Generationenhaus Balingen
: Sprachcafé – wo Worte ganz nebenbei wachsen

Sich in entspannter Atmosphäre austauschen und dabei die deutsche Sprache üben - dazu lädt das Sprachcafé im Balinger Generationenhaus ein. Ein Besuch.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Sprachcafé

Im Sprachcafé kommen Frauen, die ihr Deutsch verbessern möchten, und Muttersprachlerinnen zusammen.

Andrea Maute
  • Sprachcafé im Generationenhaus Balingen: Frauen üben Deutsch in entspannter Runde.
  • Angebot ist niederschwellig und kein Kurs, Ziel ist Kommunikation und Austausch.
  • Teilnehmerinnen mit verschiedenen Niveaus unterstützen sich, Programm entsteht gemeinsam.
  • Aktivitäten reichen von Sprachspielen bis Kochen und Spaziergängen – je nach Interesse.
  • Treffen finden in der Regel zweimal monatlich montags um 10 Uhr statt, ohne Anmeldung.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Montagvormittag im Generationenhaus: Nach und nach füllt sich der Saal mit Frauen, die dasselbe Ziel haben: Sie möchten ihre Deutschkenntnisse verbessern. Und wo könnte man dies in ungezwungenerem Rahmen tun als im Sprachcafé? Hier trifft man sich, tauscht sich aus, knüpft Kontakte - und übt ganz nebenbei die Sprache.

Das Sprachcafé ist, wie die Integrationsbeauftragte der Stadt Balingen, Jasmin De Barros, erklärt, ein niederschwelliges Angebot, bei dem alle Frauen eingeladen sind, sich in entspannter Atmosphäre zu unterhalten und durch Sprache zueinander zu finden. Es ersetzt keinen Kurs, sondern basiert auf dem Prinzip, dass Kommunikation der zentrale Motor für den Spracherwerb ist. Einfach mal lossprechen - dazu fehlt Nichtmuttersprachlern in bestimmten Situationen aber oft der Mut. Bei den Treffen im Generationenhaus passiert das hingegen ganz nebenbei. Und die Angst vor Fehlern rückt unwillkürlich in den Hintergrund.

Doch nicht nur Frauen, die ihre Sprachkenntnisse vertiefen möchten, sind willkommen, sondern auch Muttersprachlerinnen, die Freude am Austausch haben und unterstützen möchten. „Einige sind schon von Anfang an mit dabei“, sagt Jasmin De Barros, die das Sprachcafé mit Anne Bohn vom Generationenhaus leitet.

Alle unterstützen sich gegenseitig

Manche der Frauen, die zum Lernen kommen, sind erst seit Kurzem in Deutschland, andere schon länger. Dementsprechend unterschiedlich sind die Sprachniveaus. Das ist im Generationenhaus jedoch kein Problem, denn alle sitzen gemeinsam am Tisch und unterstützen sich gegenseitig.

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Zu Beginn gibt es Namensschilder und eine kleine Vorstellungsrunde. Danica etwa ist schon lange hier. „Ich finde es schön, andere Menschen kennenzulernen“, sagt sie über ihre Motivation, das Sprachcafé zu besuchen.

Seit nunmehr vier Jahren in Deutschland lebt Ayse. Die Elektroingenieurin und zweifache Mutter hofft auf eine baldige Teilnahme am B2-Deutschkurs, der zur oberen Mittelstufe der deutschen Sprache führt. An den Treffen im Generationenhaus nimmt sie regelmäßig teil.

Auch dieses Mal sieht man dort, sehr zur Freude der Leiterin, neue Gesichter. Unter den drei Frauen, die zum ersten Mal mit dabei sind, ist Maimuna aus Gambia. Die Teilnahme ans Herz gelegt hat ihr Inge Dölker, die in der Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie Bezirksstelle Balingen tätig ist. Sie besucht das Sprachcafé an diesem Vormittag, um sich zum einen darüber zu informieren. Zum anderen möchte sie ihren Klientinnen aber auch die Scheu nehmen, das Angebot wahrzunehmen. Denn ist eine bekannte Person vor Ort, ist die Hürde deutlich niedriger.

Die Teilnehmerinnen dürfen sich einbringen

Gestaltet werden die Treffen ganz unterschiedlich. Bei vorherigen Terminen wurde etwa gemeinsam Kürbissuppe gekocht und getanzt, Spaziergänge führten auf den Heuberg und in die Balinger Innenstadt - „je nachdem, wo die Interessen liegen“, erklärt Jasmin De Barros. Denn wichtig ist den Verantwortlichen, dass das Programm nicht strikt vorgegeben ist, sondern dass die Frauen auch eigene Ideen einbringen dürfen.

Dieses Mal stehen verschiedene Sprachspiele im Mittelpunkt. Auf dem Tisch liegen Karten, auf denen Lebensmittel abgebildet sind. „Weiß jeder, was ein Picknick ist?“, fragt Jasmin De Barros in die Runde - und erntet Kopfnicken. Und was würde man dazu mitnehmen? Einen Salat zum Beispiel. Oder Trauben. Schwieriger wird es, wenn man die Dinge näher spezifiziert. „Kopfsalat“ etwa ist allen fremd. Ebenso die Rispe, an der die Trauben hängen.

Auch durch Umschreiben auf den richtigen Begriff zu schließen, ist für Nichtmuttersprachler nicht einfach. „Ein Tier, das bellt, ist ein ...“ Bei „bellt“ runzeln die Teilnehmerinnen die Stirn. Das ist neu in ihrem Wortschatz.

Alle beeindruckt hat bei diesem Spiel der fünfjährige Mohammed, der seine Mutter ins Sprachcafé begleitet. „Wo hast du so gut Deutsch gelernt?“, fragt ihn seine Nebensitzerin. Im Kindergarten, den der Junge am vorherigen Wohnort der Familie besucht hat.

Noch sehr schwierig ist das Ratespiel hingegen für Maimuna, die beim Deutschlernen noch ganz am Anfang steht. Dennoch macht sie mit und versucht die Begriffe durch Gesten zu erklären. Am Ende hat auch sie viele neue Wörter gelernt und Inge Dölker freut sich für ihre Klientin.

Durch Sprache zueinander finden

Das Sprachcafé im Generationenhaus in Balingen (Filserstraße 9) findet in der Regel zweimal monatlich statt. Aktuell montags um 10 Uhr.

Die Termine findet man unter www.generationenhaus-balingen.de.

Alle Frauen sind herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. (07433) 170-4893 oder generationenhaus@balingen.de.