Vollsperrung wegen Umweltprotest
: Polizei räumt Protestaktion am Holcim-Werk in Dotternhausen

Aus Protest gegen die Zementindustrie haben Unterstützende des Bündnisses „End Cement“ am Freitag die Materialseilbahn des Holcim-Werks in Dotternhausen blockiert.
Von
Lea Irion
Dotternhausen
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Die Polizei musste die B27 vollsperren.

Die Polizei musste die Bundesstraße für vier Stunden sperren. Der Verkehr staute sich auf den Umleitungsstrecken erheblich.

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  • Klimaaktivisten blockieren Materialseilbahn des Holcim-Zementwerks in Dotternhausen seit Freitag.
  • Vier Personen kletterten auf die Seilbahnbrücke über der B27 und brachten Protestbanner an.
  • Polizei sperrte die Bundesstraße, Verkehr wird umgeleitet – täglicher Kalksteintransport betroffen.
  • Aktion kritisiert CO₂-Ausstoß der Zementindustrie und fordert nachhaltigere Baustoffe.
  • Blockade ist Teil bundesweiter Aktionstage des Bündnisses „End Cement“ am 17. und 18. Oktober.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Unterstützende des Bündnisses „End Cement“ haben am Freitagvormittag die Materialseilbahn des Holcim-Zementwerks in Dotternhausen blockiert. Nach Angaben des Bündnisses begann die Aktion gegen 11.25 Uhr. Zuvor hatte laut „End Cement“ eine Kundgebung vor dem Werkstor stattgefunden.

Die Blockade fand auf der Brücke der Seilbahn über der B27 statt. Über die Anlage werden normalerweise täglich rund 4.000 Tonnen Kalkstein transportiert. Drei Personen, zwei Männer im Alter von 37 und 25 Jahren sowie eine 25-Jährige, waren auf die Brücke geklettert und hatten dort mehrere Banner mit Aufschriften wie „Bäume statt Beton“ und „Holz statt Holcim“ angebracht.

Polizei leitet Verfahren ein

Wie die Polizei mitteilte, wurde die Bundesstraße aus Sicherheitsgründen für mehr als vier Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet. Ein Zeuge hatte die Gruppe kurz nach 11.30 Uhr bemerkt und die Polizei verständigt. Da sich die Personen zunächst weigerten, die Brücke zu verlassen, wurden Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz sowie eine Drohne hinzugezogen.

Nachdem sich die Einsatzkräfte zu den Aktivisten begeben hatten, stiegen diese schließlich selbstständig ab. Die 25-Jährige war ohne Sicherung auf die Brücke geklettert, weshalb sie von der Polizei gesichert werden musste. Verletzt wurde indes niemand. Die Sperrung konnte gegen 15.45 Uhr aufgehoben werden.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein.

„Bäume statt Beton“ und „Holz statt Holcim“ waren die gewählten Slogans der Klimaaktivisten.

„Bäume statt Beton“ und „Holz statt Holcim“ waren die gewählten Slogans der Klimaaktivisten.

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Nach Angaben des Bündnisses sollte die Aktion auf den CO₂-Ausstoß der Zementindustrie sowie auf mögliche Umweltfolgen der Zementproduktion aufmerksam machen. Mischa Bareuther, Sprecher von „End Cement“, kritisierte vor Ort den hohen Energieverbrauch und die Emissionen des Unternehmens.

Holcim äußert sich nicht

Die Blockade war Teil bundesweiter Aktionstage des Bündnisses, die am 17. und 18. Oktober an mehreren Orten in Deutschland stattfinden. Die Initiativen fordern eine sogenannte Bauwende – also den verstärkten Einsatz nachwachsender Baustoffe, die Sanierung bestehender Gebäude statt Neubau sowie Maßnahmen gegen Spekulation mit Wohnraum.

Das Zementwerk in Dotternhausen steht bereits seit Jahren im Fokus von Umweltinitiativen. Zu den Kritikern zählen unter anderem der Verein NUZ und das Aktionsbündnis Zement Zollernalb–Tübingen–Reutlingen. Bereits 2021 hatte es dort Kundgebungen und Blockadeaktionen gegeben.

Das Unternehmen Holcim wollte sich auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE nicht äußern.