Tabuthema?: Warum wir mehr über Einsamkeit reden müssen


Einsamkeit hat viele Gesichter – und macht vor keinem Alter Halt. (Symbolfoto)
Paul Zinken/dpaEinsamkeit ist kein gesellschaftliches Randphänomen. Es gibt viele Gründe, warum inzwischen mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland Einsamkeit kennt. In einer Zeit ständiger Vernetzung wird das Gefühl, niemandem verbunden zu sein, paradoxerweise stärker statt schwächer. Und Studien zeigen, dass Einsamkeit ähnliche gesundheitliche Folgen haben kann wie Rauchen oder Bewegungsmangel.
Doch wie oft reden wir darüber? Wie oft gestehen wir uns ein, dass wir uns einsam fühlen? Dass wir gerne öfter Menschen treffen würden und uns daheim die Decke auf den Kopf fällt? Für viele ist es ein Eingeständnis von Schwäche oder wird als persönliches Scheitern empfunden. Dabei ist Einsamkeit strukturell mitbedingt. Es fehlen immer mehr Orte und Angebote für Begegnungen. Und die Kluft zwischen den Generationen wächst.
Einsamkeit hat viele Gesichter
Was also tun? Wir von der SÜDWEST PRESSE im Zollernalbkreis finden: Wir müssen mehr darüber reden. Daher starten wir ab dem 20. Oktober eine Themenreihe über Einsamkeit. Eine Woche lang finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, quer über die Seiten verteilt Artikel, die sich mit dem Thema Einsamkeit in verschiedenster Form befassen. Ein entsprechendes Logo weist Sie darauf hin.
Die Themenserie soll zeigen, dass Einsamkeit viele Gesichter hat – und dass es Wege gibt, ihr zu begegnen. Wir haben Menschen im Zollernalbkreis gesucht, die aktiv etwas gegen das Alleinsein unternehmen, die Räume für mehr Miteinander schaffen. Es sind Geschichten, die Mut machen und aufzeigen, dass uns Einsamkeit nicht bis ans Lebensende begleiten muss.
Diese Serie ist gleichzeitig eine Einladung: hinzusehen, zuzuhören, sich einzubringen. Einsamkeit ist kein individuelles Schicksal. Sie geht uns alle an, generationenübergreifend. Deshalb laden wir Sie ein, mit uns ins Gespräch zu kommen. Schreiben Sie uns, wenn Sie selbst betroffen sind, Projekte kennen oder Ideen haben, wie Menschen im Zollernalbkreis wieder mehr zusammenfinden können. Jede Geschichte, jeder Gedanke zählt. Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass niemand wirklich allein sein muss.