Schlagerspaß Schlichemtal
: Auflösung und Jubiläum im selben Jahr

Seit zehn Jahren gibt es schon die Plettenberg Stammtischmusig, was fulminant gefeiert wurde. Das Quintett Wenzelstein hingegen sagt Adieu.
Von
Jennifer Dillmann
Hausen am Tann
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10 Jahre Quintett Wenzelstein

Zehn Jahre Plettenberg Stammtischmusig wurde mit einem außergewöhnlichen Jubiläumskonzert gefeiert. Star des Abends war kein Geringerer als der serbische Oberkrainer-Enkel Sašo Avsenik (dritter von links).

Plettenberg Stammtischmusig
  • Plettenberg Stammtischmusig feiert 10-jähriges Jubiläum mit Konzert und Gast Sašo Avsenik.
  • Band nahm erstmals Songs im Tonstudio auf – Veröffentlichung ab August auf Spotify und iTunes.
  • Quintett Wenzelstein löst sich nach 19 Jahren auf – Gründe: Tod eines Mitglieds und logistische Hürden.
  • Kein Nachfolger für Oberkrainer-Gala in Hausen am Tann – Benefizkonzert endet nach Corona.
  • 2007 reiste das Schwabenland-Trio um die Welt – unvergessliche Auftritte in Argentinien und Brasilien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ein Jahr lang haben wir das Event organisiert und sind richtig glücklich, dass es so gut abgelaufen ist“, blickt Jens Neher zurück. Vor zehn Jahren wurde die Plettenberg Stammtischmusig (PSM) als lose Zusammenstellung im Schömberger Gasthof „Plettenberg“ gegründet. Literatur wurde gespielt, was die Musiker gerade dabei hatten. So richtig als Formation fand man dann beim SWR4-Blechduell zusammen. Bis zur Endausscheidung schafften es die acht Musiker damals.

Oberkrainer-Star im Schlichemtal

Heute besteht die Plettenberg Stammtischmusig aus sechs leidenschaftlichen Musikern: Adrian Hummel (Flügelhorn), Gerd Edelmann (Flügelhorn), Karl „Mäx“ Helble (Tenorhorn und Baßflügelhorn), Jens Neher (Akkordeon und Gesang), Ralf Edelmann (Helikon und Gesang) und Rüdiger Merz (Schlagzeug). Als Highlight für ihr Jubiläumskonzert, das sie am Abend vor Fronleichnam in der Wehinger Schlossberghalle veranstalteten, haben sie sich etwas ganz Besonderes überlegt.

Denn Hauptact des Abends war – neben der PSM selbst – kein Geringerer als Sašo Avsenik aus Slowenien. „Sein Heimatdorf Begunje ist wie eine Pilgerstätte für uns“, kommentiert Neher. Sašos Großvater, Slavko Avsenik, war nämlich in den 1950er-Jahren Begründer der Oberkrainer Musik, die im Schlichemtal dank der „Oberkrainer Gala“ in Hausen am Tann inzwischen auch an Bekanntheit gewonnen hat. Der Enkel dürfte all jenen ein Begriff sein, die regelmäßig den „Schlagerspaß mit Andy Borg“ im Fernsehen verfolgen. Und eben jenen brachten die sechs Schlichemtal-Musiker auf die Wehinger Bühne vor mehr als 650 Gästen.

PSM erstmals im Tonstudio

Doch in diesem Fall ist der Abschied noch weit, wie Neher erklärt: „Es geht weiter bei uns. Die zehn Jahre sind nicht der Endpunkt. Mit einem vollen Terminkalender schauen wir zuversichtlich in die Zukunft.“

Neben der Musik verbindet die Musiker inzwischen auch eine enge Freundschaft. Das Jubiläumsjahr ist vom vergangenen Konzert geprägt. Doch ein weiteres Highlight war eine dreitägige Ausfahrt, die Ende Mai unternommen wurde. 44 Leute saßen im Reisebus – und nur zwei wussten, wohin es geht. Für Fan Hermann wurde das Salzburger Land als Destination auserkoren.

Und eine weitere Premiere darf nicht unerwähnt bleiben: Ebenfalls im Mai stand die Plettenberg Stammtischmusig im Tonstudio, um erstmals vier Titel aufzunehmen. „Damit man endlich mal was von uns auf Spotify und iTunes runterladen kann“, merkt Neher an. Spätestens ab August dürfen sich die Fans über drei Tracks im typischen PSM-Sound freuen sowie ein Blasmusik-Medley mit den größten Hits der letzten Jahrzehnte.

Quintett Wenzelstein beim Schlagerspaß mit Andy Borg

Eins der Highlights in 19 Jahren Quintett Wenzelstein waren zwei Auftritte beim „Schlagerspaß mit Andy Borg“. Damals noch mit Franz Neher (zweiter von rechts).

Quintett Wenzelstein

Weniger erfreulich endet es für das Quintett Wenzelstein. Zuletzt umfasste die Formation Jens Neher (Gitarre und Gesang), Karl Helble (E-Bass uns Bariton), Martin Zettel (Akkordeon), Thomas Kimmi (Trompete) und Gerd Schmid (Klarinette). Mit dem Tod von Gründungsmitglied Franz Neher im Jahr 2023 war es für die Band nicht mehr dasselbe.

„Lieber ein klarer Schlussstrich“

Bedingt durch unterschiedliche Lebenssituationen, wie etwa Zettels Wohnort Pforzheim und Schmids an der Schweizer Grenze, wurde das Zusammenkommen für Proben erschwert. Auch wenn das Quintett Wenzelstein im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen hätte feiern können, entschieden sich die Mitglieder: „Lieber einen klaren Schlussstrich anstatt es künstlich am Leben zu erhalten.“

Als außergewöhnliche Erfahrungen, die den Musikern im Gedächtnis bleiben, nennt Neher zwei Auftritte beim „Schlagerspaß mit Andy Borg“, ein Wettbewerb in Slowenien, das Oberkrainer Festival am Chiemsee und das Oktoberfest Köln, der Quintett-Stammplatz wird jedoch von den Jauchzaaa abgelöst. Eine Lösung für die Oberkrainer-Gala, die das Quintett jährlich in Hausen am Tann veranstaltete, hat sich jedoch nicht ergeben. Das Benefizkonzert für krebskranke Kinder nahm ein Ende mit den Beschränkungen der Corona-Zeit.

Einmal um die Welt

Unvergessen bleibt natürlich auch die Zeit, in der Franz und Jens Neher gemeinsam mit Karl Helble 2007 als Schwabenland-Trio um die Welt reisten. Zwei Wochen lang ging es inklusive Schlager-Auftritten quer durch Argentinien und Brasilien. „Es waren wunderschöne 19 Jahre und ich hatte großes Glück, mit meinem Papa gemeinsam musizieren zu dürfen. Das ist besonders und wird auch in unseren Herzen bleiben. Aber wir haben mit der Auflösung des Quintetts Frieden geschlossen. Alles im Leben hat so seine Zeit.“