Verkehrssicherheit in Rosenfeld
: Eine einfache Konstruktion kann Leben retten

An der L 390 zwischen Leidringen und Rosenfeld werden Unterfahrschutz und biegbare Kurvenleittafeln angebracht.
Von
Sebastian Buck
Rosenfeld
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Zwischen Leidringen und Rosenfeld wurden die Leitplanken an der L 390 mit einem Unterfahrschutz sowie flexiblen Leitpfosten ausgestattet. Das soll im Ernstfall Leben retten.⇥

Sebastian Buck

Jedes starre Hindernis im Seitenraum ist tödlich“, sagt Monika Schwill, als sie an der Landstraße 390 steht. Die Kölnerin ist Geschäftsführerin von „MehrSi“. Die gemeinnützige GmbH setzt sich dafür ein, dass vor allem an von Motorradfahrern stark frequentierten Straßen ein sogenannter Unterfahrschutz installiert, respektive montiert wird. Und genau Letzteres passiert parallel an der Landstraße zwischen Leidringen und Rosenfeld.

Denn dieser Abschnitt lädt mit seinen langgezogenen Hochgeschwindigkeitskurven förmlich dazu ein, von Kradfahrern durchfahren zu werden. Das Problem an solchen Abschnitten sind die Leitplanken. Denn die Träger selbiger sind logischerweise starr, sonst leiten sie die Fahrzeuge beim Unfall nicht, was ja aber ureigenster Zweck einer Leitplanke ist. Für Motorradfahrer wird es dann lebensgefährlich, wenn sie nach dem Sturz zwischen Fahrbahn und Leitschiene hindurchrutschen. Trifft der Körper auf einen starren Träger, sind die Folgen verheerend. Aber auch wenn der Fahrer quasi unten durch rutscht, können die stählernen Leitplanken zu bösen Amputationen führen.

Und genau hier kommt der Unterfahrschutz ins Spiel. Das verzinkte Stahlblech wird an einer Aufhängung von hinten an die bestehende Leitplanke montiert. So kann die Konstruktion schwingen und beim Aufprall Energie absorbieren. Vor allem aber verhindert es, dass der gestürzte Zweiradfahrer auch noch unter der Leitplanke hindurch gewickelt wird. „Eine nasse Fahrbahn, Rollsplitt, Öl oder auch ein Fahrfehler“, zählt Schwill zahlreiche mögliche Sturzursachen auf. Als die Leitplanken Anfang der 1960er-Jahre großflächig ausgerollt wurden, habe noch keiner an die Motorradfahrer gedacht, blickt Monika Schwill zurück.

Freunde einst verunglückt

Sie selbst habe Freunde, die schwer verunglückt seien, ein ständiger Antrieb, um die Situation auf allen Straßen in Deutschland zu verbessern. Das Bundesverkehrsministerium, klagt Schwill, habe es 2018 abgelehnt, den Unterfahrschutz überall zu installieren. Deshalb springt an der L 390 der Landkreis ein, wie Alexander Marquart vom Straßenbauamt erklärt. 2200 Euro habe der Unterfahrschutz hier gekostet. Hinzu kommen noch die flexiblen Leitpfosten und Kurvenleittafeln, die von „MehrSi“ gestiftet werden.

Die Kunststoffzeichen klappen bei Berührung nach hinten um. Denn die Stahlpfosten, auf denen selbige oftmals montiert sind, bedeuten für verunfallende Motorradfahrer ebenfalls eine Gefahr. „Hier rettet Kunststoff Leben“, spitzt es Stefan Beilharz von der gleichnamigen Firma aus dem nahen Vöhringen zu, der diese Kunststoffverkehrszeichen herstellt.

Andere Strecken im Blick

Auch an der L 391 zwischen Grosselfingen und Rangendingen ist der Unterfahrschutz unlängst eingebaut worden. An der wohl neuralgischsten Strecke zwischen Weilstetten und Meßstettens Teilort Tieringen, dem Lochenpass, gibt es diese Schutzbarrieren schon seit vielen Jahren, weiß Monika Schwill zu berichten. Jetzt ist also noch eine weitere Motorradstrecke gesichert. Weitere werden auch im Zollernalbkreis folgen, da ist sich die Kölnerin sicher. Wo genau, das sehe man dann in Zukunft. Sie wolle so lange weitermachen, sagt Schwill, bis endlich bundesweit jede Leitplanke ausgestattet sei. Der Weg dahin könnte noch weit sein – bisher hat man auf 118 Kilometern mehr als 1000 Kurven gesichert. Jetzt kam zwischen Leidringen und Rosenfeld eine weitere hinzu.

118

Kilometer Leitplanken in mehr als 1000 Kurven hat „MehrSi“ bereits in der ganzen Bundesrepublik erfolgreich mit dem Unterfahrschutz ausgestattet.