Schulden im Zollernalbkreis: Nur vier Kommunen im Kreis sind schuldenfrei

Die öffentliche Verschuldung in Deutschland ist 2022 mit rund 2,37 Milliarden Euro auf ein Rekordhoch gestiegen. In Bremen liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 33 264 Euro.⇥
Rolf VennenberndVon 1101 Kommunen in Baden-Württemberg waren zum Ende des vergangenen Jahres 93 schuldenfrei und 53 haben eine Pro-Kopf-Verschuldung von unter 100 Euro. Kleine Gemeinden schneiden besser ab als große Städte. Das zeigt die Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
Unter den kleineren Kommunen – mit unter 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern – sind die meisten der schuldenfreien Gemeinden vertreten. Mehrheitlich haben schuldenfreie Kommunen sogar weniger als 5000 Einwohnerinnen und Einwohner. Schuldenfrei bedeutet, dass weder Kernhaushalt noch Eigenbetriebe einer Gemeinde Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich aufweisen.
Von Böllen bis Bietigheim-Bissingen
Die kleinste schuldenfreie Gemeinde ist Böllen im Landkreis Lörrach mit 103 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gefolgt von Börslingen im Alb-Donau-Kreis (173 Einwohnerinnen und Einwohner) und Wörnersberg im Landkreis Freudenstadt (202 Einwohnerinnen und Einwohner). Die größte schuldenfreie Stadt ist Bietigheim-Bissingen im Landkreis Ludwigsburg mit 43 582 Einwohnerinnen und Einwohnern. Gefolgt von Engen im Landkreis Konstanz (11 191 Einwohnerinnen und Einwohner) und Lorch im Ostalbkreis (10 965 Einwohnerinnen und Einwohner). Der Zollernalbkreis hat 893 Euro Schulden je Einwohner.
Zum Vergleich: In den Landkreisen Reutlingen, Rottweil und Tübingen gab es 2022 jeweils nur eine schuldenfreie Kommune: Wannweil, Dietingen und Neustetten. In Sigmaringen sind Hettingen und Herdwangen-Schönach schuldenfrei. Im Zollernalbkreis sind 2022 vier Kommunen schuldenfrei: Jungingen mit 1383 Einwohnern, Ratshausen mit 748 Einwohnern, Straßberg mit 2486 Einwohnern und Weilen unter den Rinnen mit 598 Einwohnern. 2021 gehörten Meßstetten, Rangendingen, Rosenfeld und Nusplingen noch zu den schuldenfreien Kommunen.
Weitere 53 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg wiesen zwar keine „Null-Verschuldung“ auf, ihre Pro-Kopf-Verschuldung lag aber bei unter 100 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Die Verschuldung der baden-württembergischen Städte und Gemeinden sowie ihrer Eigenbetriebe liegt insgesamt bei knapp mehr als 15,8 Milliarden Euro beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 1408 Euro. Damit liegt der Zollernalbkreis noch deutlich unter dem Durchschnitt.
290 Gemeinden höhere Pro-Kopf-Schuldenlast als Durchschnitt
Die Stadtkreise weisen dabei mit 2120 Euro je Einwohnerin und Einwohner eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung auf als die kreisangehörigen Gemeinden mit 1245 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Bei kreisangehörigen Kommunen zeigt sich zudem, dass die Pro-Kopf-Verschuldung mit zunehmender Einwohnerzahl in der Tendenz zunimmt. Die Spannweite kann jedoch innerhalb einer Gemeindegrößenklasse sehr groß sein. In Baden-Württemberg haben 290 Gemeinden eine höhere Pro-Kopf-Schuldenlast zu tragen als im Landesschnitt. Darunter sind 143 Gemeinden mit mehr als 2000 Euro je Einwohnerin und Einwohner verschuldet.
