihren ersten Schritten auf der Bühne. 120 bis 130  Besucher sind es im Durchschnitt, die die Konzerte besuchen.

Was natürlich ein Grund zur Freude ist, ist manchmal jedoch auch ein Wermutstropfen: Denn 150 Menschen sind in der Zehntscheuer die Obergrenze, „sodass wir zwei-, dreimal dann leider auch sagen mussten: Sorry, aber wegen des Brandschutzes können wir keine Gäste mehr aufnehmen“, erklärt Boris Retzlaff.

Aus diesem Grund die Location zu wechseln, darüber habe man zwischendurch zwar nachgedacht, den Gedanken aber wieder verworfen. „Denn die Zehntscheuer und `Wildcard` – das gehört zusammen“, macht er deutlich. Das Konzept passe „einfach wunderbar zum Ort.“

Dies bestätigt der städtische Pressesprecher Dennis Schmidt. „Es ist ein großartiges, originelles Format, das die Zehntscheuer zu einem Haus macht, das nicht nur musealen Charakter besitzt“, betont er.

In Sachen Gestaltung lasse man „dem Verein Freiraum kompletten Freiraum“, schickt der Abteilungsleiter Kultur, André Matz, hinterher. Überraschungsmomente ergeben sich dabei ganz von alleine. Etwa als Ella Siegmund, die Tochter des Bassisten einer auftretenden Band, spontan auf die Bühne gebeten wurde und dem Publikum im Saal ob ihres virtuosen Gesangs „kollektiv die Kinnlade herunterklappte.“

Interesse ist riesig

Wichtig ist es den Veranstaltern, dass alle auftretenden Künstler eine kleine Gage erhalten. „Das ist einfach ein Zeichen der Wertschätzung“, sagt Wolfgang Fischer.

Das Interesse an einem Auftritt bei „Wildcard“ ist riesig, 2027 ist bereits komplett ausgebucht. Um den Musikern auch 2028 eine Chance eröffnen zu können, würden sich die Veranstalter über weitere Sponsoren sehr freuen.

So geht es bei „Wildcard“ weiter

Am Sonntag, 29. November, gibt es ein „Wildcard Special“ auf dem Balinger Weihnachtsmarkt. Von 13 bis 14 Uhr hat dort Tami Zolg einen Auftritt.

Am Donnerstag, 3. Dezember, findet in der Zehntscheuer das letzte Wildcard-Konzert des Jahres statt. Von 19 bis 20 Uhr tritt dort Thanheim Brass auf.

Der Eintritt ist wie immer frei.