Vereinsjubiläum in Rosenfeld
: Große Entwicklung bei Mellifera

Bereits seit 20 Jahren besteht der Verein „Mellifera“ und das Netzwerk „Blühende Landschaft“. Die öffentliche Feier an der Fischermühle in Rosenfeld war reich an Inspiration, Erinnerungen und Ausblicken in die Zukunft.
Von
swp
Rosenfeld
Jetzt in der App anhören
  • Für viele Gäste etwas ganz Neues: Die Herstellung von klimaschützender Pflanzenkohle mit einem so genannten Kon-Tiki-Ofen.⇥

    Für viele Gäste etwas ganz Neues: Die Herstellung von klimaschützender Pflanzenkohle mit einem so genannten Kon-Tiki-Ofen.⇥

    Mellifera e. V./Hanna Konrad
  • Mellifera-Gründer Thomas Radetzki (r.) und der erste Leiter des NBL, Utto Baumgartner, schwelgten für das Publikum in Erinnerungen und erzählten von den Anfängen des Netzwerks.

    Mellifera-Gründer Thomas Radetzki (r.) und der erste Leiter des NBL, Utto Baumgartner, schwelgten für das Publikum in Erinnerungen und erzählten von den Anfängen des Netzwerks.

    Mellifera e. V./Hanna Konrad
1 / 2

„Bienenhaltung allein reicht nicht. Wir müssen über das Flugloch hinaus, auf die blühende Landschaft schauen“ – Mit dieser Intention wurde im Jahr 2003 als Teil des damals noch rein auf Honigbienen spezialisierten Vereins „Mellifera“ das Netzwerk „Blühende Landschaft“ (NBL) gegründet. Ende September feierte die Initiative nun ihren 20. Geburtstag und lud zu einem Nachmittag voll anregender Gespräche, Vorträgen und einer Multivisionsshow zum Vereinssitz an die Fischermühle in Rosenfeld ein. Dabei wurde wieder einmal klar: Auch 20 Jahre nach seiner Gründung ist das Ziel des Netzwerks so aktuell wie nie zuvor. Dieses lautet nämlich: dauerhaft günstigen Lebensbedingungen für alle Blüten-besuchenden Insekten zu schaffen.

Auch wenn bei Mellifera der Blick in die Zukunft wichtig ist, durfte zur Jubiläumsfeier am Samstag ein Schwelgen in Erinnerungen nicht fehlen. So berichteten die beiden NBL-Gründerväter Thomas Radetzki und Utto Baumgartner von der Anfangszeit der Initiative und seinem stetigen Wachstum. „Damals waren wir zwei Verrückte und eine Idee. Dass sich so etwas Beeindruckendes daraus entwickelt, war damals unvorstellbar“, so Utto Baumgartner.

Starke Entwicklung

Holger Loritz übernahm 2008 die Leitung, Mitarbeitende kamen hinzu und die Regionalgruppen haben sich vervielfacht. Heute leitet Dr. Matthias Wucherer das NBL, welches nun über zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 20 ehrenamtliche Regionalgruppen zählt. Aus der anfänglichen – häufig ehrenamtlichen – Motivationsarbeit in Form von Vorträgen und Netzwerkarbeit sind Projekte, wie das von der Europäischen Union geförderte „Insektenfördernde Regionen“ oder das „BienenBlütenReich“ entstanden.

Sie alle tragen direkt zu einer vielfältigen, bunt blühenden Landschaft bei und ermutigen sowie unterstützen viele Menschen, Lebensräume für Bienen, Hummel, Schmetterlinge und Co. zu schaffen, schreibt Mellifera in der Pressemitteilung.

„Wir möchten heute nicht nur zurückschauen, sondern auch nach vorne“, sagte Vorstandsmitglied Michael Slaby in seiner Begrüßungsrede. Denn, so Rosenfelds Bürgermeister Thomas Miller ergänzend, „die Botschaft des Netzwerks ist auch nach 20 Jahren weiterhin zwingend notwendig“.

Inspirierende Sachvorträge

Sehr eindrücklich und unterhaltsam brachte Forstingenieur und Naturfotograf Roland Günter in seinem Multivisionsvortrag die Funktionsweise von Biodiversität dem Publikum näher.

Prof. Dr. Thomas Potthast, Naturethiker an der Universität Tübingen, ließ den ein oder anderen nochmal von einem anderen Blickwinkel über die Natur nachdenken. Zwischen den Vorträgen wurde eine Führung über das Gelände angeboten. Besonderes Interesse weckte die Herstellung von Pflanzenkohle vor Ort, das beim Schaugrillen eingesetzt wurde.

Ein anregender Austausch war Programm, was verdeutlichte, dass das Wort „Netzwerk“ nicht umsonst im Namen der Initiative steckt.

Die Jubiläumsfeier veranschaulichte, dass in den vergangenen 20 Jahren bei Mellifera und dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ viel passiert ist. Dennoch ist klar, dass es noch genug Arbeit gibt, die für mehr als 20 weitere Jahre reichen wird – oder, wie es Mellifera-Gründer Thomas Radetzki auf den Punkt brachte: „Die Aufgabe ist riesig. Es ist so viel Dampf im Netzwerk ‚Blühende Landschaft‘ und es ist das Schönste für uns.“

Mehr aus dem Zollernalbkreis

Konstantin Wecker hat vor quasi ausverkaufter Stadthalle in Balingen wieder einmal seine Zuhörer begeistert, zutiefst gerührt und damit einen unvergesslichen Abend beschert. Lesen Sie hier weiter:

Über das Netzwerk Blühende Landschaft

Auf Initiative des Vereins „Mellifera“ wurde das Netzwerk „Blühende Landschaft“ 2023 gegründet. Zum Ziel setzte es sich, die Landschaft wieder zum Blühen zu bringen, damit Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. wieder mehr Nahrung finden.

Dabei arbeiten unterschiedliche Beteiligte zusammen, darunter Landwirte, Naturschützer, Jäger, Gärtner und Wissenschaftler. Gemeinsam entwickeln sie Konzepte und Projekte für mehr Blütenvielfalt und bessere Lebensräume für Blüten bestäubende Insekten.  Weitere Infos unter www.bluehende-landschaft.de.