Thomas Bareiß nimmt Auszeit: Staatssekretär pausiert nach Anfeindungen mehrere Wochen

Thomas Bareiß befindet sich bereits in Jerusalem und plant Ende Februar zurückzukehren.⇥
Felix KästleDer CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen Thomas Bareiß hat am Donnerstag, 11. Januar, eine Auszeit von sechs bis acht Wochen angekündigt. „Meine Frau und meine Mitarbeiter können mich jederzeit erreichen.“ Grund für diesen Rückzug sei die Belastung, die mit seiner Tätigkeit als Staatssekretär im Wirtschafts- und Energieministerium einhergehe.
„Hinzu kam, dass ich in einer organisierten Kampagne heftig attackiert und angefeindet wurde. Das hat mich und meine Familie verwundet und hat tiefe Narben hinterlassen“, teilt Bareiß schriftlich mit. Die Auszeit verbringt Bareiß in der Dormitio Abtei in Jerusalem. Ende Februar wolle er „mit neuer Kraft, viel Energie, großer Motivation und bereichernden Gedanken und Erfahrungen“ sein Amt wiederaufnehmen.
Bareiß stand im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 im Mittelpunkt einer Kampagne, deren Ziel es war, eine Wiederwahl des gebürtigen Albstädters zu verhindern. Die Bürgerbewegung „Campact“ rief im Netz dazu auf, Johannes Kretschmann (Grüne) zu wählen. Bareiß wurde vorgeworfen, den Klimaschutz auszubremsen.
An Grenze der Belastbarkeit
Zur Jahreswende habe der Abgeordnete Bilanz gezogen: „So wurde mir bewusst, dass die vergangenen Jahre Spuren hinterlassen haben. Vergangenheit ist eben nie vergangen und bleibt anwesend. Vor allem die uns alle Kraft kostende Zeit der Corona-Pandemie und meine intensive sowie herausfordernde Tätigkeit als Staatssekretär im Wirtschafts- und Energieministerium im letzten CDU-geführten Kabinett haben mich an die Grenzen meiner physischen Belastbarkeit gebracht.“
Auch über die Kampagne im Jahr 2021 äußert sich der Abgeordnete: „Ich konnte mir bis dahin nicht vorstellen, dass man in einem solchen Ausmaß zum Ziel der Verachtung, des Hasses und der Geringschätzung werden kann. Glücklicherweise haben meine Familie und ich in dieser Zeit in unserer Heimat viel Rückhalt erfahren, wofür ich äußerst dankbar bin.“ Aus der Politik wolle er sich keinesfalls zurückziehen.
Das Benediktinerkloster in Jerusalem habe er aufgrund seiner Verbindung zur Erzabtei St. Martin zu Beuron gewählt. Bareiß ist Vorsitzender des Vereins der Freunde dieses Klosters. Beuroner Mönche gründeten die Abtei auf dem Berg Zion im frühen 20. Jahrhundert. „Ich bin mir sicher, an diesem ganz besonderen Ort des Glaubens wieder die nötige Klarheit und Kraft für meine Aufgaben zu finden. Auch sehe ich in meiner Ortswahl die einmalige Chance, in dieser schweren Zeit für die dort lebenden Menschen ein Zeichen der Solidarität und der praktizierten christlichen Menschenliebe setzen zu können. Deshalb werde ich meine aktive Mitarbeit und Unterstützung im Klosteralltag anbieten.“
