Wertstoffzentrum Haigerloch
: Fast doppelt so teuer wie geplant – „Das ist eine bittere Pille“

Streit um Kosten und Verfahren: Der Ausschuss für Umwelt und Technik lehnt die Vergabe für das Wertstoffzentrum Haigerloch ab und fordert eine Neuausschreibung.
Von
Sophie Holzäpfel
Haigerloch
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Wertstoffhof, Schild, Hinweis. Download am 12.11.2025 für Stefan Czernin, SWP, Ulm Loka. Foto: © Animaflora PicsStock/adobe.stock.com

Eine knappe Million Euro würde der Neubau des Wertstoffzentrums Haigerloch nach aktuellem Stand kosten.

Animaflora PicsStock/adobe.stock.com (Symbolbild)
  • Ausschuss stoppt Vergabe für Wertstoffzentrum Haigerloch – Neuausschreibung beschlossen.
  • Kosten explodieren: günstigstes Angebot knapp 985.000 Euro statt veranschlagten 580.000.
  • Im Haushalt stehen 500.000 Euro, der Kreis müsste die Differenz überplanmäßig bereitstellen.
  • CDU und FDP fordern Neuausschreibung, SPD zeigt Skepsis, ob es „besser wird“.
  • Verwaltung nennt teure Materialien, Energie und Transport als Gründe, Zeitplan unsicher „dieses Jahr“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als sich Lisa Tillinger am Montagabend nach vorn setzt, wissen die Anwesenden schon, dass sie keine guten Nachrichten im Gepäck hat. Sie wolle „gerne Nägel mit Köpfen machen“, schickt die Leiterin des Amts für Abfallwirtschaft voraus. Daraus wird vorerst nichts.

Denn die Vergabe der Bauleistungen für das neue Wertstoffzentrum in Haigerloch ist ins Stocken geraten. Obwohl die Verwaltung den Zuschlag an die „Grötz GmbH & Co“ aus Gaggenau vergeben will, zeichnet sich im Ausschuss für Umwelt und Technik Widerstand ab.

Kritik entzündet sich vor allem an der deutlichen Kostensteigerung. Statt der ursprünglich veranschlagten rund 580.000 Euro liegt das wirtschaftlich günstigste Angebot inzwischen bei knapp 985.000 Euro. Im Haushalt sind lediglich 500.000 Euro vorgesehen. Die Differenz müsste der Landkreis überplanmäßig bereitstellen.

Gemeinsame Forderung von CDU und FDP

Die Verwaltung verweist auf die Entwicklung der Baupreise in den vergangenen Jahren. Insbesondere Materialien wie Asphalt und Bitumen sowie gestiegene Energie- und Transportkosten hätten die Angebote nach oben getrieben. Auch geopolitische Unsicherheiten haben sich zuletzt auf die Preisbildung im Baugewerbe ausgewirkt, sagt Tillinger. Dezernatsleiter Matthias Frankenberg spricht von einer „sehr ärgerlichen“ Situation. Man sei auf externe Fachplanung angewiesen, da es im eigenen Haus keine entsprechende Expertise gebe. Trotz mehrfacher Ausschreibungen habe die Stelle nicht besetzt werden können, räumt er ein.

„Diese Antwort befriedigt mich nicht“, bemerkt Lambert Maute (CDU) daraufhin. Eine derartige Kostensteigerung sei nicht einfach zu akzeptieren. „Irgendwo steckt da der Fehler drin.“ Seine Fraktion beantragt daher eine Neuausschreibung des Auftrags. Die FDP schließt sich dem Vorschlag der Christdemokraten an. Matthias Frankenberger: „Dass es wesentlich billiger wird, wage ich zu bezweifeln.“

12 Fürstimmen zur Neuausschreibung

Frankenberg bremst jedoch die Erwartungen an eine Neuausschreibung deutlich. Ob eine Neuausschreibung tatsächlich zu besseren Konditionen führe, sei fraglich. Vor allem aber stelle sich die Frage nach dem Zeitplan: „Ob es dann dieses Jahr noch was wird?“ Auch SPD-Mitglied Gisela Birr äußert Skepsis: „Ich habe nicht viel Hoffnung, dass es besser wird.“

Damit rückt auch das Vorhaben selbst wieder stärker in den Fokus. Im Ausschuss wird offen die Frage gestellt, ob der Standort in seiner bisherigen Form überhaupt zukunftsfähig ist. Frankenberg spricht von einem „unserer mit Abstand schlechtesten Wertstoffzentren“ im Kreis. Die Anlage im Madertal gilt seit Jahren als funktional und baulich überholt – mit engen Zufahrten, unübersichtlichen Abläufen und eingeschränkten Erweiterungsmöglichkeiten.

Am Ende folgt die Abstimmung. Mit 12 zu 4 Stimmen entscheidet sich der Ausschuss für eine Neuausschreibung der Bauleistungen.