Kunst-Camp BW in Balingen
: Auf kreativen Wegen durch den Säulengang

Zu ihrem 30. Geburtstag hat sich die Jugendkunstschule Balingen ein besonderes Geschenk gemacht: Sie holte das Kunst-Camp BW in die Eyachstadt.
Von
Andrea Maute
Balingen
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Bei der Abschlusspräsentation konnten die Ergebnisse der kreativen Woche in Augenschein genommen werden.

Bei der Abschlusspräsentation wurden die Ergebnisse der kreativen Woche interessiert in Augenschein genommen.

Andrea Maute
  • Jugendkunstschule Balingen feierte 30 Jahre mit dem Kunst-Camp BW in der Sichelschule.
  • 30 Jugendliche (14-20 Jahre) erkundeten in Workshops künstlerische Räume.
  • Themen: Tanz, Skulpturen, Fotografie, inspiriert von Baustellen und Umgebung.
  • Werke wurden im Säulengang präsentiert, Grußworte von Lokalpolitikern.
  • Camp gefördert durch Sponsoren und VHS-Kooperation.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ideen sind nur Ausgangspunkte“, sagte einst kein Geringerer als Albert Einstein. Und lieferte postwendend die Erklärung: „Um zu wissen, was man zeichnen will, muss man zu zeichnen anfangen.“

Sich inspirieren zu lassen, kreative Experimente zu wagen und vor allem den Mut zu haben, Neues zu wagen – genau dazu möchte das Kunst-Camp Baden-Württemberg ermutigen. Als Treffpunkt für künstlerisch begabte und interessierte Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren, die in den Kunstschulen Baden-Württembergs Kurse besuchen, bietet es dafür den Raum. Wobei man bei diesem Stichwort schon beim Thema wäre. Denn dieses lautete heuer „Raumfabrik – Kunst entsteht im Raum.“

Rund 30 Jugendliche mit dabei

Bei der Suche nach der Antwort, wo der künstlerische Raum mit Ideen gefüllt werden soll, spielte ein Jubiläum eine Rolle. Genauer gesagt das 30-jährige Bestehen der Jugendkunstschule Balingen – ein schöner Anlass, um das Kunst-Camp, wie die Geschäftsführerin des Landesverbands der Kunstschulen BW, Sabine Brandes, betonte, in die Eyachstadt zu holen.

In der Sichelschule haben rund 30 Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg fünf Tage lang künstlerisch Räume erforscht und Kontakte geknüpft. Am Abschlusstag präsentierten sie im weitläufigen Säulengang der Schule ihre Werke der Öffentlichkeit.

Sabine Brandes und Marita Linder-Schick (von links) mit den fünf Dozentinnen.

Sabine Brandes und Marita Linder-Schick (von links) mit den fünf Dozentinnen.

Andrea Maute

Im Vorfeld hatten sie sich bereits für einen der fünf angebotenen Workshops entschieden und, wie die Leiterin des Kurses „Performance: Take Space“, Vanessa Flesch, erklärt, dabei großen Mut bewiesen. Denn die Jugendlichen in ihrem Workshop haben „noch nie zuvor getanzt“ und somit „etwas ganz Neues ausprobiert.“ Um Raum in Tanz übersetzen zu können, wurde etwa eine Bewegungsrecherche in der Balinger Innenstadt gemacht.

Auch Marleen Kölmel und Bianca Lea Kirschbaum blicken auf eine inspirative und kreative Woche zurück. Beide waren einst Schülerinnen der Jugendkunstschule Balingen und haben nicht nur das Konzept für das diesjährige Camp erarbeitet, sondern waren auch als Dozentinnen im Einsatz.

Marleen Kölmel hat in der Vergangenheit selbst schon am Kunst-Camp teilgenommen und, wie es der Zufall will, dort zu ihrer Passion gefunden. „Ich bin damals versehentlich im Foto-Workshop gelandet“, schmunzelt sie. Heute ist die Fotografie für sie das Feld, in dem sie sich gerne und häufig künstlerisch betätigt und das sie immer wieder aufs Neue inspiriert.

Baustelle als Inspirationsquelle

Doch wie entstehen eigentlich die Ideen für die Werke? Das verraten Jennifer und Emily, die in diesem Jahr beim Workshop „Skulptur und Raum“ mitgemacht haben. Künstlerischen Input lieferten unter anderem die Arbeiten ihrer Dozentin sowie Kunstbücher und -mappen.

Während für Emily schon von Anfang an feststand, „etwas mit Tieren“ machen zu wollen, ließ sich Jennifer auch von der Baustelle vor Ort inspirieren. Für ihre Installation hat sie unter anderem Absperrband verwendet, das hier natürlich in Hülle und Fülle zur Verfügung stand.

Auch Installationen sind im Kunst-Camp entstanden.

Auch Installationen sind im Kunst-Camp entstanden.

Andrea Maute

„Wir freuen uns, dass wir ein tolles Kunst-Camp in die Sichelschule holen konnten“, betonte die Leiterin der Jugendkunstschule, Marita Linder-Schick. Oberbürgermeister Dirk Abel und Bürgermeister Ermilio Verrengia, die an der Abschlusspräsentation nicht teilnehmen konnten, übermittelten per Videobotschaft Grüße. Beide würden sich freuen, die jungen Kunstschaffenden bald wieder in der Kunst- und Kulturstadt Balingen begrüßen zu können – „vielleicht ja sogar bei einer Vernissage mit Eurer Kunst.“

Viele tragen zum Erfolg bei

Der Abteilungsleiter der VHS Balingen, André Matz, sprach neben Schirmherrin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut auch den Sponsoren seinen Dank aus, ohne die das Kunst-Camp in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

Für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligter bedankte sich auch die Leiterin der VHS, Nadine Breisch. „Ich hoffe, Ihr hattet viel Spaß und konntet Eurer Kreativität freien Lauf lassen“, wandte sie sich an die Jugendlichen.