Klimaschutz im Zollernalbkreis
: Auch im Kleinen was tun

Hartwig Alber ist seit nunmehr drei Jahren als Klimaschutzmanager des Landratsamtes tätig. Wie blickt der 45-Jährige auf den Klimawandel und die Bemühungen des eigenen Hauses?
Von
Sebastian Buck
Balingen
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Hartwig Alber ist seit drei Jahren Klimaschutzmanager im Landratsamt Zollernalbkreis.

Hartwig Alber ist seit drei Jahren Klimaschutzmanager im Landratsamt Zollernalbkreis.

Steffen Maier

Der Klimaschutz und auch der Klimawandel sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und je viel diskutierte Themen. Auch im Zollernalbkreis natürlich. Die Landkreisverwaltung hat daher auch schon seit drei Jahren einen Klimaschutzmanager. Hartwig Alber blickt auf die bisherige Arbeit zurück und erklärt obendrein, was jeder ganz persönlich tun kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dass es selbigen gibt, daran lässt der 45-jährige Alber keine Zweifel aufkommen. Zwar gebe es Klimawandel in der jüngeren Erdgeschichte schon immer, doch es komme auf die Rahmenbedingungen an, wie Alber in einer Pressemitteilung des Landkreises erklärt. Als die Menschen sesshaft wurden nach der bisher letzten Eiszeit, seien die klimatischen Bedingungen noch recht stabil gewesen. Doch jetzt hat „der Einfluss des Menschen seit der Industrialisierung und der damit verbundenen Nutzung fossiler Energien das Klima maßgeblich verändert“.

Wärmstes Jahr seit den Aufzeichnungen

2023 lag die Jahresmitteltemperatur, global gesehen, mit am höchsten seit eigentlich immer. Zumindest seit der Aufzeichnungen. „2023 war weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1850“, schreibt auch das Umweltbundesamt. Hartwig Alber alarmiert das: „Wir verlassen durch einen rapiden Temperaturanstieg in einem sehr kurzen Zeitraum das für uns Menschen sichere Terrain.“ Die Folge ist überall spürbar. Die Wetterextreme nehmen zu, gerade auch Starkregenereignisse und damit einhergehende Überflutungen häufen sich. Davon bleibt auch der Zollernalbkreis nicht verschont, man erinnere nur an die Schreckensbilder aus dem Mai dieses Jahres, als die Gemeinde Bisingen von einem gewaltigen Hochwasser heimgesucht wurde. Doch auch sonst sind die Auswirkungen spürbar, Gletscher schmelzen schneller weg als je zuvor – egal ob in den europäischen Alpen oder in den kanadischen Rocky Mountains, die Auswirkungen sind weithin spür- und inzwischen auch sichtbar. Zu gesamtweltlichen Lösungsfindung gibt es hierzu immer wieder Weltklimakonferenzen. Doch hier sitzen die Regierungschefs der Welt am Tisch, nicht Landrat Günther-Martin Pauli oder der Kreis-Klimaschutzmanager Hartwig Alber.

Wichtige Akteure für den Klimaschutz

Trotzdem könne man auch vor Ort was tun, erklärt Alber in der Kreismitteilung. Mehr noch, Behörden auf kommunaler Ebene seien „wichtige Akteure für den Klimaschutz. Städte und Gemeinden erfassen den Status Quo planen ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen und setzen diese in die Praxis um.“ Konkret bedeute das, so der 45-jährige Alber, dass gerade im kommunalen Bereich der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben werde. Gleichzeitig müsse der Energieverbrauch im Wärmesektor sinken und die Elektrifizierung des Verkehrs weiter fortschreiten. Aber auch die Bürger hätten „eine bedeutende Rolle inne“ bei der weiteren Transformation. „Ohne sie geht es schlicht nicht“, sagt der Klimaschutzmanager des Zollernalbkreises.

Trotzdem geht auch auf der Ebene der Landkreisverwaltung etwas in Sachen Klimaschutz voran, wie Alber betont. Das Klimasparbuch habe man im vorigen Jahr veröffentlicht: „Das gibt von klimafreundlichem Bauen und Sanieren bis hin zu regionalem und nachhaltigem Genuss viele Tipps und Anregungen, wie jedermann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann“, sagt Alber. Auch an einer Mitfahrplattform wird derzeit gearbeitet. Das Ziel: Den Besetzungsgrad der Fahrzeuge erhöhen und so das Verkehrsaufkommen mindern, wie in der Landkreis-Mitteilung erklärt wird. Hinzu kommen noch Fotovoltaikanlagen, die auf den Dächern der landkreiseigenen Gebäude installiert werden.

Viele aktuelle Projekte am laufen

Aber Hartwig Alber hat aktuell noch andere Projekte, die er laut Pressemeldung des Landratsamtes, zu bearbeiten hat. „Derzeit läuft die Fortschreibung unseres Energie- und Klimaschutzkonzeptes für den Zollernalbkreis auf Hochtouren“, sagt der Klimaschutzmanager. Anfangs des Jahres habe man hier viele Anregungen aus der Bevölkerung erhalten, all das fließe nun in das Konzept. Letzteres will man dann Ende des Jahres dem Kreistag vorlegen. „Und dann  geht`s an die Umsetzung der Maßnahmen“, schließt Alber. Dem Klimaschutzmanager des Zollernalbkreises, so viel wird klar, wird es also sicherlich nicht langweilig. Zumal die Bekämpfung des Klimawandels sicher eine Aufgabe ist, die nicht vom Landratsamt in Balingen aus gelöst werden kann. Einen Teil dazu wird aber trotzdem beigetragen. Nicht zuletzt auch aus persönlichem Antrieb: „Mein Anspruch ist, meinen Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.“

Drei Tipps des Klimaschutzmanagers

Hartwig Alber gibt drei Tipps für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Alltag: „Wer die Möglichkeit und die Mittel hat, sollte vor allem die Abkehr von fossilen Energieträgern voranbringen, sprich Elektrifizierung von Wärmeerzeugung und Verkehr mit Strom aus erneuerbaren Energien. Ebenso sinnvoll: Das eigene Konsumverhalten überdenken und auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit beim Konsum achten. Und man sollte die eigene Ernährungsweise hinterfragen. Eine klimafreundliche Ernährung ist in allererster Linie gesund und schont dabei die Umwelt und das Klima.“