Staufermedaille für Adolf Klek: In vielerlei Hinsicht Großes geleistet

Aus den Händen von Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole-Hoffmeister Kraut (Zweite von Rechts) durfte Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille entgegennehmen. Es gratulierten Oberbürgermeister Dirk Abel (rechts) sowie Dr. Ingrid Helber und Horst Peter Öhler vom Balinger Bürgerverein.
Andrea Maute- Adolf Klek erhält Staufermedaille Baden‑Württemberg für herausragendes Ehrenamt.
- Geehrt als Heimatkundler, Kirchenmusiker und dienstältester Michaelsbruder.
- Verleihung im evang. Gemeindezentrum Balingen, viele Gäste und Reden.
- Stationen: Lehrer, Schulleiter, Schulamtsdirektor; 56 Jahre Kantor in Kloster Kirchberg.
- Klek dankt Familie, erinnert an 2018 verstorbene Ehefrau; neue Anfragen nimmt er an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Pfarrerin Birgit Wurster sprach von einem „besonderen Tag“, ihr katholischer Kollege Wolfgang Braun fasste es folgendermaßen in Worte: „Ehre, wem Ehre gebührt.“ Und wirklich kann man mit Fug und Recht sagen: Wer die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg erhält, hat in vielerlei Hinsicht Großes geleistet. Für die Gesellschaft und das Gemeinwesen im Allgemeinen. Und für die Menschen der eigenen Heimatstadt im Besonderen.
Kommt man auf die Verdienste von Adolf Klek zu sprechen, sind gleich mehrere Bereiche zu nennen. Denn sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement umfasst nicht nur die Tätigkeit als engagierter Heimatkundler. Er hat sich auch als Kirchenmusiker und Michaelsbruder hervorgetan.
All das würdigte bei der Verleihung im Rahmen des ökumenischen Seniorennachmittags im evangelischen Gemeindezentrum Hermann-Berg-Straße im Beisein zahlreicher Gäste eine Reihe von Rednern, die Adolf Klek allesamt ihren Dank für das aussprachen, was der 94-Jährige bis heute leistet.
Große historische Kompetenz
Mit welcher biblischen Figur könnte man den Geehrten vergleichen? Diese Frage hat sich Dekan Michael Schneider gestellt. Vielleicht mit König David, der mit ihm die Liebe zur Musik gemein hat? Durchaus. Aber einer, befand Dekan Schneider, passe noch besser: Lukas, der Apostel; „der einzige, der historisch gearbeitet hat.“ „Sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen ist wichtig, um die Gegenwart zu verstehen“, spannte er den Bogen zu Adolf Klek.
Dessen historische Kompetenz würdigte auch Oberbürgermeister Dirk Abel, der betonte: „Dass Sie 1977 ans Staatliche Schulamt nach Balingen gekommen sind, war ein großes Glück für die Stadt.“
Trotz seines stets anspruchsvollen Berufsalltags als Lehrer, Schulleiter, Ausbilder junger Lehrer und später Schulamtsdirektor habe sich Adolf Klek immer in den Dienst des Gemeinwohls gestellt, hob Landeswirtschaftsministerin Dr. Nicole-Hoffmeister Kraut hervor.
„Als begeisterter Heimatkundler haben Sie viele Jahrzehnte lang die Geschichte unserer Heimat, die Geschichte Balingens und der Region akribisch erforscht und in zahllosen Vorträgen, in Aufsätzen und Büchern Ihr Wissen und Ihre Leidenschaft mit anderen geteilt“, wandte sie sich an den Geehrten, in dessen Leben von jeher auch die Musik (insbesondere die Kirchenmusik) eine prägende Rolle spielt.
Engagierter Kirchenmusiker
Bereits früh war er als Organist und Kirchenchorleiter in Rommelsbach aktiv, später leitete er gleich mehrere Chöre, darunter den Kirchenchor in seinem Heimatort Heselwangen.
Mit 23 Jahren entschied sich Adolf Klek für den Eintritt in die Evangelische Michaelsbruderschaft, ist heute der dienstälteste Michaelsbruder überhaupt. Im Kloster Kirchberg erlebte er in dieser Zeit viele inspirierende Begegnungen.
Sage und schreibe 56 Jahre sei er dort als Kantor tätig gewesen, ließ die Ministerin wissen, die „den christlichen Glauben, die Kirchenmusik und die Geschichte unserer Heimat“ als „die drei mächtigen Wurzeln“ bezeichnete, aus denen sich das Leben von Adolf Klek speise und für die er sich zeit seines Lebens mit großem persönlichen Einsatz engagiere.
„Nicht nur die historische Forschung, sondern auch Kloster Kirchberg ist seit 1999 eine unserer Gemeinsamkeiten“, blickte Dr. Ingrid Helber vom Bürgerverein Balingen auf das gemeinsame Engagement, das unter anderem den Aufbau der Kunstsammlung Helmuth Uhrig umfasst.
Bedeutende Auszeichnung
Aus den Händen von Nicole Hoffmeister-Kraut durfte Adolf Klek anschließend die Staufermedaille nebst Urkunde entgegennehmen. Eine aufmerksame Stille herrschte im Raum, als er selbst ans Rednerpult trat. Sein Herz sei erfüllt von Dankbarkeit und Freude, betonte der Geehrte angesichts der zahlreichen Würdigungen. Als er im April 1953 als junger Lehrer seinen Beruf angetreten habe, habe dem Anfang – um es mit Hermann Hesse zu sagen – ein Zauber inne gelegen. „Und ein solcher Anfangszauber hat mein Leben immer wieder bestimmt“, ließ er die Anwesenden wissen.
Ein besonderes Anliegen war es Adolf Klek, an diesem Tag seiner 2018 verstorbenen Ehefrau Else zu gedenken, die ihn stets unterstützt habe. Heute darf er sich nicht zuletzt der Unterstützung seiner Kinder und Enkelkinder, die den Nachmittag gemeinsam mit Bezirkskantor Wolfgang Ehni musikalisch umrahmten, gewiss sein.
Und mit dem gewohnten Engagement geht er auch seine künftigen Aufgaben an. Was als Nächstes ansteht? „Ich habe die Anfrage einer Kirchengemeinde erhalten, einen Seniorennachmittag zu gestalten“, verriet der Geehrte und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Ich neige dazu, ja zu sagen.“
Die Staufermedaille
Die Staufermedaille ist eine besondere persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land Baden-Württemberg und seine Bevölkerung. Mit ihr werden Verdienste um das Gemeinwohl geehrt, die über die eigentlichen beruflichen Pflichten hinaus im Rahmen eines ehrenamtlichen, gesellschaftlichen oder bürgerschaftlichen Engagements erworben wurden und über viele Jahre hinweg erbracht worden sind.
