Waldhaushaltsplan 2025: „Noch hat uns der Borkenkäfer nicht im Griff“

15.000 Festmeter Holz wurden 2025 im Balinger Wald eingeschlagen. Die Hälfte davon ist auf zufällige Nutzung, sprich den Borkenkäfer und Sturm, zurückzuführen (Symbolfoto).
Andrea Maute- Forstamtsleiter berichtet: 15.000 Festmeter Holz, fast die Hälfte Zufallsnutzung durch Käfer und Sturm.
- Nach Sturmereignissen aus 2023 wurden 5500 Bäume gepflanzt – Naturverjüngung entwickelt sich gut.
- Wuchshüllen: 1700 aufgestellt, fast 2500 entfernt, unterstützt vom Verein Bergwaldprojekt.
- Finanziell blieb ein Defizit von knapp 50.000 Euro, da Holz später auf den Markt kam.
- Aktuell läuft die Ernte zu Dreiviertel, knapp 90 Prozent planmäßig – Nadelholzpreise auf Rekordniveau.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
15.000 Festmeter Holz - so viel habe das Team 2025 eingeschlagen, ließ Christian Beck wissen. Allerdings sei von den Holzmengen fast die Hälfte wieder auf sogenannte zufällige Nutzung zurückzuführen. Maßgeblich auf Borkenkäfer, in kleinerem Umfang aber auch auf Sturm.
Wie der Forstamtsleiter weiter ausführte, hätten die Nachwirkungen der Sturmereignisse aus 2023 die Pflanzung von 5500 Bäumen notwendig gemacht. Positiv: „Viele Waldbestände sind trotz Sturm und Käfer mit einer guter Naturverjüngung gesegnet, die uns weiterbringt.“
Im Bereich der Kulturen seien 1700 Wuchshüllen aufgestellt und fast 2500 eingesammelt worden. „Der Abbau der Wuchshüllen ist dabei ganz maßgeblich durch den Verein Bergwaldprojekt umgesetzt worden“, berichtete er im Ausschuss.
Witterung macht einen Strich durch die Rechnung
Betrachtet man die Maßnahmen im Balinger Wald unter finanziellen Gesichtspunkten, sei festzustellen, „dass wir bei der Aufarbeitung günstiger weggekommen sind.“ „Die Ziele wurden allerdings nicht ganz erreicht, da uns die Witterung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, schickte Christian Beck hinterher. Hier sei man von der Verfügbarkeit des entsprechenden Unternehmens abhängig, denn eine eigene Maschine im Wert von einer Dreiviertelmillion zu beschaffen, mache für Balingen keinen Sinn.
Geringer als im Vorjahr waren 2025 die Aufwendungen im Bereich der Wegeunterhaltung. „Im Jahr 2024 haben wir im Nachgang der Starkregenereignisse hierzu fast 100.000 Euro benötigt. Demgegenüber waren wir im vergangenen Jahr deutlich günstiger unterwegs“, blickte Beck zurück.
Erfreuliches gab es auch aus dem Bereich Holzverkauf zu vermelden. Hier habe man bessere Preise erzielen können als ursprünglich geplant. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Das Holz konnte nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt auf den Markt gebracht werden.
Die Verschiebung im Bereich Holzernte schlägt sich auf das Ergebnis nieder, welches ein Defizit von knapp 50.000 Euro aufweist. „Die Einnahmen kommen uns dann aber 2026 zugute - und in Teilen sogar noch mit besseren Holzpreisen je Festmeter als wir im Herbst 2025 erzielen konnten“, betonte der Forstamtsleiter, der in seinem Bericht auch auf die kommenden Monate vorausblickte.
Auf einem guten Weg
Die in diesem Jahr geplanten Holzmengen seien gegenwärtig zu Dreiviertel eingeschlagen, knapp 90 Prozent davon planmäßig. „Noch hat uns der Borkenkäfer nicht im Griff. Wie sich das über den Sommer weiter entwickeln wird, ist aber noch offen“, gab er zu bedenken. Gegenwärtig sei man betriebswirtschaftlich „auf einem guten Weg“, es sei ein deutlich positives Betriebsergebnis zu erwarten. „Die Nadelholzpreise sind so hoch wie noch nie“, konnte Christian Beck vermelden.
In Sachen Erträge sei zwar der Plan nicht erreicht worden, er sei aber beruhigt, dass der Erlös ins nächste Forstwirtschaftsjahr gehe, ließ Klaus Hahn (CDU) wissen.
Friedhelm Bossert (Freie Wähler) erkundigte sich, wie viele Festmeter Holz vom Jahr 2025 auf das Jahr 2026 geschoben werden mussten. Man bewege sich hier ungefähr im Bereich einer Viertelmillion bis 300.000 Euro, erklärte der Forstamtsleiter.
Die andauernde Trockenheit und ihre Auswirkungen auf den Wald rückte Erwin Feucht (Grüne) in den Blickpunkt. „Wie strapaziert ist unser städtischer Wald?“, wollte er wissen.
Stress für die Bäume sei, „wenn es ständig raschelt und Laub und Moos so trocken sind“, auf jeden Fall vorhanden. Die Situation, dass es schon Ende Juni/Anfang Juli so extreme Temperaturen gegeben habe, sei außergewöhnlich. „Ich bin erstaunt, dass sich der Käfer noch nicht ausgebreitet hat“, so Christian Beck.
„Der Käfer könnte uns einen Strich durch unsere Zukunftsrechnung machen, befürchtet auch Hans-Peter Hörner (AfD). „Da sollte man unbedingt etwas tun“, machte er deutlich.
„Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt ist hier dran“, erklärte der Forstamtsleiter. Generell sei angeraten, das Holz zeitnah einzuschlagen und ins Sägewerk zu bringen. „Aber im Privatwald haben wir das leider nicht in der Hand“, bedauerte er.
Waldumgang des Gemeinderats
Auch in diesem Jahr wird es in Balingen einen Waldumgang geben. Stattfinden wird er am Freitag, 23. Oktober.
