Jugend forscht in Balingen
: Von Mikroplastik bis KI – So beeindruckt der Nachwuchs beim Finale

In der Balinger Volksbankmesse präsentierten 108 junge Talente beim Landesfinale von „Jugend forscht junior“ ihre Projekte. Die Nachwuchsforscher bewiesen, dass sie für die Probleme von morgen bereits heute innovative Lösungen parat haben.
Von
Lea Irion
Balingen
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Jugend forscht junior 2026 in Balingen Landeswettbewerb Finale

Einen alten Roboter mit KI wiederbeleben? Aber sicher! Geschafft hat das Veaceslav Meleca (14) von der Joß-Fritz-Realschule in Bruchsal.

Lea Irion
  • In Balingen fand das Landesfinale von „Jugend forscht junior“ mit 61 Projekten statt.
  • 108 Kinder und Jugendliche traten an – die Jüngsten aus 2016, die Ältesten aus 2011.
  • Umwelt bleibt Trend, auch KI gewinnt: „NerioAI“ steuerte im Puppenhaus das Deckenlicht.
  • Ein Projekt untersuchte Mikroplastikabrieb von Kickschuh-Stollen auf Asphalt.
  • Prämiert wurde die Erkenntnis: Mehr Zucker senkt den Gefrierpunkt in Getreidepflanzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als Noah Schliefkowitz mit seinen Kickschuhen zum Fußballplatz lief und auf dem kleinen Stück davor über Asphalt joggte, fiel ihm wieder mal das Klackern der Plastikstollen auf. So machte er es einige Male jede Woche, und eines Tages fragte er sich, wie viel Abrieb diese wenigen Meter auf Asphalt eigentlich auslösten. Die Stollen an seinen Kickschuhen waren lange nicht mehr so glatt wie zu Beginn, an den Rändern bröckelte das Mikroplastik.

Jetzt, viele Monate später, steht Schliefkowitz an einem sonnigen Freitagmorgen in der Volksbankmesse in Balingen. Die Trennwände hinter ihm sind mit ausführlichen Tabellen plakatiert, vor ihm liegen schwarze Kickschuhe. Orange Plastikkappen schützen die Stollen. Noch weiß er nicht, dass er später den Sonderpreis für Nachhaltigkeit gewinnen wird.

Dieses Jahr im Fokus: maximale Perspektive

Jugend forscht junior, die kleine Schwester des deutschlandweit bekannten Nachwuchswettbewerbs Jugend forscht, fand diese Woche bereits zum 16. Mal in Balingen statt. Als Sponsoren dabei waren die SÜDWEST PRESSE und der Schwarzwälder Bote.

Schon seit vielen Jahren ist die Stadt Balingen Gastgeberin für den Landeswettbewerb, der in diesem Jahr 61 Projekte zählte. „Maximale Perspektive“ lautete das diesjährige Motto. Teilgenommen haben 108 Kinder und Jugendliche, die jüngsten kamen aus dem Jahrgang 2016, die ältesten aus 2011. Und, besonders erfreulich: Das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen war beinahe ausgeglichen. 44 Prozent der Teilnehmenden waren weiblich. „Eine schöne Entwicklung“, nennt es Wettbewerbsleiterin Lia Hasenmaier.

Wissenschaftsnachwuchs zu Gast in Balingen

Balingen wurde am 7. und 8. Mai 2026 bereits zum 16. Mal zum Zentrum für junge Entdecker: Die Stadt richtete das baden-württembergische Landesfinale der Nachwuchssparte von „Jugend forscht“ aus. In dieser 61. Wettbewerbsrunde, die unter dem Motto „Maximale Perspektive“ stand, präsentierten Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse bis zum Alter von 14 Jahren ihre innovativen Projekte.

Ermöglicht wurde die hochkarätige Veranstaltung durch die Reinhold-Beitlich-Stiftung sowie eine Vielzahl regionaler Unterstützer, darunter SÜDWEST PRESSE und Schwarzwälder Bote. Die Organisation vor Ort lag in den Händen von Ralf Eppler, dem Patenbeauftragten der Stadt Balingen, und der Wettbewerbsleiterin Lia Hasenmaier. Wer die Jury mit seinem Forschergeist überzeugte und als Sieger aus dem Finale hervorging, kann online eingesehen werden.

Ein anhaltender Trend unter den Projekten sei seit einigen Jahren das Thema Umwelt. „Aber auch KI hat an Fahrt gewonnen“, betont Hasenmaier. Der 13-jährige Nero Frank etwa stellte eine selbst programmierte KI namens „NerioAI“ vor, die neben der Organisation von Mails und Kalendern auch auf Smarthome-Module zugreifen kann. Mit einer kurzen Texteingabe konnte Frank zum Beispiel das Deckenlicht in einem mitgebrachten Puppenhaus aktivieren.

  • Jugend forscht junior 2026 in Balingen Landeswettbewerb Finale

    Impressionen vom Landesfinale von Jugend forscht junior 2026 in Balingen.

    Lea Irion
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  • Jugend forscht junior Balingen Landeswettbewerb Finale 2026 Mai Volksbankmesse

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  • Jugend forscht junior Balingen 2026

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    Timo Fasching
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Sieben Fachgebiete zählt der Wettbewerb: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik, Technik. Viele Projekte seien aber interdisziplinär zu bewerten, erklärt Hasenmaier. Zwischen den Kategorien gebe es natürlich Schnittmengen, die Grenzen sind fließend. Die Jury achte zudem darauf, wie viel Eigenanteil die Kinder und Jugendlichen bei ihren Projekten geleistet hätten. „Es geht bei Jugend forscht junior nicht pauschal darum, das Rad neu zu erfinden“, fügt die Wettbewerbsleiterin an. Hier stünde erstmal das wissenschaftliche Arbeiten im Vordergrund, um die jungen Teilnehmenden für die Forschung zu begeistern.

Man könnte meinen, dass das Projekt „Bärenstark! Das Gummibärchen-Phänomen“ das beste Beispiel hierfür ist. Die drei Freundinnen Klara Rathfelder, Luisa Schmitt und Aaliyah Karanci von der Gemeinschaftsschule Neubulach hatten die Idee, ein Forschungsprojekt zu starten, mit dem alle Menschen etwas anfangen können. Was würde da besser passen als eine Packung Gummibärchen?

Eine Lampe zum Anstecken

Untersucht hat das Trio, wie sich verschiedene Gummibärchen (etwa vegane und nicht-vegane) in ihren Materialeigenschaften unterscheiden. Wie verändert sich ihre Oberfläche im Wasser? Warum zerfallen die einen, während sich die anderen aufblähen? „Es ist unser erstes Projekt bei Jugend forscht“, sagt Aaliyah Karanci. Und ihre Freundinnen bestätigen, dass es wohl nicht das letzte sein wird.

Wenige Tische weiter steht Clemens Powolny vom Peutinger-Gymnasium in Ellwangen hinter zwei mitgebrachten Lampen. Auf der linken Seite hängen die Glühbirnen wirr an ihren Kabeln aus der Fassung, auf der rechten Seite leuchtet eine perfekt montierte Deckenlampe die Besucher an. Powolny hatte vor einiger Zeit bemerkt, dass das Installieren von Lampen alles andere als einfach ist. Wacklige Leitern, anstrengende Über-Kopf-Arbeiten und dann auch noch das Gebohre und Geschraube. „Das muss doch einfacher gehen“, schlussfolgerte Powolny – und entwickelte kurzerhand eine einfache Steckverbindung, womit Deckenlampen nach dem Plug-In-Prinzip angeschlossen und ausgetauscht werden können.

„Es braucht Menschen wie euch“

Die Projektidee von Kate Eiperle und Julia Ernle vom Gymnasium Döchtbühl Bad Waldsee wiederum entstand bei einem simplen Herbstspaziergang. „Wir haben gesehen, wie auf einem Getreidefeld kleine Pflanzen gewachsen sind“, sagt Eiperle. Ungewöhnlich für die kalte Jahreszeit. Was dahintersteckt, hat das Duo in der Folge untersucht. Herausgekommen ist die Erkenntnis, dass Zucker der wohl süßeste Frostschutz der Natur zu sein scheint: Ein höherer Zuckergehalt senkt den Gefrierpunkt in Getreidepflanzen. Prämiert wurden Eiperle und Ernle mit einem von SÜDWEST PRESSE und Schwarzwälder Bote bereitgestellten Sonderpreis.

Zur Preisverleihung am Freitagnachmittag erschienen unter anderem Michaela Mühlebach-Westfal, Rektorin des Balinger Gymnasiums, außerdem Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin der vorigen Legislaturperiode und Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel. Die Botschaft war eindeutig: Das Land sei angewiesen auf kluge junge Köpfe, die sich trauen, über den eigenen Tellerrand zu blicken. „Es braucht Menschen wie euch“, konstatierte Hoffmeister-Kraut. Menschen, die anders denken, die neugierig bleiben und da weitermachen, wo andere aufhören.

Und wer weiß? Vielleicht saß tatsächlich eine künftige Nobelpreisträgerin oder ein künftiger Nobelpreisträger in den Reihen der Jungforscher, mitten in Balingen, an einem sonst unscheinbaren Frühlingsfreitag. Wer nur groß genug träumt, ist meist unbesiegbar.