Jugendarbeitslosigkeit
: Sommerdelle – Zahl der Arbeitslosen in Balingen steigt erneut

Sommerferien und Ausbildungsende sorgen in Balingen für mehr Arbeitslose. Vor allem junge Menschen trifft es hart – dabei stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz so gut wie lange nicht.
Von
swp
Balingen
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Berliner Jobcenter: ARCHIV - 25.06.2025, Berlin: Personen gehen am Logo vom Jobcenter Berlin-Mitte bei einer Jobmesse vorbei. (zu dpa: «Anstieg der Arbeitslosigkeit in Berlin») Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mehr als 1000 Ausbildungsplätze im Bezirk der Balinger Agentur für Arbeit sind noch immer unbesetzt.

Jens Kalaene/dpa (Symbolbild)
  • Arbeitslosenquote in Balingen steigt im August auf 4,1 % – 1384 Betroffene, 134 mehr als im Vorjahr.
  • Jugendarbeitslosigkeit wächst stark: 25,2 % mehr unter 25-Jährige arbeitslos als im Juli (950 Personen).
  • Über 1000 Ausbildungsplätze im Bezirk Balingen noch unbesetzt – Bewerbungen weiterhin möglich.
  • Fachkräftemangel bleibt hoch: 3000 offene Stellen, 470 neue Jobs im August gemeldet.
  • Unternehmen setzen vermehrt auf Übernahme von Auszubildenden – Chance auch für schwächere Jugendliche.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie jedes Jahr machen sich die Sommerferien und das Ende schulischer sowie betrieblicher Ausbildungen auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im August waren in Balingen 1384 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 65 mehr als noch im Juli und sogar 134 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote in Balingen ist damit auf 4,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im Vorjahresmonat noch bei 3,7 Prozent gelegen hatte.

„Die Entwicklung im August ist saisonüblich. Der Arbeitsmarkt kann in diesem Monat traditionell die zu Beginn der Haupturlaubszeit und am Ende eines Ausbildungsjahres steigende Zahl an Arbeitsuchenden nicht vollständig aufnehmen“, ordnet Anke Traber, die scheidende Leiterin der Balinger Agentur für Arbeit, die Zahlen ein.

Im August meldeten sich 324 Menschen im Geschäftsbezirk Balingen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten 265 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden – 25 mehr als im August des Vorjahres. Seit Jahresbeginn verzeichnete die Agentur für Arbeit im Gebiet der Eyachstadt 2439 Arbeitslosmeldungen, 50 mehr als im August 2024. Dem gegenüber stehen 2242 Abmeldungen, nahezu genauso viele wie im Jahr davor.

Fachkräftemangel nach wie vor hoch

Auch auf dem Stellenmarkt zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen ging leicht zurück, auf 599, und lag damit 137 Stellen unter dem Vorjahresniveau. Eine positive Entwicklung ist hingegen, dass die Arbeitgeber im August 116 neue Stellen angegeben haben.

470 neue Stellen meldeten die heimischen Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Balingen und der beiden Jobcenter Zollernalbkreis und Landkreis Sigmaringen im August. Das sind rund 60 mehr als im Juli. Insgesamt hat die Agentur seit Jahresbeginn mehr als 4260 Stellenangebote erfasst, davon sind derzeit noch mehr als 3000 frei. „Einen Teil ihres Bedarfes an Arbeits- und Fachkräften können unsere heimischen Betriebe durch die Übernahme ihrer Auszubildenden decken. Immer wieder zeigt sich, dass es sich dabei auch lohnt, vermeintlich schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben“, stellt Traber fest.

Sprunghafter Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Den prozentual stärksten Anstieg der Arbeitslosen verzeichnet im August die Gruppe der jungen Erwachsenen bis 25 Jahre. Im Vergleich zum Juli ist ihre Zahl um 25,2 Prozent gestiegen. Derzeit sind 950 Menschen unter 25 Jahren als arbeitslos in Balingen gemeldet, 190 mehr als vor vier Wochen. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres geht üblicherweise der Anteil jugendlicher Arbeitsloser wieder zurück.

Gute Nachrichten gibt es hingegen vom Ausbildungsstellenmarkt. Vorweg: Ende August gibt es immer noch 250 Bewerberinnen und Bewerber, die bisher keinen Ausbildungsplatz oder eine passende Alternative in der Tasche haben. Dem stehen aber mehr als 1000 freie Ausbildungsplätze gegenüber. Selbst für einen Ausbildungsbeginn in diesem Jahr ist es demnach noch nicht zu spät. Jugendliche können sich immer noch bewerben und sollten dabei auch offen sein für ein breites Spektrum beruflicher Möglichkeiten, falls es mit dem eigentlichen Traumberuf nicht klappt, so der Tenor der Balinger Agentur für Arbeit.