Jubiläum in Binsdorf: 250 Jahre Stadtkapelle: Verbundenheit und Nervenkitzel
Das Vereinsjubiläum der Blasmusik in Geislingen hält – mindestens – drei spannende Fakten bereit: Binsdorf hat eine Stadtkapelle, obwohl Binsdorf keine Stadt ist. 250 Jahre gehört die Blasmusik bereits zum Ort, obwohl die Kapelle sich 1974 während der Eingemeindung kurzzeitig auflösen musste. Der Kreis schließt sich, weil sich die Vergangenheit mit der Gegenwart trifft. Doch alles zurück auf Anfang.
Wenn sich Vergangenheit und Gegenwart treffen
Die älteste Aufzeichnung entdeckte der aus Dormettingen stammende Karl Weckenmann. Das Dokument bezieht sich auf das Sankt Clemensfest des Jahres 1773. Dies gilt als Geburtsstunde des Vereins und gibt Anlass zur diesjährigen Jubiläumsfeier.
Die Vergangenheit kommt insofern in Kontakt mit der Gegenwart, als Binsdorf und Dormettingen in Thomas Michelfeit denselben Dirigenten gefunden haben. „Es ist eine gewachsene Verbundenheit seit einigen Jahren“, kommentiert Evi Brenner, die für die Pressearbeit zuständig ist.
Projekt-Kapelle der Jugend
Diese Verbundenheit äußert sich auch in der Projekt-Kapelle der Jugend. Wie gut die jungen Musikerinnen und Musiker harmonieren, werden sie bei zwei Konzerten unter Beweis stellen: Zum einen beim Drachenfest in Dormettingen und zum anderen natürlich beim Jubiläumsfest im Oktober der Stadtkapelle Binsdorf.
Generell mache die Stadtkapelle Binsdorf „die Kameradschaft untereinander und der Zusammenhalt der Gruppe“ aus sowie ein gutes Verhältnis zwischen den verschiedenen Generationen. Ein großer Faktor seien hierbei die Wertungsspiele. „Es ist ein Nervenkitzel, der uns guttut und uns weiter bringt“, so Brenner. Trotz eines guten Miteinanders hat auch dieser Verein mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. „Die Herausforderung ist ganz klar die Jugendarbeit, weil es so viele Angebote gibt.“ Dem wirkt die Stadtkapelle beispielsweise mit verschiedenen Angeboten entgegen, wie etwa mit dem Jugendlager der Projekt-Kapelle Anfang des Monats.
Ansonsten haben die 253 Mitglieder jede Menge zu tun. „Wir arbeiten voll auf dieses Festwochenende hin, weil es drei Tage sind“, weist Brenner auf das Highlight im Oktober hin.
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Höhepunkt des Jubiläums im Oktober
Das traditionell stattfindende Weinfest verlängert sich anlässlich des Jubiläums um einen Tag und findet somit vom 6. bis zum 8. Oktober in der Festhalle Binsdorf statt.
Der Startschuss fällt mit dem Weinfest am Freitagabend mit freiem Eintritt ab 18 Uhr. Besonderen Wiedererkennungswert hat die Veranstaltung durch die selbst gebaute Weinlaube. Zünftige Blasmusik bieten drei befreundete Musikvereine.
Besonders freut sich die Stadtkapelle auf den Samstag, denn da steht „Viera-Blech“, eine Kapelle der Spitzenklasse aus Tirol, auf dem Programm. „Wir finden, dass sie das Thema Blasmusik ins richtige Licht rücken“, schwärmt Brenner, „Es ist nicht nur altbacken, sondern sie spielen so, dass es auch jüngeren Generationen gefällt.“ Die Karten kosten im Vorverkauf 20 Euro.
Der Sonntag gilt als „3F-Tag“. Es findet nämlich ab 10 Uhr Festgottesdienst, Frühschoppen und Familienfest statt. Die kleinsten Gäste können verschiedene Instrumente ausprobieren und mit dem japanischen Erzähltheater „Kamishibai“ werden ab 13 Uhr drei Geschichten erzählt. Außerdem gibt es Kinderschminken und einen Kreativtisch.
Während das leibliche Wohl für gewöhnlich mit einem Nebensatz abgefertigt wird, gebührt es bei derStadtkapelle Binsdorf besonderer Erwähnung. „Wir machen alles selber – also alles“, betont Brenner. Das Küchenteam unter der Leitung der Vorsitzenden Gabriele Nurna schält etwa 25 Kilogramm Kartoffeln für „Unmengen Kartoffelsalat“. Als Spezialität gilt zudem der Schwabenteller mit Schnitzel. Maultasche und Kässpätzle.






