Städtebauförderung 2026
: Millionen für den Zollernalbkreis

Balingen, Bitz, Rangendingen und Schömberg kommen in den Genuss von Fördermitteln. In diese Projekte fließt das Geld von Land und Bund.
Von
Sebastian Buck
Zollernalbkreis
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Schematisch dargestellt ist das neue Zentrum „Buhren“ in Balingen-Frommern immerhin schon einmal fertig. Die Pläne und Konzepte wurden nun im TA vorgestellt.⇥

Schematisch dargestellt ist das neue Zentrum "Buhren" in Balingen-Frommern immerhin schon einmal fertig. Die Pläne und Konzepte wurden nun im TA vorgestellt.

Das neue Zentrum „Buhren“ in Balingen-Frommern war auch kommunalpolitisch immer wieder Thema in den vergangenen Jahren. Jetzt gibt es dafür ansehnliche Fördermittel im Rahmen der Städtebauförderung 2026.

Sebastian Buck (Archiv)
  • Land stellt dieses Jahr 270,63 Mio. Euro für 319 Maßnahmen in 283 Kommunen bereit.
  • Rund 22.800 neue Wohnungen geplant, 9700 werden modernisiert; Fokus auch Klima und Ortskerne.
  • In den Zollernalbkreis fließen über zwei Mio. Euro für vier Projekte.
  • Balingen 800.000 Euro (Zentrum Buhren), Bitz 500.000 (Groz-Siedlung).
  • Rangendingen 600.000 („Rangendingen Ost“), Schömberg 600.000 (Rathaus/Bahnhof).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen stellt in diesem Jahr rund 270,63 Millionen Euro für 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 283 Städten und Gemeinden Baden-Württembergs bereit. Dies gab Ministerin Nicole Razavi dieser Tage in Stuttgart bekannt. „Wir leisten einen großen Beitrag, damit die Städte und Gemeinden ihre drängenden städtebaulichen Herausforderungen bewältigen können“, so Razavi in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

„Die Städtebauförderung ist unser stärkstes Pferd im Stall. Damit helfen wir den Städten und Gemeinden dabei, die Lebensqualität der Menschen weiter zu verbessern und den Wandel vor Ort zu gestalten“, so die CDU-Ministerin. Das Förderspektrum sei dabei breit angelegt: Gebäude werden modernisiert, öffentliche Räume aufgewertet, grüne und blaue Infrastruktur in die Stadt gebracht und nicht zuletzt dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Das Programm ist laut Ministerium damit „quasi ein Alleskönner“ in der Förderlandschaft von Bund und Land – und ein verlässlicher Partner der Kommunen seit 55 Jahren.

Rund 22.800 neue Wohnungen

Allein durch die diesjährigen Bewilligungen sollen rund 22.800 neue Wohnungen in den kommenden Jahren entstehen, davon rund 4500 in neuen Sanierungsgebieten. Weitere rund 9700 Wohnungen sollen umfassend modernisiert werden, davon etwa 2400 in neuen Sanierungsgebieten. Neben der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum stehen die Stärkung der Ortskerne, die Aktivierung von Gewerbebrachen und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Fokus. „Ein lebendiges und lebenswertes Umfeld für die Menschen ist uns ganz wichtig“, erklärte Ministerin Razavi. Dazu zählen auch Orte des Zusammenkommens für Groß und Klein, Grünanlagen, Kindergärten, Jugendhäuser und Nahversorgung. In diesem Jahr werden 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 283 Kommunen unterstützt. Darunter befinden sich 57 neue Maßnahmen und 262 bereits bestehende Sanierungsgebiete, für die weitere Mittel bewilligt werden. Das Programm ist weiterhin mehrfach überzeichnet. Das Fördervolumen für die berücksichtigten Maßnahmen beträgt insgesamt 270,63 Millionen Euro, davon stammen rund 104 Millionen Euro vom Bund.

Insgesamt fließen im Zuge des Programms mehr als zwei Millionen Euro in den Zollernalbkreis. Konkret werden vier Projekte bezuschusst: Nach Balingen gehen 800.000 Euro für das Zentrum Buhren, Bitz erhält 500.000 Euro für die Groz-Siedlung, Rangendingen 600.000 Euro für das Gebiet „Rangendingen Ost“ und zum Schluss fließt die gleiche Summe auch nach Schömberg zur Aufwertung von Rathaus und Bahnhofsbereich.

Von Aufenthaltsflächen bis zu alter Gebäudesubstanz

Ein genauerer Blick auf die vier Projekte zeigt, wie unterschiedlich die Mittel eingesetzt werden. In Balingen wird die Maßnahme im Teilort Frommern gefördert, um das Zentrum attraktiver zu gestalten und den öffentlichen Raum aufzuwerten. Dabei stehen die Gestaltung von Aufenthaltsflächen und Maßnahmen zum Klimaschutz im Vordergrund. In Bitz geht es um die städtebauliche Erneuerung der Groz-Siedlung, wo alte Gebäudesubstanz modernisiert werden soll. Ziel ist die Aufwertung des Wohnumfelds und die Verbesserung der Infrastruktur im Quartier. Städtebauliche Strukturen stärken und die Lebensqualität verbessern, das ist auch Sinn der Übung in Rangendingen. Mit der Summe werden die laufenden Sanierungsmaßnahmen im Gebiet „Rangendingen-Ost“ weiter unterstützt. In Schömberg werden die 600.000 Euro für Maßnahmen rund um das Rathaus und den Bahnhofsbereich eingesetzt, indem bestehende Sanierungstätigkeiten weiter ausgebaut werden. Diese Förderung dient vor allem der Stärkung des Ortskerns und einer attraktiven Gestaltung dieser zentralen Bereiche, ist aus den detailierteren Erklärungen des Ministeriums zu entnehmen.

Wen den Zuschuss natürlich ebenfalls erfreut, das ist Nicole Hoffmeister-Kraut. Die aus Balingen stammende Landeswirtschaftsministerin lässt sich in einer entsendeten Pressemeldung wie folgt zitieren: „Bezahlbarer Wohnraum und lebendige Innenstädte sind für mich von großer Bedeutung. Umso mehr freue ich mich, dass im Zollernalbkreis die Kommunen Fördermittel erhalten.“

Hintergrund zur Städtebauförderung

Seit 1971 ist die Städtebauförderung als gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ein Instrument der städtischen Erneuerung. Sie unterstützt die Kommunen dabei, ihre Städte an wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen anzupassen. So werden zum Beispiel die Errichtung von Kindergärten und Spielplätzen, die Schaffung von Grünanlagen sowie barrierearmen Zugängen oder die Sanierung auf den aktuellen Stand der Technik gefördert. Mit Hilfe der Städtebauförderung konnten in Baden-Württemberg bereits mehr als 900 Kommunen in über 3400 Sanierungs- und Entwicklungsgebieten ihre städtebauliche Entwicklung voranbringen. Über neun Milliarden Euro Bundes- und Landesfinanzhilfen wurden den Kommunen dafür in den vergangenen Jahrzehnten laut Ministerium zur Verfügung gestellt.