Katholische Kirche in Balingen: Frischer Wind im Diözesanrat – Willy Braun ist neuer Sprecher

Willy Braun ist der neue Sprecher des Diözesanrat.
Jochen Wiedemann- Willy Braun ist neuer Sprecher des Diözesanrats der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
- Gewählt wurde er im Kloster Untermarchtal mit 74 von 88 Stimmen.
- Er will eine offene Kirche fördern, Vielfalt stärken und den Prozess „Kirche der Zukunft“ nutzen.
- Marita Walz wurde Beisitzerin, sie betont respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
- Finanzausschuss wählte erneut Werner Krahl zum Vorsitzenden – „sparen und gestalten“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Kloster Untermarchtal hat der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein neues Präsidium gewählt – und damit die Weichen für die Zukunft der Kirche gestellt. Das oberste synodale Gremium der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich jüngst im Kloster Untermarchtal zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Mit großer Mehrheit wählten die Mitglieder Willy Braun zum neuen Sprecher und Marita Walz zur Beisitzerin im Präsidium. Gemeinsam mit Priesterratssprecher Ulrich Kloos und Generalvikar Clemens Stroppel bilden sie das Präsidium unter dem Vorsitz von Bischof Klaus Krämer.
Krämer betonte zu Beginn die lange Tradition des Gremiums: Seit über 50 Jahren vereint der Diözesanrat Pastoralrat, Katholikenrat und Kirchensteuervertretung in sich, zudem ist der Priesterrat Teil des Gremiums. Diese Struktur habe sich besonders in Zeiten des Umbruchs bewährt. Synodalität sei dabei mehr als ein Verfahren: „Es geht um eine Kultur des Miteinanders, in der unterschiedliche Meinungen ihren Platz haben.“ Ziel sei es, gemeinsam Wege für die Zukunft der Kirche zu finden.
Das hat der neue Sprecher vor
Der Diözesanrat berät den Bischof in Fragen des kirchlichen Lebens, vertritt die Katholikinnen und Katholiken der Diözese und entscheidet über den Haushalt sowie die Verwendung der Kirchensteuer.
Mit 74 von 88 Stimmen wurde Willy Braun aus dem Dekanat Balingen zum Sprecher gewählt. Er zeigte sich dankbar für das Vertrauen und bezeichnete die Aufgabe als „Herzensangelegenheit“. Braun möchte die Kirche aktiv mitgestalten und weiterentwickeln. Wichtig sei ihm eine Kirche der Vielfalt, die offen ist für Frauen, Benachteiligte, Fernstehende und Ausgetretene. Mit Blick auf den Prozess „Kirche der Zukunft“ betonte er, dass Veränderungen notwendig seien, zugleich aber Chancen böten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Marita Walz aus dem Dekanat Freudenstadt wurde mit Zweidrittelmehrheit zur Beisitzerin gewählt. Für sie steht vor allem die Art der Zusammenarbeit im Mittelpunkt: ein respektvoller Austausch auf Augenhöhe, bei dem unterschiedliche Positionen Raum haben. „Das Ringen um gute Lösungen gehört dazu“, sagte sie. Gerade im Dialog entstehe Bewegung und Entwicklung.
In einem Grußwort hob Isabelle Nägele von der evangelischen Landessynode die Bedeutung der Ökumene hervor. Für viele Menschen spiele die konfessionelle Zugehörigkeit eine untergeordnete Rolle. Entscheidend seien Gemeinschaft, Begleitung und Hoffnung. Gerade in unsicheren Zeiten könne die Zusammenarbeit der Kirchen eine große Stärke sein.
Die Aufgaben der Ausschüsse
Neben den Vollversammlungen prägen Ausschüsse die Arbeit des Diözesanrats. Der geschäftsführende Ausschuss übernimmt Aufgaben zwischen den Sitzungen, der Finanzausschuss bereitet den Haushalt vor. Auch Pastoral- und Bauausschuss sind zentrale Gremien. Ferner sind Mitglieder in zahlreichen Stiftungen und Organisationen vertreten, etwa im Zentralkomitee der deutschen Katholiken oder in verschiedenen diözesanen Stiftungen.
Auch der Finanzausschuss hat sich neu konstituiert und Werner Krahl erneut zu seinem Vorsitzenden gewählt. Er steht für Kontinuität und eine verantwortungsvolle Finanzpolitik. Sein Ansatz: „sparen und gestalten“ – also den Haushalt konsolidieren und zugleich Spielräume für neue Entwicklungen schaffen. Transparenz gegenüber den Kirchenmitgliedern sei dabei zentral.
Zum Abschluss der Sitzung informierten Generalvikar Stroppel und Haushaltsreferent Stefan Edele über aktuelle Entwicklungen bei Mitgliederzahlen, Personal und Kirchensteuer. Zudem stellte das Leitungsteam den Stand des Prozesses „Kirche der Zukunft“ vor. Die Verantwortlichen zeigten sich erfreut über das große Interesse und die aktive Beteiligung der Mitglieder bereits im Vorfeld der Sitzung.
