Verbandstreffen im Zollernalbkreis: Katastrophenschutz unter Druck – Feuerwehr fordert Entlastung

Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren findet die Versammlung des Landesfeuerwehrverbands wieder in Balingen statt. Feuerwehrpräsident Michael Wegel (Zweiter von links) sagt bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag: „Unsere Feuerwehr ist die tragende Säule des Katastrophenschutzes."
Sophie Holzäpfel- Landesfeuerwehrverband tagt erstmals seit 30 Jahren wieder in Balingen.
- Feuerwehr warnt: Katastrophenschutz durch Klimawandel, Cyberangriffe und Einsätze belastet.
- Einsatzzahlen im Zollernalbkreis stiegen in 10 Jahren um 100 %, landesweit um 20 %.
- Ehrenamtliche Feuerwehrkräfte fordern Entlastung durch weniger Bürokratie und digitale Lösungen.
- Diskussionen über Zusammenlegung von Abteilungen – teils kontrovers bewertet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Michael Wegel kommt am Donnerstagnachmittag schnell zum Punkt. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands betont zu Beginn des Pressegesprächs im Sitzungssaal des Balinger Landratsamts: „Der Katastrophenschutz steht vor großen Herausforderungen.“ Die Folgen des Klimawandels, extreme Wetterereignisse, die steigende Zahl der Vegetationsbrände, aber auch Cyberangriffe verbunden mit Ausfällen der Infrastruktur, zählt Wegel auf. Es brauche einen Faktencheck, um die Möglichkeiten und Grenzen des Bevölkerungsschutzes einschätzen zu können.
Herausforderung: Katastrophenschutz
Wichtig sei neben einem einheitlichen Warnkonzept auch der Ausbau von Einsatzmitteln. „Unsere Feuerwehr ist die tragende Säule des Katastrophenschutzes.“ Derzeit stünde die Feuerwehr personell gut da, nimmt der Verbandspräsident vorweg. Allerdings: Während die Einsatzzahlen in den vergangenen zehn Jahren landesweit um 20 Prozent gestiegen sind, liege die Steigerung im Zollernalbkreis bei 100 Prozent, warnt Stefan Jetter, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Zollernalb. Das liege insbesondere an vermehrten technischen Hilfeleistungen und zunehmenden Fehlalarmen.
Was in den kommenden Tagen im Zollernalbkreis geboten ist
Die Pressekonferenz am Donnerstagmittag war nur der Auftakt der dreitägigen Verbandsversammlung im Zollernalbkreis. Am Freitag, 26. September, findet in der Balinger Stadthalle von 9.30 bis 17 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung des Landesfeuerwehrverbands statt. Am Samstag tagt der Verband von 10 bis 16.15 Uhr. Themenschwerpunkte sind unter anderem der Katstrophenschutz, Atemschutznotfälle und zunehmende Extremwetterereignisse.
Jetter gibt zu bedenken, dass die Belastung für die Einsatzkräfte stetig zunehme. Er warnt vor der Zusammenlegung einzelner Abteilungen. Die Erfahrung aus anderen Landkreisen habe gezeigt, dass das zu einem Rückgang der Personanzahlen führe. Landrat Günther-Martin Pauli wirft ein, dass die Zusammenlegung kein Tabu-Thema sein sollte und in manchen Fällen auch sinnvoll sein könne.
Wie die Ehrenamtlichen entlastet werden können
In Baden-Württemberg engagieren sich etwa 97 Prozent der Feuerwehr-Einsatzkräfte rein ehrenamtlich, so Wegel. Um die Wehren zu entlasten, sei vor allem eine Entbürokratisierung wichtig. Der Fokus, betont der Verbandspräsident, müsse wieder stärker auf die Kernkompetenzen der Feuerwehr gerichtet werden. Kommandanten müssten entlastet werden: etwa, indem die anfallenden Verwaltungsaufgaben an die Gemeindeverwaltungen abgegeben werden. Zudem hält er eine einheitliche, digitale Plattform für essenziell: „Lasst uns eine landeseinheitliche Datenbank für die Feuerwehren einführen“, so sein deutlicher Appell.

