Valentinstag im Zollernalbkreis
: Vor allem junge Männer sagen es gern durch die Blume

Der Valentinstag hat im Zollernalbkreis keine lange Tradition. Und doch wird er vor allem von jungen Männern genutzt, um der Freundin oder Frau einen Liebesbeweis zu überbringen. Viele greifen dazu tief ins Portemonnaie.
Von
Vera Bender
Zollernalbkreis
Jetzt in der App anhören

Die Floristinnen Cornelia Krämer (links) und ihre Tochter Nicole haben im Akkord Sträuße gebunden.⇥

Vera Bender

Am 14. Februar ist Valentinstag – der Tag der Verliebten. Auf wen oder was genau dieser Brauch, dass man sich gegenseitig etwas schenkt und dadurch seine Liebe ausdrückt, zurückgeht, ist nicht sicher überliefert. Es gab sogar mehrere Heilige mit dem Namen Valentin, und es ranken sich auch verschiedene Mythen um sie. Nach Deutschland fand der Valentinstag jedenfalls seinen Weg aus England über die Vereinigten Staaten von Amerika und hat sich erst in den letzten 20 Jahren durchgesetzt, wobei nicht alle Verliebten und Liebenden tatsächlich diesen Tag in besonderer Weise begehen.

Böse Zungen behaupten gar, der Valentinstag sei eine Erfindung der Blumenbranche. Cornelia Krämer, seit 13 Jahren Inhaberin von „Happy Flower“ in Truchtelfingen, regt sich hingegen eher auf, dass praktisch jeder Supermarkt und jeder Discounter inzwischen Blumensträuße anbietet und auf diese Weise „auch etwas vom Kuchen abhaben“ will. Wie die Dumpingpreise dort zustande kommen, kann sich die Floristin nicht erklären, denn Qualität habe nun mal ihren Preis. Und den sind übrigens vor allem junge Männer bereit zu zahlen.

Geschäft nahezu leer geräumt

Nachdem „Happy Flower“ letztes Jahr zum Valentinstag am Abend praktisch ausverkauft war, haben dieses Jahr noch mehr Kunden ihre Blumensträuße sicherheitshalber vorbestellt. Vor allem, weil viele sehr genaue Vorstellungen haben, wie das duftende Gebinde aus frischen Schnittblumen aussehen soll. „Oft kommen die Männer mit Handyfotos und zeigen, wie wir den Strauß binden sollen“, verrät die Floristin, die gerade alle Hände voll zu tun hat. Ebenso wie ihre Tochter Nicole, die als Floristin im Geschäft mitarbeitet. Vor allem, weil neben dem Valentinstag auch noch das übliche Geschäft mit Trauergestecken und anderem laufen muss. Ja, es seien vor allem junge Leute und in der Regel Männer, welche zum Valentinstag Blumensträuße kaufen und an ihre Liebste verschenken.

Viele Sträuße haben Mutter und Tochter schon vorgebunden. Sie gingen gestern quasi wie warme Semmeln über den Ladentisch. Ob klassischer Strauß, rote Rosen oder knallbunter Frühlingsgruß – alles ist gefragt. Manchmal ist ein kleiner Teddybär oder ein „Ich liebe dich“ integriert. Wichtig ist nur, dass der Strauß dem Verliebten zusagt. Da greifen die Herren der Schöpfung auch eher mal zu einem etwas teureren Gebinde, wenn dies eher den Geschmack trifft. Die Hälfte der Blumensträuße wird abgeholt und die andere Hälfte ausgefahren. Ja nach Bestimmungsort kostet das zwischen sieben und zehn Euro Aufpreis.

Die Hälfte wird ausgeliefert

Viele Bestellungen gehen auch, oft von weiter weg, über den Fleurop-Lieferdienst ein, erläutert Cornelia Krämer. In diesem Fall kommen 14 Euro Fleurop-Spesen dazu. Der große Run auf die Valentinstag-Sträuße geht erfahrungsgemäß am Vorabend los und endet erst bei Ladenschluss am heutigen Valentinstag. Und manchmal muss die Floristin zum großen Strauß auch noch ein besonderes Geschenk dazu packen. Wie beispielsweise das große rote Kartonherz, gefüllt mit Pralinen, Teddybär, Piccolo und der geschriebenen Liebesbezeugung.

Schöner Liebesbeweis

Da soll nochmal jemand sagen, die Männer seien nicht romantisch. Und letztlich interessiert es niemand, wie dieser Brauch einst entstanden ist. Blumen und ein „ich habe dich lieb“, wie Cornelia Krämer es nennt, haben noch jedem gefallen.

„Blind Date“ in der Stadtbücherei

„Blind Date zum Valentinstag“ in der Stadtbücherei Albstadt. Nach diesem Motto kann man sich vom 14. Februar bis 1. März auf ein „Blind Date mit einem Buch“ begeben und neue Schätze entdecken. In Zeitungspapier eingepackt, bleiben Cover und Klappentext verborgen. Man entscheidet sich also „blind“ für ein Buch. Nur kurze Stichpunkte über den Inhalt lassen erahnen, worum es geht oder um welches Genre es sich handelt. Vielleicht entdeckt jemand dabei ja einen neuen Lieblingsautor? Von abenteuerlichen Kinder- und Jugendromanen bis hin zu fesselnden Erwachsenenromanen ist für jede Altersgruppe etwas dabei.