Krabbelgruppe Ratshausen: Babyboom mit engagierten Eltern macht’s möglich

Die Krabbelgruppe trifft sich jeden Dienstag im alten Traumraum der Pfarrscheuer in Ratshausen. Neben einem Raum, der rund um die Uhr zur Verfügung steht, investierte die Gemeinde in jede Menge Spielzeuge und eine neue Krabbeldecke.
Jennifer DillmannMit ansteigenden Geburtenraten erfreuen sich immer mehr Gemeinden auch wieder an eigenen Krabbelgruppen, die zumeist selbstständig von den engagierten Müttern ins Leben gerufen werden. Neben Weilen unter den Rinnen (wir berichteten) haben die Kleinsten der Kleinen auch in Ratshausen zueinander gefunden.
Nach seiner Wahl im Januar 2023 war einer der ersten Termine von Bürgermeister Tommy Geiger ein Geburtenbesuch im März. Juliana Hopf nutzte die Gelegenheit und sprach den neuen Schultes direkt darauf an, eine Krabbelgruppe ins Leben zu rufen. Gesagt, getan. Schon im Mai ging an alle Mütter, deren Kinder bis zu drei Jahre alt oder jünger waren, eine Einladung raus. Das erste Treffen fand im Dorfladen statt. Zu entspanntem Frühstück fanden sich etwa sieben Mütter ein, die den Grundstein für die zukünftigen Treffen legen wollten.
Initiative der Mütter
Bürgermeister Geiger zeigt sich beeindruckt von der Initiative der Mütter und meint: „Sie haben sich selbst organisiert.“ Auch der Gemeinderat sah dem positiv entgegen, und da die Ausstattung im Verfügungsrahmen des Bürgermeisters lag, sprach nichts gegen die Anschaffung: Wippe, Balancierdreieck, Steckspiel, Motorikspielzeug, Bällebad und Babydecke verschönern seitdem das ehemalige Trauzimmer in der Pfarrscheuer, das der Gruppe frei zur Verfügung steht.
Seitdem treffen sich zehn bis zwölf Mütter mit ihren Kindern jeden Dienstag um zehn. Die meisten kommen, abgesehen von zwei Tieringern, aus Ratshausen. „Ich fand’s super, um Anschluss zu finden“, erklärt die zugezogene Anja Schäfer.
Kontakt für Zugezogene
Zur Begrüßung wird ein Lied gesungen, bei dem jedes Kind stampfen oder klatschen darf. Danach folgen das offene Spielen der Kinder und der Austausch zwischen den Müttern. Diese sehen auch in Hinblick auf Kindergarten- und Schulzeit einen Vorteil darin, Kontakt zu halten und können sich vorstellen, die Treffen etwa um einen Nachmittag zu ergänzen, sobald die Kinder die Tagesstätte besuchen.
Sie sind auch sehr bedacht, einen Mehrwert zu generieren. So erfolgte bereits ein Vortrag zum Thema Ernährung. Auf großes Interesse stößt auch die Möglichkeit, in Zukunft einen Erste-Hilfe-Kurs in Hinblick auf Babys zu veranstalten. „Die Unterstützung vom Bürgermeister ist auf jeden Fall erwähnenswert“, sind sich die Mütter einig, „das ist nicht selbstverständlich“.
Nachhaltigkeit fördern
Im Gegensatz zu Weilen unter den Rinnen, wo es Bürgermeisterin Silke Edele nicht möglich war, eine Krabbeldecke für den Mini-Club zu stellen (wir berichteten), scheint das in Ratshausen kein Problem zu sein. „Jeder Verein hier nutzt ja auch alles“, meint Geiger. „Es herrscht kein Konkurrenzdenken.“ Unter anderem begründet der Schultes die Investition damit, dass er auf Nachhaltigkeit hofft, damit die Gruppe Bestand hat und sich nicht nach kurzer Zeit wieder auflöst.
Auch die Jugendarbeit wurde im letzten Jahr auf neue Beine gestellt. Zwei Betreuerinnen bieten ein Angebot für Erst- bis Viertklässler, während die Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren die Räumlichkeiten im Allmendzentrum in Ratshausen selbstständig nutzen dürfen. Engagierte Mitarbeiter zu finden, gestaltet sich nicht einfach, wie Geiger berichtet: „Das geht nicht ohne persönliche Ansprache und aktive Suche, freiwillig meldet sich niemand.“
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Mütter waren es in etwa, die der ersten Einladung gefolgt waren. Das erste Treffen fand im Dorfladen statt, wo die Frauen den Grundstein für die zukünftigen Treffen legten.
