Neueröffnung: Balingen bekommt im Oktober sein erstes Keramik-Atelier

Janina Merz in ihrem Keramik-Atelier in Balingen.
Lea Irion- Balingen erhält ab 11. Oktober 2025 mit „Bob und Marly“ sein erstes Keramik-Atelier.
- Gründerin Janina Merz bietet kreatives Keramikbemalen für Tassen, Schüsseln und Vasen an.
- Der Name des Ateliers ist von ihren adoptierten Katzen Bob und Marly inspiriert.
- Merz bleibt beruflich im Online-Marketing und startet das Atelier als Nebengewerbe.
- Ziel: Ein Ort für kreative Auszeit – „Wenn’s nicht klappt, habe ich es wenigstens probiert!“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war ein warmer Tag Mitte August, an dem Janina Merz die Schlüssel für die Immobilie in der Tübinger Straße 21 in Balingen bekam, in direkter Nachbarschaft zur Klinik. Jetzt, im September, fehlt in diesen Räumlichkeiten noch der eigene Brennofen, der in Wahrheit gar nicht so gigantisch ist, wie er klingt, und noch wenige Tische und einige Stühle. Schwieriger zu finden war eigentlich nur der Name für diese vier Wände, die Balingens erstes Keramik-Atelier beherbergen. „Aber dann habe ich mit einer Freundin gesprochen. Und danach war alles klar.“
Inzwischen prangt das Logo von „Bob und Marly“ vor der Tür, und der Name rührt nur entfernt von der jamaikanischen Reggae-Legende. Bob und Marly, das sind die adoptierten Kätzchen aus dem Haushalt von Janina Merz. Als es endlich um den Namen des angedachten Keramik-Ateliers ging, war die Verknüpfung zwischen Tier und Kreativwerkstatt flott gefunden: Wärme, Wohlbefinden und ein Ort zum Entspannen präsentierten sich als gemeinsamer Nenner. Und dann war alles sehr schnell sehr klar.
Tupfen und stempeln und malen …
Janina Merz, ihrerseits 27 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Böblingen. Vor wenigen Jahren fing sie an, bei Meinlschmidt zu arbeiten, zog dafür in die Eyachstadt und sagt heute: „Mir gefällt’s hier besser als in Böblingen.“ Doch sowas wie eine kreative Ecke, in der man den Alltag vor der Tür lassen und sich handwerklich austoben kann, hat sie in Balingen vermisst, denn sie selbst sei ein kreativ veranlagter Mensch. Manchmal setzt sich Merz mit einer Freundin ans Eyachufer und bastelt ihren eigenen Schmuck. „Das Kreative ist mein Ausgleich“, sagt die Online-Marketing-Managerin, die ihren Hauptberuf fürs Keramik-Atelier nicht aufgeben wird, sondern ins Nebengewerbe startet.
Was also erwartet einen bei „Bob und Marly“? Im Prinzip alles, was man allgemein vom Keramikbemalen kennt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wählen eine Form, die sie bemalen möchten, etwa eine Tasse, eine Schüssel oder eine Vase. Dann kann drauflos gemalt werden – oder auch gesprenkelt und gestempelt: Maltechniken wie das Blubbern oder Kratzen sorgen für besonders ausgefallene Muster. Janina Merz hat keinen klaren Favoriten. Sie weiß nur, dass es jetzt etwas „gefährlich“ für sie wird, sobald ihr Atelier im Oktober öffnet. Denn auszuschließen ist es nicht, dass sie sich irgendwann so viele bemalte Keramiktassen und Schüsseln in den Schrank stellt, dass dieser überläuft.
Anderthalb Jahre lang habe sie an der Idee eines eigenen Ateliers herumüberlegt, und manchmal, wenn neue Möbel oder bald auch der Brennofen geliefert werden, steht sie inmitten ihres Ateliers und fragt sich, ob sie nicht mal jemand kneifen kann. Natürlich sei es ein Risiko, aber schlussendlich, so Merz, habe sie „nur Geld zu verlieren“ – und das sei weitaus mehr zu vernachlässigen als die potenzielle Reue, es nie versucht zu haben.
Im Hintergrund stützt sie derweil ihr Partner Markus Kath, der – richtig geraten – der Bruder des ehemaligen Profifußballers Florian Kath ist, und gleichwohl sowas wie Merz’ selbsterklärter „Psychologe“. Dieselbe Unterstützung erfährt die 27-Jährige aber auch von Bob und Marly, ausgesprochene Familienmitglieder des Paares und obendrauf gerettete Katzen aus dem bulgarischen Tierschutz. Auch seitens ihres Arbeitgebers habe sie viel Unterstützung erfahren, sagt Janina Merz. Besser, sagt sie, hätte es nicht laufen können.
Am 11. Oktober geht es los
Indes stehen noch wenige Arbeiten und Beschaffungen an, ehe es am 11. Oktober vollends losgehen soll. Im Übrigen hat die gelernte Online-Marketing-Managerin sowohl ihr Logo als auch die Website und den generellen Auftritt ihres Ateliers in Eigenregie auf die Beine gestellt – und auch die ersten Flyer liegen bereits auf einem Tischchen im Foyer, natürlich in ihren Lieblingsfarben Grün und Beige. Über die berufliche Doppelbelastung macht sie sich keine Sorgen. „Ich bin einfach ein Mensch, der sehr, sehr gerne arbeitet“ – das Wort „Workaholic“ sei aber nicht zutreffend. Schließlich bereite ihr das alles einen Heidenspaß, und dann fühle es sich schon gar nicht mehr so wirklich an, als sei es Arbeit.
Die Frage nach ihren Wünschen für die Zukunft ist derweil schnell beantwortet. „Ich hätte einfach gerne, dass die Leute hier eine kreative Auszeit nehmen können und bewusst etwas für sich selbst machen“, erklärt Janina Merz. „Und wenn’s nicht klappt, habe ich es wenigstens probiert!“

