Weltgebetstag 2026: Die Last in Gottes Hände legen

Der Weltgebetstag 2026 rückt Nigeria in den Fokus. Das Bild mit dem Titel „Rest for the Weary“ stammt von der Künstlerin Gift Amarachi Ottah.
© 2024 World Day of Prayer International Committee, Inc.- Weltgebetstag 2026 rückt Nigeria in den Fokus; Motto: „Kommt! Bringt eure Last“.
- Zwei Gottesdienste in Balingen am Freitag, 6. März, jeweils um 19 Uhr.
- Orte: Heilig Geist Kirche Balingen und ev. Gemeindehaus Römerstraße Weilstetten.
- Inhalte: Berichte nigerianischer Frauen, Chor mit Liedern teils in Landessprache, Diashow.
- Kollekte stärkt Rechte von Frauen und Mädchen; Fokus liegt auf Bildungsangeboten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Gebet wandert um den Erdball. 24 Stunden lang. Wie Perlen auf einer Schnur reiht sich dabei Land an Land. Und letztlich entsteht daraus eine Kette, die Frauen aller Konfessionen in über 150 Ländern der Erde verbindet.
Die bildliche Darstellung des Weltgebetstags verdeutlicht nicht nur die Dimension der wohl größten ökumenischen Basisbewegung von Frauen weltweit. Sie bringt auch die Gemeinschaft und das Miteinander zum Ausdruck; die Solidarität und Verständigung zwischen den Kulturen, Religionen und Nationen.
Auch die Kirchengemeinden in der Gesamtstadt Balingen haben sich heuer wieder intensiv auf dieses Fest des Glaubens vorbereitet. Seit 1988 mit der Organisation betraut ist Pastoralreferentin Ulrike Erath. Die Botschaft, die dieser Tag ausstrahlt; die Gemeinschaft, von der er getragen wird, sorge bei ihr jedes Mal aufs Neue für ein „Gänsehautgefühl“, lässt sie im Gespräch mit unserer Redaktion wissen.
Der Glaube schenkt Hoffnung
Sehr bewegend sind nicht zuletzt auch die Inhalte des Gottesdienstes, der dieses Jahr von Frauen aus Nigeria gestaltet wird. Unter der Überschrift „Kommt! Bringt eure Last“ (angelehnt an Matthäus 11, 28-30) gewähren die Christinnen des westafrikanischen Landes darin einen eindrücklichen Blick auf ihre Lebensrealität, in der das Wort „Last“ sowohl im buchstäblichen (vieles wird hier auf dem Kopf getragen) als auch im übertragenen Sinne eine Rolle spielt.
„In Liturgie und Liedern kommt zum Ausdruck, wie belastet diese Frauen sind - sei es durch (häusliche) Gewalt oder durch Armut“, berichtet Ulrike Erath. Im Nordosten Nigerias verüben islamistische Terrormilizen wie Boko Haram schwere Anschläge mit vielen Todesopfern, im Südosten agieren bewaffnete Banden und Separatisten. Überall gibt es Ressourcenkonflikte um Wasser und Land, die Menschen in die Flucht treiben. Hinzu kommen die Auswirkungen durch die Ölforderung, die das Land zwar wirtschaftlich stark macht, das Ökosystem des Nildeltas aber vielfach zerstört hat. Reichtum und Macht, so wird deutlich, sind in Nigeria, das eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit hat, sehr ungleich verteilt.
Immer wieder klingt sie deshalb in den Liedern an: die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Verbunden mit der Bitte, dass Gott „unsere Lasten mitträgt.“ Denn Hoffnung schenkt vielen Menschen in ihrer existenzbedrohenden Situation ihr Glaube.
Zwei Gottedienste in der Gesamtstadt Balingen
In Balingen gibt es zum Weltgebetstag am 6. März jeweils um 19 Uhr zwei Gottesdienste. Der erste wird von der evangelischen Stadtkirchengemeinde, den evangelischen Kirchengemeinden Heselwangen und Engstlatt-Auf Schmiden sowie den katholischen Kirchengemeinden Heilig Geist und Engstlatt in der Heilig Geist Kirche in Balingen gefeiert.
Einen zweiten Gottesdienst gestalten die evangelischen Kirchengemeinden Unter dem Böllat und Weilstetten und die katholischen Kirchengemeinden Frommern und Roßwangen im evangelischen Gemeindehaus in der Römerstraße in Weilstetten.
Obwohl es Arbeitsmaterialien gibt, die als Leitfaden für die Gestaltung dienen, habe man dennoch eine gewisse „gestalterische Freiheit“, die es ermögliche, eigene Ideen einfließen zu lassen, sagt Ulrike Erath. Um den Anwesenden ein lebendiges Bild des Landes zu vermitteln, wird es eine kleine Diashow mit Bildern aus Nigeria geben. Des Weiteren werden im Gottesdienst die Schicksale verschiedener Frauen beleuchtet - so etwa das von Beatrice, die im Alter von 28 Jahren Witwe wurde und seither unter der Last der gesellschaftlichen Unterdrückung leidet. Ihre Lebensgeschichte wird dabei der Geschichte einer in Deutschland verwitweten Frau gegenübergestellt. Ein Los - zwei Welten.
Eigens für den Weltgebetstag wird jedes Jahr außerdem ein kleiner Chor gebildet. Im „Chörle“ sind dieses Mal etwa 15 Sängerinnen vertreten, die unter der Leitung von Birgit Knopp-Merz die Lieder vortragen, in die die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher einstimmen dürfen. „Da diese zum Teil in Landessprache verfasst sind, musste intensiv geübt werden“, gewährt Ulrike Erath einen Einblick in die Vorbereitungen.
Miteinander ins Gespräch kommen
Ein großes Bedürfnis ist den Verantwortlichen stets das, wofür der Weltgebetstag seit gut 100 Jahren steht: die Gemeinschaft. Im Anschluss an den Gottesdienst wird deshalb zum gemütlichen Beisammensein eingeladen. Bei landestypischen Spezialitäten, die Frauen aus den Kirchengemeinden nach traditionellen Rezepten zubereiten, können die Anwesenden miteinander ins Gespräch kommen. Vonseiten des Weltladen wird es dabei einen Verkauf von fairen Produkten geben, für die Nigeria bekannt ist.
Ein Zeichen für weltweite Solidarität ist die Kollekte der jährlichen Gottesdienste. Der Großteil der Kollekten und Spenden trägt zur Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen weltweit bei. „Der Fokus liegt dabei immer auf Bildungsangeboten“, erklärt Ulrike Erath. Denn Bildung, macht sie deutlich, „ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben.“
