Künstlermarkt Geislingen
: Ohne Pfand und ohne Müll

Am Samstag steht der achte Künstlermarkt in Geislingen an. Mit der Anzahl an Ständen ist ein neuer Rekord aufgestellt. Neu ist übrigens das Tassensystem für Heißgetränke.
Von
Jennifer Dillmann
Geislingen/Balingen
Jetzt in der App anhören
Noch ist der Innenplatz des Schlosses leer, doch am Samstag wird er voller neugieriger Menschen sein, die sich vom Zauber des Geislinger Kunstmarkts verzaubern lassen. Ute Koch und die Hobbykünstler stecken mitten in den Vorbereitungen.

Noch ist der Innenplatz des Schlosses leer, doch am Samstag wird er voller neugieriger Menschen sein, die sich vom Zauber des Geislinger Künstlermarkts erfassen lassen. Ute Koch und die Hobbykünstler stecken mitten in den Vorbereitungen.

Jennifer Dillmann
  • Der achte Künstlermarkt in Geislingen findet am Samstag im Schloss statt.
  • 43 Stände bieten künstlerische und kulinarische Vielfalt; neuer Rekord.
  • Neues Tassensystem für Heißgetränke eingeführt, um Müll zu reduzieren.
  • Markt von 10:30 bis 21 Uhr; Begrüßungsrede und Bläserensemble umrahmen den Beginn.
  • Teilnehmer müssen aus Geislingen oder Umgebung stammen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Samstag veranstalten die Geislinger Hobbykünstler ihren achten Markt vor und innerhalb des Schlosses. Die Premiere war im Jahr 2009. Seither findet im jährlichen Wechsel der Markt rund ums Schloss oder die Künstlerausstellung im Bürger- und Vereinshaus „Harmonie“ statt. Damals gab es nur wenige Teilnehmer, mitunter die Kolpingsfamilie, die Ausdauer beweist und bis zum heutigen Tage mit von der Partie ist.

Teilnehmer aus Geislingen

Über die Jahre hinweg hat sich der Künstlermarkt weiterentwickelt. Am Samstag sind es erstmals 43 Stände, was einen neuen Rekord markiert. Das Erstaunliche dabei: Jeder einzelne kommt aus Geislingen, Binsdorf oder Erlaheim, denn man muss entweder aus der Gesamtstadt stammen, lange Zeit hier gelebt und somit Verbindungen geknüpft haben oder aktuell in der Sonnenstadt wohnhaft sein. Immer wieder gäbe es jedoch Anfragen von außerhalb. Die Hobbykünstler sind stolz auf ihre Gemeinschaft und auch zufrieden mit der Größe des Markts, sodass hier vorerst keine Änderungen angedacht sind. „Es ist klein, schnuckelig und trotzdem kann man was entdecken. Es lohnt sich, denn es gibt einen stetigen Wechsel“, umschreibt Ute Koch, Vorsitzende der Hobbykünstler und selbst Ausstellerin von gesägten Arbeiten.

Übrigens muss niemand befürchten, an jedem zweiten Stand dasselbe vorzufinden, denn von 43 Ständen sind nur eine Handvoll kulinarischer Art. Die Kolpingsfamilie bietet ihre traditionelle Rote Wurst sowie Schupfnudeln an. Bei den Gartenfreunden gibt es ein einladendes Café, in dem man sich auch im Innenraum aufwärmen kann. Der Förderverein St. Ulrich lockt neben Glühwein und Gebasteltem erstmals mit Bauernbratwurst. Besonders ungewöhnlich zeigt sich ein mittelalterlicher Stand mit Met – auch Honigwein genannt – und Linseneintopf. Wer engagierte Schüler unterstützen möchte, kauft sich bei der Schulklasse ein leckeres Chili con Carne. Altbekannt sind außerdem wieder Tanja Sauter mit Seitenwürstchen dabei sowie Christine Gulde und Marie Schneider mit Kaiserschmarrn. Bei Waffeln wird eine Ausnahme gemacht, diese gibt es an mehreren Ständen.

Kulinarische und künstlerische Vielfalt

Wer das eigene Zuhause noch aufhübschen möchte oder bereits jetzt nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk Ausschau hält, wird auf jeden Fall fündig. An Kunst ist nämlich alles geboten: von der Aquarell-Malerei über Töpferei, Strick- und Häckelpuppen, gefertigten Grußkarten, Kunststickerei, Puppen- und Kinderbekleidung bis hin zu Gipswerken, Floristik, Drechselarbeiten und Buchschneiderei. Erstmals zu ergattern wird es Schmuck aus Epoxidharz geben sowie selbstgemachte Malbücher.

Unterm Strich sagt Koch: „Es bleibt beim Bewährten. Das Schloss lebt vom Licht mit den Fackeln und dem Sternenhimmel – das ist unser Glanzpunkt, unser Highlight.“ Eine große Veränderung – beziehungsweise einen großen Testlauf – gibt es dann aber doch. Als Klimastadt Plastikbecher nutzen? „Wir waren nicht glücklich über unser Bechersystem“, bekennt die Vorsitzende. Nach vielen Überlegungen kam die Idee: gebrauchte Becher. „Die eigene Tasse mitbringen kann, soll und darf man“, so der Grundsatz, „Es soll überwiegend der Müll reduziert werden.“

Neues Bechersystem

Doch auch wer spontan hereinschneien möchte, ist versorgt. Über eine Aktion mittels Buschfunk konnte vorsorglich jeder die Tassen abgeben, die zu Hause ohnehin nicht genutzt werden. Und da sind laut Koch mehr als genug zusammengekommen. In diesen wird am Samstag dann Punsch, Glühwein und Co. verkauft. Ganz unkompliziert, denn es wird kein Pfand erhoben und ob die Tasse von den Besuchern mit nach Hause genommen oder wieder am Stand abgegeben wird, bleibt ihnen überlassen. Ein Szenario, in dem jeder gewinnt: Die Umwelt erwartet keinen unnötigen Müll, die Geislinger haben wieder mehr Platz in den Küchenschränken, die Verkäufer müssen nicht spülen (zumal es dazu auch keine Möglichkeit gibt) und die Besucher erhalten bei Bedarf ein gratis Andenken.

43 Stände

bieten am Samstag kulinarische und künstlerische Vielfalt. Um 10.30 Uhr erfolgt eine kurze Begrüßungsrede. Diese wird von einem Bläserensemble umrahmt. Der Markt erstreckt sich von dem Parkplatz vor dem Schloss bis hinein in die Innenräume. Um 21 Uhr ist Schluss.