Pfarrkirche Heiligenzimmern: Schon 175 Jahre auf dem Buckel

Die Pfarrkirche im Rosenfelder Teilort Heiligenzimmern ist ein ganz besonderer Ort.
Jens Schlehe- Die Pfarrkirche St. Patricius in Heiligenzimmern feiert 175 Jahre Bauvollendung und 160 Jahre Kirchweihe.
- Der Bau begann 1847; trotz Not und Armut realisierte die Gemeinde das Projekt in 1,5 Jahren.
- Der Hochaltar und Innenausstattung stammen von Johann Nepomuk Meintel, teils bis heute erhalten.
- Am 13. und 14. September finden Führungen zum Kirchenschatz und Dachtragwerk statt.
- Am 14. September lädt die Gemeinde zur Hockete mit Speisen und Getränken ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die im Stil der Neugotik erbaute Pfarrkirche darf sich in diesem Jahr über gleich zwei denkwürdige Jubiläen freuen: zum einen das 175-jährige Jubiläum zur Vollendung des Bauwerks und zum anderen die Kirchweihe, die 160 Jahre zurückliegt. Blickt man in die Geschichte der Pfarrkirche St. Patricius zurück, so wird deutlich, welche Herausforderungen das kleine Dorf im Stunzachtal auf sich nahm, um dieses Monument Wirklichkeit werden zu lassen. Heute wird deutlich, welch bemerkenswerte Leistung die Erbauer einst erbrachten, wenn man die Abmessungen des weit in die Höhe ragenden Sakralbaus bedenkt.
Blickt man in die alten, handschriftlich vorliegenden Dokumente im Pfarrarchiv, zeigt sich, was die damalige Bevölkerung für die Realisierung einer Vision auf sich nahm. In Briefen vom 4. Juli 1844 heißt es, die Gemeinde habe drei Fehljahre in Folge erlebt. Die Gemeinde sei arm und habe infolge der schlechten Ernten viel gelitten. Recherchiert man weiter, so belegen die Quellen, dass der Wille zum Bau der Pfarrkirche in der Gemeinde überaus hoch war. Die Mittel zum Bau der „neuen Pfarrkirche“ wurden herbeigeschafft – wie eine damals rund 450 Einwohner zählende Gemeinde dies bewerkstelligte, ringt heute noch allergrößten Respekt und Ehrfurcht ab.
Grundsteinlegung erfolgte 1847
Bereits im November 1844 wurde das Forstamt auf Erlass des Oberamtes Haigerloch angewiesen, die beantragten Holzfällungen für den beachtlichen Dachstuhl vorzunehmen. In den darauffolgenden vier Jahren fanden Holzfällungen in den „Pfarr- und Heiligenwaldungen“ in Heiligenzimmern statt. Die Arbeiten waren so umfangreich, dass zunächst Wege befestigt werden mussten. Erst dann ließen sich die Holzmassen zuverlässig zu den Lagerstätten bringen. Die Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Patricius erfolgte am 28. August 1847. Ein Jahr zuvor wurde mit erheblichem Aufwand das Plateau geschaffen und vorbereitet, auf dem sich der Sakralbau heute über Heiligenzimmern erhebt. Allein die Maurerarbeiten fanden in einer atemberaubenden Schnelligkeit statt: Der Bau wurde von März 1847 bis Oktober 1848 – sprich in eineinhalb Jahren – umgesetzt.
Nachdem der Bau selbst fertiggestellt wurde, setzte sich die kleine Pfarrei Heiligenzimmern mit Johann Nepomuk Meintel, dem Begründer der Horber Bildhauerschule, in Verbindung. Er sollte als Meister seines Fachs die Innenausstattung, sprich die Altäre sowie die Kanzel der Pfarrkirche, fertigen. Die Tuschezeichnungen wurden angefertigt und von der Gemeinde für gut befunden. Meintel startete mit den Arbeiten und baute 1854 den Hochaltar, die beiden Seitenaltäre (vernichtet in der Renovierung von 1963 bis 1965) sowie die Kanzel in die Pfarrkirche ein. Meintels Meisterwerke waren von derart hoher Qualität, dass sich der damalige Gemeinderat mit Lob überschlug. Dem Gremium gehörten Michael Katz, Pfarrverweser Brink, Bürgermeister Bisinger, Markus Kotz, Michael Bälser und Simon Bisinger an. Meintel habe den Wünschen vollkommen entsprochen und noch mehr geleistet, als sich der damalige Gemeinderat zu wünschen vermochte.
Auch die Kirchweihe jährt sich
Darüber hinaus jährt sich auch die feierliche Kirchweihe der Pfarrkirche St. Patricius zum 160. Mal. Dieses Jahr jedoch fällt der Kirchweihtag mit einem weiteren besonderen Tag zusammen: dem Tag des offenen Denkmals. Die Kirchweihe fand am 14. September 1865 statt. Bei Recherchen wurde ein kleines, handschriftliches Pergament mit dem bischöflichen Siegel von Rottenburg entdeckt. Nach der Übersetzung war klar: Es handelt sich um die Weiheurkunde, die Bischof Josef von Lipp zur Kirchweihe aufgesetzt hatte. Das Dokument bezieht sich direkt auf den noch erhaltenen Hochaltar von Johann Nepomuk Meintel, den er zu Ehren des heiligen Patricius weihte und darin kostbare Reliquien einschloss. Ursprünglich sollte der Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari die Kirchweihe vornehmen. Da dieser aber zum Zeitpunkt der Weihe bereits 92 Jahre alt und nicht mehr in der Lage war, diese Weihe vorzunehmen, wurde der Rottenburger Bischof entsendet. Um dieses besondere Jubiläum des Gotteshauses zu begehen, öffnet der neugotische Sakralbau auch dieses Jahr am 13. sowie 14. September seine Pforten.
Die Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes bietet insgesamt acht Führungen an. Im Mittelpunkt steht die Innenausstattung von Meintel. Besucher können dabei die Kunstfertigkeit des Schnitzwerks von 1854 bewundern, die Qualität des Kirchenschatzes erkunden und unter anderem das „Jesulein von Heiligenzimmern“ entdecken. Zudem lässt sich der wertvolle Hochaltar auf einzigartige Weise erleben, heißt es in der Pressemitteilung. Darüber hinaus werden Einblicke in das Restaurierungsprojekt der Heiligenfiguren von Heiligenzimmern gegeben. Der zweite Themenbereich widmet sich dem restaurierten Dachtragwerk: Die Teilnehmer erhalten Einblicke in die außergewöhnliche Konstruktion, erfahren Details zur 25-monatigen Restaurierung und blicken hinter das weitgespannte Tudorbogengewölbe in den historischen liegenden Dachstuhl.
Führung und Hockete
Das Führungsangebot am Tag des offenen Denkmals am Samstag, 13. September, sieht wie folgt aus: Kirschenschatz (15 bis 16 Uhr und 17 bis 18 Uhr), Dachtragwerk (16 bis 17 Uhr und 18 bis 19 Uhr). Am Sonntag, 14. September zu folgenden Zeiten: Kirchenschatz (11 bis 12 Uhr und 14 bis 15 Uhr), Dachtragwerk (12.30 bis 13.30 Uhr und 15.30 bis 16.30 Uhr). Interessierte werden um Anmeldung per E-Mail an pfarrkirche.stpatricius@gmail.com oder online unter Nennung ihres Wunschthemas (Kirchenschatz oder Dachtragwerk) gebeten. Auch eine Wunschzeit sollte angegeben werden. Weitere Informationen im Netz unter www.pfarrkirche-st-patricius-heiligenzimmern.de/veranstaltungen.
Bei guter Witterung: Die Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes lädt gemeinsam mit dem Team der Sozialarbeit Heiligenzimmern am Sonntag, 14. September, zur Hockete ein. Diese findet nach dem Gottesdienst ab 10.30 Uhr statt. Es gibt Rote vom Grill sowie Kaffee und Kuchen an der Pfarrkirche.