Weltgebetstag der Frauen 2025
: Ein Blick von Balingen auf die Cookinseln

Am Freitag, 7. März, ist Weltgebetstag der Frauen. Alle sind herzlich eingeladen, die ökumenischen Gottesdienste in der Gesamtstadt Balingen mitzufeiern.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Das Bild zum Weltgebetstag mit dem Titel „Wonderfully Made“ stammt von den Künstlerinnen Tarani Napa und Tevairangi Napa.

Das Bild zum Weltgebetstag 2025 mit dem Titel „Wonderfully Made“ stammt von den Künstlerinnen Tarani Napa und Tevairangi Napa.

© 2023 World Day of Prayer International Committee, Inc.​
  • Der Weltgebetstag der Frauen wird am 7. März gefeiert, 2025 ist das Motto „Wunderbar geschaffen“.
  • Frauen von den Cookinseln laden zum Gebet ein; Balingen feiert mit ökumenischen Gottesdiensten.
  • Ulrike Erath organisiert den Tag in Balingen, betont kulturelles Lernen und Solidarität.
  • Themen: häusliche Gewalt, Übergewicht, Tiefseebergbau bedroht.
  • Gottesdienste und Austauschtreffen mit Spezialitäten aus den Cookinseln geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund um den Erdball ist der erste Freitag im März ein Datum, das unzählige Menschen – vor allem Frauen – unterschiedlicher christlicher Konfessionen miteinander verbindet. Denn von Deutschland bis auf die Philippinen, von Surinam bis in die Ukraine wird an diesem Tag der Weltgebetstag gefeiert; die größte ökumenische Frauenbewegung – und sozusagen längste Gebetskette der Welt.

2025 fällt er auf den 7. März. Unter der Überschrift „Wunderbar geschaffen“ laden in diesem Jahr Frauen von den Cookinseln Christinnen und Christen dazu ein, gemeinsam mit ihnen zu feiern. Auch die Kirchengemeinden in der Gesamtstadt Balingen haben sich wieder intensiv auf dieses Glaubensfest vorbereitet.

Seit Jahrzehnten mit dabei ist Pastoralreferentin Ulrike Erath, für die dieser Tag, wie sie sich erinnert, das erste ökumenische Projekt in ihrer Dienstzeit war. Die Begeisterung ist bis heute geblieben. „Ich bin eine große Verfechterin des Weltgebetstags“, sagt Ulrike Erath, die seit zwei Jahren für die Gesamtorganisation in der Eyachstadt zuständig ist.

Was ist für sie das Besondere daran? „Man erfährt viel über das jeweilige Land, seine Kultur und die Lebenssituation der Frauen“, lässt sie wissen.

Ein Paradies mit vielen Facetten

Dieses Mal sind es die Cookinseln, die im Mittelpunkt stehen; eine kleine Inselgruppe, die kaum bekannt ist. Beim Vorbereitungstreffen haben sich die Frauen in Balingen mithilfe einer Karte deshalb erstmal einen Überblick verschafft, wo die 15 Inseln genau liegen.

Diese befinden sich nordöstlich von Neuseeland inmitten des Südpazifiks. Mit „Kia Orana“, der in Kolonialzeiten lange verbotenen Sprache der Maori, begrüßen die Christinnen dort alle, die den Weltgebetstags-Gottesdienst 2025 gemeinsam mit ihnen begehen.

Ihre Heimat ist ein fernes Tropenparadies mit vielen Facetten. Bis heute erinnert die Namensgebung nach dem britischen Seefahrer James Cook an die koloniale Geschichte, an der auch britische Missionare mit strengen Regeln und  Verboten ihren Anteil hatten. Trotzdem sind Sprache und Kultur der Maori lebendig geblieben, heißt es im Flyer zum Weltgebetstag.

Doch auch wenn die Inseln landschaftlich einem Südseetraum gleichen, ist auf ihnen nicht alles paradiesisch. Wie Ulrike Erath erklärt, sind Frauen dort häufig von häuslicher Gewalt betroffen, was auch dezent in der Liturgie anklinge. Zudem spiele das Thema Übergewicht eine große Rolle, denn neben traditionellen Gerichten werde sehr viel Fastfood gegessen.

Eine im Raum stehende potenzielle Bedrohung ist das Interesse der Weltwirtschaft am Tiefseebergbau, der verheerende Folgen für das Ökosystem Meer und die Menschen hätte, die davon leben.

Mit musikalischer Umrahmung

Dem Wunder der Schöpfung nachzuspüren und zu erkennen, wie bedroht sie ist – dazu lädt der Weltgebetstag unter dem biblischen Motto „Wunderbar geschaffen!“ aus Psalm 139 ein.

In Balingen wird ein Chor den Gottesdienst musikalisch umrahmen. Dabei kommen auch Lieder zum Vortrag, die auf den Cookinseln komponiert wurden. Bilder entführen die Anwesenden in die südpazifische Inselwelt.

Schon beim Vortreffen in der Kernstadt war der ökumenische Geist spürbar. Neben Frauen aus der Heilig-Geist-Gemeinde waren von katholischer Seite Teilnehmerinnen der Kirchengemeinde St. Johannes Engstlatt und von evangelischer Seite aus der Stadtkirchengemeinde Heselwangen und der Gemeinde Engstlatt-Auf Schmiden mit dabei. Ebenfalls eingeladen waren Frauen aus der Baptisten-, der neuapostolischen und der orthodoxen Gemeinde.

Neben dem Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche Balingen wird am 7. März auch ein Gottesdienst in der St.-Paulus-Kirche in Frommern stattfinden. Außerdem wird der Weltgebetstag im Evangelischen Gemeindehaus in Ostdorf gefeiert.

Miteinander ins Gespräch kommen

Ein großes Bedürfnis ist es den Verantwortlichen jedes Jahr aufs Neue, dass im Anschluss Raum für Austausch besteht. Bei Leckereien nach Rezepten von den Cookinseln können die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen.

Neben Selbstgebackenem wird es in Balingen auch einen Spezialitäten-Verkauf durch den Weltladen geben.

Allen, die sich unter der Küche der Cookinseln momentan noch nicht so viel vorstellen können, hilft Ulrike Erath im Vorfeld schon mal auf die Sprünge. „Es wird viel mit Kokos geben“, verrät sie.

Diejenigen, die die Veranstaltungen vor Ort nicht besuchen können, können den zentralen Gottesdienst am 7. März übrigens auf Bibel-TV im Fernsehen verfolgen.

Der Großteil der Kollekten aus den Gottesdiensten und den Spenden in Deutschland kommt der internationalen Bewegung des Weltgebetstags und vor allem Frauen- und Mädchenprojekten weltweit zu Gute.