Realschule Balingen: Die Sanierung geht in die nächste Runde

Die Realschule in Balingen wird seit vielen Jahren abschnittsweise saniert. ⇥
Janina HirschDass die Sanierung am Ende günstiger ist wie ein Neubau, da waren sich spätestens nach den präsentierten Zahlen im Balinger TA jüngst alle einig. Architekt Till Wäschle zeigte nämlich den aktuellen Zwischenstand bei der Sanierung der Balinger Realschule.
Wobei „aktuell“ hier relativ ist: Seit 2009 arbeitet man schon an der Balinger Schulsanierung. Die ist auch nötig, so Till Wäschle, nicht zuletzt aus Brandschutzgründen: „In den 1970er-Jahren hat man das so gebaut, dass der Rauch in die Gänge ziehen konnte.“ Außerdem befindet sich Styropor in den Zwischendecken – höchst ungut, hat das Material doch die grässliche Eigenschaft im Brandfall heiß zerfließend von der Decke zu tropfen.
Zwei Fluchttreppen angebracht
Inzwischen ist das Gebäude aber auch schon mit zwei Fluchttreppen außen versehen, das Tragwerk wurde zwischen 2017 und 2020 nachhaltig saniert und eine Dachsanierung wurde vorgenommen. All das wurde gemacht, um den Betrieb „mittelfristig“ gewährleisten zu können. Man wolle, so Wäschle, das Gebäude für die nächsten 30 Jahre noch nutzbar erhalten, lautet das erklärte Ziel.
Das ist zwar nicht günstig zu haben, wohl aber deutlich günstiger als ein Neubau. Stand Ende 2023 ist man aktuell bei zirka 19,9 Millionen Euro an Sanierungskosten. Ein Neubau allerdings, rechnet Wäschle vor, würde mindestens um die 40 Millionen Euro vertilgen. 2025 soll nun mit den nächsten Bauabschnitten begonnen werden, Dach und die Wände sind dann dran, unter Umständen könnte auch ein Aufzug die Barrierefreiheit herstellen, wobei das nicht günstig zu haben ist, hat die Balinger Realschule doch gleich mehrere verschiedene Ebenen. „Durchaus beträchtliche Kosten“, seien da über die Jahre aufgelaufen, kommentierte Oberbürgermeister Dirk Abel. Auch Klaus Hahn (CDU) sah das so: „Die Stille im Raum macht klar, welche Aufgabe wir da vor uns haben.“ Aber keiner könne sagen, man hätte es nicht gewusst, so der CDU-Mann.
Pädagogische Prüfung gefordert
Markus Wochner (Freie Wähler) wünschte sich noch, dass man auch eine „pädagogische Prüfung“ vornimmt und bei der Sanierung mitdenkt. Gerade in Bezug auf die Gestaltung der Räume oder ähnliches. Zu diesem Thema habe man natürlich schon auch mit der Schulleitung Rücksprache gehalten, die würden aktuell aber keine großen Wünsche nach Änderungen verspüren, verdeutlichte Wäschle. „Aber die Schrägklassenzimmer werden abgeschafft“, stellte der Architekt klar, dass zumindest diese nicht mehr zeitgemäß seien, gerade auch beim Unterricht von Naturwissenschaften.
Ein Problem stellt noch die Außenfassade dar, genauer gesagt die Halterung der Wandteile. Die sind nämlich innen mit Winkeln am Tragwerk befestigt. „Das hält wohl keine 30 Jahre mehr, fällt aber jetzt auch nicht runter“, beruhigte Till Wäschle umgehend. Nichtsdestotrotz müsse man das eben ertüchtigen und die Halterungen ergänzen, wenn ohnehin eine wärmedämmende Hülle außen angebracht werde. Dietmar Foth (FDP) sprach davon, dass die Schulsanierungen das Gremium ja schon seit Jahren begleiten und bezeichnete die Sanierung der Realschule, im Vergleich zu einem Neubau, gar als „Schnäppchen“. Gut sei, dass während der zwei Umbauphasen, die wohl bis 2029 andauern werden, der Schulbetrieb weitergehen könne. Aber, das betonte auch Wäschle, werde es nicht ganz ohne Einschränkungen gehen.
Da wird man sich dann aber zu gegebener Zeit Gedanken machen. Der TA nahm den vorgestellten Sachstand zur Kenntnis. Klar ist, das wurde am Ende auch betont, wegschieben kann man diese zweifellos teure Geschichte nicht.
20
Jahre hat man dann am Ende an der Realschule in Balingen saniert, sofern man fertig ist im Jahre 2029. Die Arbeiten sind aber auch bitter nötig wegen des Brandschutzes.
