Unfallstatistik 2024: Weniger Unfälle im Zollernalbkreis – mit Ausreißern

Weniger Unfälle insgesamt im Zollernalbkreis – aber Dinge wie Fahrerfluchten bleiben ein Problem. (Symbolfoto)
Marcus Brandt/dpa- Im Zollernalbkreis sank die Zahl der Verkehrsunfälle 2024 um 0,9% auf 4.634.
- Besonders problematisch: Anstieg bei E-Scooter-Unfällen (23 Fälle, +155,6%) und Fahrerfluchten (865 Fälle).
- Unfälle mit Personenschaden sanken leicht (496 Fälle), 7 Verkehrstote.
- Esslingen: Zahl der Verkehrstoten verdreifachte sich auf 17.
- Häufigste Unfallursachen: Abbiegefehler, Vorfahrtsmissachtungen, Alkohol- und Drogeneinfluss.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zollernalbkreis ist im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Wurden 2023 noch 4.676 Unfälle registriert, waren es im vergangenen Jahr 4.634, ein Rückgang um 0,9 Prozent. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank leicht auf 496 (2023: 505). Die meisten Unfälle blieben jedoch Sachschäden (4.138 Fälle). Die Zahlen stammen aus dem aktuellen Verkehrsunfallbericht des Polizeipräsidiums Reutlingen, das neben dem Zollernalbkreis auch die Landkreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen betreut.
Mehr Tote im Landkreis Esslingen
Im Jahr 2024 kamen auf den Straßen des Zollernalbkreises sieben Menschen ums Leben, zwei weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten sank auf 96, während die Zahl der Leichtverletzten mit 532 um 6,2 Prozent zurückging. Zum Vergleich: Im benachbarten Landkreis Reutlingen gab es neun Verkehrstote, während im Landkreis Tübingen mit sieben Getöteten die gleiche Zahl wie im Zollernalbkreis verzeichnet wurde. Besonders drastisch war der Anstieg im Landkreis Esslingen, wo sich die Zahl der Verkehrstoten von fünf auf 17 mehr als verdreifachte.
Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Einfahren (499 Fälle) sowie Vorfahrtsmissachtungen (364 Fälle). Unfälle durch mangelnde Verkehrstüchtigkeit, etwa durch Alkohol oder Drogen, nahmen auf 126 Fälle zu (+5,9 Prozent). Zudem wurden 171 Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht. Damit liegt der Zollernalbkreis im Trend der anderen Landkreise, in denen ebenfalls Alkohol- und Drogeneinfluss als wachsende Problemfaktoren genannt wurden.
E-Scooter und Fahrerfluchten als Problem
Auffällig ist der starke Anstieg der E-Scooter-Unfälle: Während es 2023 noch neun Unfälle gab, wurden 2024 bereits 23 registriert, ein Anstieg um 155,6 Prozent. Auch die Zahl der Unfälle mit Pedelecs bleibt hoch: 56 Unfälle wurden verzeichnet, bei denen ein Fahrer ums Leben kam. Diese Entwicklung ist auch in den anderen Landkreisen zu beobachten, wobei insbesondere im Landkreis Reutlingen eine Zunahme der Unfälle mit Fahrrädern und Pedelecs festgestellt wurde.
Mit 865 Fällen von Fahrerflucht ging die Zahl dieser Delikte zwar um 5,6 Prozent zurück, bleibt aber auf einem hohen Niveau. In 38 Fällen gab es dabei Verletzte. In den anderen Landkreisen zeigt sich ein ähnliches Bild: Besonders der Landkreis Esslingen verzeichnete mit über 3.400 Fällen die meisten Unfallfluchten, während Reutlingen mit 1.748 Fällen einen deutlichen Anstieg verzeichnete.
Unfälle mit Senioren, Kindern und jungen Fahrern
Besonders gefährdet waren im Zollernalbkreis erneut ältere Verkehrsteilnehmer. 125 Unfälle betrafen Senioren, wobei in 42 Fällen schwere Verletzungen die Folge waren. Gleichzeitig sind aber auch junge Erwachsene (18–24 Jahre) weiterhin eine besonders unfallanfällige Gruppe. In 213 Fällen war diese Altersgruppe beteiligt, davon 56-mal mit Personenschäden.
Kinder blieben 2024 weitgehend verschont, doch es gab insgesamt 27 Schulwegunfälle, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Glücklicherweise kam kein Kind dabei ums Leben. Auch Fußgängerunfälle blieben mit 43 Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie 2023.
Fazit: Ein gemischtes Bild
Während die Gesamtzahl der Unfälle im Zollernalbkreis leicht zurückging, bleiben einige Entwicklungen besorgniserregend. Der starke Anstieg bei den E-Scooter-Unfällen, die nach wie vor hohe Zahl an Unfällen mit Pedelecs und die weiterhin hohe Anzahl an Fahrerfluchten zeigen, dass trotz der leicht positiven Entwicklung bei den Gesamtzahlen weiterhin Handlungsbedarf besteht. Vor allem der Vergleich mit anderen Landkreisen verdeutlicht, dass bestimmte Problembereiche, etwa Alkohol- und Drogeneinfluss, geschwindigkeitsbedingte Unfälle oder riskante Fahrmanöver, kein rein lokales, sondern ein übergreifendes Problem darstellen. Maßnahmen zur Verkehrssicherheit, verstärkte Kontrollen und Aufklärungskampagnen bleiben daher zentrale Ansätze, um die Unfallzahlen langfristig zu senken.

