Planspiel in Balingen: Mit Ideen aus der Krise – wie Schüler einen fiktiven Fahrrad-Hersteller retten

Aktive Senioren als Zielgruppe? Die Idee überzeugte alle bei dem Wirtschaftsplanspiel an der Balinger Sichelschule.
novahelden- Neuntklässler der Sichelschule Balingen retten im Planspiel einen fiktiven Fahrradhersteller.
- Fokus auf aktive Senioren: E-Bike-Leihsystem mit Café-Kooperationen und Routenvorschlägen.
- Schüler erlebten Praxis in Innovation, Marktanalyse, Marketing und Finanzplanung.
- Projekt fördert Problemlösung, Teamarbeit und unternehmerisches Denken.
- Unterstützt von „econoyou“, „novahelden“, IHK Reutlingen und lokalen Sponsoren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Balinger Fahrrad-Hersteller „spinX“ steckt tief in der Krise: Die Produktion steht still, die Zahlen sind rot, das Geschäftsmodell überholt. Dieses fiktive und zugleich realistische Szenario war der Einstieg in ein außergewöhnliches Wirtschaftsplanspiel an der Sichelschule Balingen. Rund 20 Neuntklässler versetzten sich einen Tag lang in die Lage eines Unternehmens, das durch Marktveränderungen, Preisdruck und schwache Marktposition in Schieflage geraten ist. Ihre Aufgabe: Mit frischen Ideen und Teamgeist ein zukunftsfähiges Konzept entwickeln.
Die Jugendlichen übernahmen Rollen in Geschäftsführung und Finanzen, Innovation, Markt- und Zielgruppen sowie Marketing. Begleitet wurden sie von Janina Rüger-Aamot und Vera Lyko von „econoyou“, Monika Laun von „novahelden“ sowie Sabine Bahnmüller und Tanja Frese von der IHK Reutlingen. Als „Sparringspartnerinnen“ brachten sie ihre Erfahrung aus Gründungsberatung, Marketing und Unternehmensentwicklung ein.
„Ein Unternehmen zu retten – das können wir im Schulunterricht so wirklichkeitsnah nicht abbilden. Das Planspiel passt perfekt in unser Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Manuela Richter.
Wirtschaft zum Anfassen
Die Ausgangslage: keine einfache Rettungsaktion, sondern ein durchaus realistisches Szenario. Nach intensiver Ideensammlung überzeugte eine Schülergruppe das gesamte Team mit einem überraschenden Ansatz – der Fokus sollte auf aktive Senioren gelegt werden. „Es gibt viele ältere Menschen, die noch sehr fit und mobil sind – meine Oma zum Beispiel!“, sagte ein Schüler aus dem Team.
Die Idee: ein E-Bike-Leihsystem kombiniert mit einem bundesweiten Netzwerk aus Café-Kooperationen – ergänzt durch Kartenmaterial, Bikezubehör und persönliche Routenvorschläge. Kein fertiges Produkt, aber ein tragfähiges Konzept, das die Jugendlichen hinsichtlich Marktchancen, Machbarkeit und Wirkung diskutierten und weiterentwickelten.

Gemeinsam ein Unternehmen retten? Die Schülerinnen und Schüler der Balinger Sichelschule machen es vor.
novaheldenEin Tag, der in Erinnerung bleibt
Dabei erlebten sie, wie Innovationen mithilfe kreativer Techniken entstehen und wie Marktanalyse, Marketing und Finanzen zusammenspielen. „Uns ging es nicht nur um Wirtschaft im engeren Sinn, sondern um Problemlösungskompetenz, eigenständiges Denken und Teamarbeit“, betonte Janina Rüger-Aamot. Vera Lyko ergänzte: „Wir wollten zeigen, wie viel Innovationsgeist in so einer jungen Gruppe steckt, wenn man ihnen zutraut, echte Herausforderungen zu lösen.“
Auch Monika Laun hob hervor, wie wichtig Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit seien, Ideen marktreif zu präsentieren.
Unternehmertum erleben – nicht nur verstehen
Alle Schülerinnen und Schüler erhielten zum Abschluss eine Teilnahmeurkunde, viel Applaus und Lob von den Initiatorinnen sowie von der stellvertretenden Schulleiterin Manuela Richter. Ein besonderer Dank ging an die Sponsoren Holcim – Jan Schwarz, Rau Arbeitsplatzeinrichtungen – Dina Endress und WS Weinmann & Schanz – Patrick Rösler, die das Projekt als Kooperationspartner der Schule mit Arbeitsmaterialien und kleinen Motivationsgeschenken für die Schülerinnen und Schüler unterstützten.
„Wir freuen uns, dass die Sichelschule Balingen so offen für neue Formate ist und solche Ideen gemeinsam mit uns im Sinne der Schülerinnen und Schüler voranbringt“, so das Fazit der Initiatorinnen. Der Schulterschluss mit der Wirtschaft hat hier funktioniert – und gezeigt, wie sich Praxis, Kreativität und Bildung sinnvoll verbinden lassen.
Auch die IHK sieht das so. Jeannette Klein, Leiterin der Bereiche Gründung, Start-ups und Nachfolge, bringt es auf den Punkt: „Man kann nicht früh genug beginnen, Unternehmertum und wirtschaftliches Denken zu wecken. Und genau das beginnt schon in der Schule.“