Tipp-Kick-Club Balingen Headbangers: Eine Frage des Ballgefühls

Die Tipp-Kick-Community in Balingen ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Alle betreiben das Spiel mit Leidenschaft.
Andrea Maute- TKC Balingen Headbangers trainieren mittwochs, 19–22 Uhr, Generationenhaus Balingen.
- Tipp-Kick erfordert Ballgefühl, Konzentration, Taktik und viel Training.
- Club existiert seit mehr als 45 Jahren; Gründung im Jahr 1980.
- Profi-Ausrüstung kostet „ein paar hundert Euro“; Material für Neulinge wird gestellt.
- 1. Mannschaft stieg 2024 in die 2. Bundesliga auf; 2. spielt Regionalliga.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Thomas Will und Daniel Nater beugen sich über das Spielfeld. Der schwarz-weiße Ball liegt auf dem Anstoßpunkt – und in der Luft Konzentration, gepaart mit Vorfreude auf einen Trainingsabend im Kreise der Kollegen.
Die kleine Spielfigur, die mit zwei Fingern festgehalten wird, ist positioniert, der Zeigefinger nimmt Maß. Er ist beim Tipp-Kick das entscheidende Werkzeug, um den Knopf auf dem Kopf des Miniatur-Spielers zu betätigen und dadurch den Schuss auszulösen.
Routiniert bringt sich Thomas Will in Stellung – und drückt ab. Die Uhr zählt rückwärts, das Klacken des Balls durchbricht die gespannte Stille. Und dann geht es ganz schnell, um nicht zu sagen rasant. Tipp, kick, klack. Tipp, kick, klack. Spielzug folgt auf Spielzug. Die Geschwindigkeit, mit der die Spieler versuchen, den zweifarbigen zwölfeckigen Ball ins gegnerische Tor zu hämmern, ist enorm. Das Geschehen mit der Kamera einzufangen, schier unmöglich.
Taktisches Geschick gefragt
Halbzeit. Kurz durchatmen, einen Schluck trinken. Und sich dann wieder sammeln, um nach mehreren haarscharfen Versuchen doch noch in Torjubel ausbrechen zu können.
Am Ende der Partie stehen den Spielern die Schweißtröpfchen auf der Stirn. Und jetzt darf auch mal der Laie ran, die Redakteurin, die das Spiel als Zuschauer verfolgt hat.
Die kleine Spielfigur hat schon Zug zum Tor, doch den Ball mal so eben in selbigem zu versenken, ist nicht. Beim ersten Versuch rollt er nicht mal ansatzweise in Richtung Kasten. „Ruhig kräftiger tippen“, ermuntert Daniel Schneider. Und Präsident Markus Sense hat noch einen wertvollen Tipp parat: „Die Spielfigur muss näher zum Ball.“
Nach einigen Anläufen und der demonstrativen Nichtbetätigungen des Torwarts gelingt der Versuch. Und langsam aber sicher reift die Vermutung: alles eine Frage des Ballgefühls? „Definitiv“, bestätigen die Profis. „Und der Konzentration“, schickt Thomas Will hinterher. Denn diese ist beim Tipp-Kick entscheidend – ebenso wie taktisches Geschick und das gute alte Sprichwort „Ohne Fleiß kein Preis.“
Um ganz oben mitspielen zu können, ist viel Training vonnöten. „Bis man die Feinmotorik hat, dauert es“, weiß Thomas Will. Schließlich könne man sich auch nicht ohne Vorkenntnisse an ein Klavier setzen und direkt loslegen, bemüht er ein Beispiel.

Volle Konzentration - gleich fliegt der Ball.
Andrea MauteSeit mehr als 45 Jahren wird in Balingen nun schon Tipp-Kick gespielt. Zu den Gründungsmitgliedern im Jahr 1980 gehören neben Thomas Will und Markus Sense auch Lukas Homscheidt und Rüdiger Albrecht. Doch wie das nun mal so ist im Leben – im Laufe der Zeit ändern sich die Prioritäten. „Irgendwann hatten wir nur noch Augen für die Freundin und die Familie – und waren dann total aus dem Tipp-Kick raus“, lässt Thomas Will wissen. Als viele Jahre später zum „Alte-Säcke-Cup“ geladen wurde, flammte die Leidenschaft jedoch sofort wieder auf.
Erfolgreiche Spieler
Unter neuer Flagge und neuem Namen erlebte Tipp-Kick in Balingen sein Revival. Seit 2024 hat der TKC Balingen Headbangers, dem derzeit 14 feste Mitglieder angehören, sein Domizil im Generationenhaus. Jeden Mittwoch wird hier trainiert. „Gastspieler sind bei uns immer herzlich willkommen“, betont Markus Sense.
„Vor einiger Zeit haben zwei ältere Männer vorbeigeschaut. Beide kannten Tipp-Kick schon aus ihrer Jugend und sind begeistert von diesem Spiel“, erzählt Thomas Will. Auch sonst bleibt der eine oder andere gerne mal in Balingen hängen – nicht nur Gastspieler, sondern auch Profis.
Daniel Nater etwa reist zum Training eigens aus der Schweiz an. Er hat lange in Kaiserslautern gespielt und sich dann irgendwann für die Eyachstadt entschieden, was zeigt: Hier herrscht eine tolle Kameradschaft.
Wer gerne einmal in das Tipp-Kick-Spiel hineinschnuppern möchte, muss übrigens nichts mitbringen außer Interesse und guter Laune. Das Spielmaterial wird gestellt.

Beim Tipp-Kick sind nicht nur Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt. Auch taktisches Geschick ist vonnöten.
Andrea MauteWährend dieses bei Anfängern von der Stange kommt, haben die Tipp-Kick-Profis eine eigens auf sie zugeschnittene Ausrüstung. Die Spielfigur, mit der Thomas Will auf dem grünen Feld agiert, hat ein Gleitlager und einen Fuß aus Stahl. Für eine solche Profi-Ausrüstung müsse man schon mal ein paar hundert Euro in die Hand nehmen, lässt Markus Sense wissen. Doch über gutes Spielmaterial zu verfügen, lohnt sich.
Die 1. Mannschaft des TKC Balingen Headbangers hat im vergangenen Jahr den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft. Und die 2. Mannschaft spielt in der Regionalliga. Ein toller Erfolg für die Balinger Tipp-Kicker, die nicht nur mit Ehrgeiz, sondern auch mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft bei der Sache sind.
Tipp-Kick-Club Balingen Headbangers
Mehr Infos zum Verein gibt es unter https://sites.google.com/view/tkc-balingen-headbangers.
Trainiert wird immer mittwochs von 19 bis 22 Uhr im Werkstattraum des Generationenhauses in Balingen. Interessierte sind herzlich willkommen, das Spielmaterial wird gestellt.
