Jahresbericht Wohnbaugenossenschaft Balingen: Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bestand

"Wohnen an den Eyachterrassen": Ein guter Energiestandard, Wohnungen ohne Barrieren und eine zentrale Lage.
Andrea Maute- Balingen: Wohnbaugenossenschaft setzt Klima-Roadmap um und modernisiert den Bestand.
- 617 Mietwohnungen und 4 Gewerbeeinheiten zum Jahresende 2025; weitere Wohnungen geplant.
- Durchschnittsmiete 8,03 Euro pro qm, Anpassungen künftig wohl nötig – soziale Bindungen bleiben.
- 920.000 Euro für Instandsetzung und Modernisierung; PV-Anlagen erzeugten 361.421 kWh.
- Neubauprojekte bezogen, Atrium am Stutzenweiher fast verkauft; mehr Wärmepumpen und Nahwärme.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die gesetzlich vorgegebene Klimaneutralität stellt Wohnbaugenossenschaften vor große Herausforderungen, denn sie erfordert nicht nur enorme Investitionen, sondern auch eine klare, langfristige Strategie.
Im Jahresbericht 2025 der Wohnbaugenossenschaft Balingen ist deshalb eine Frage formuliert, in der gleich drei wichtige Themen dieser Zeit angesprochen werden: „Wie lässt sich die Klimaneutralität und Dekarbonisierung der Gebäudebestände realisieren, wenn gleichzeitig neue Wohnungen gebaut werden und außerdem die Mieten sozialverträglich und bezahlbar bleiben sollen?“
Bebauungsplanverfahren laufen
Der eigene Wohnungsbestand zur Vermietung belief sich laut Genossenschaft zum Jahresende 2025 auf 617 Einheiten. Die Anzahl der Gewerbeeinheiten blieb unverändert bei vier. In den nächsten Jahren seien, sofern es die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zulassen, weitere Mietwohnungen geplant. Dazu habe man sich bereits entsprechende Grundstücke gesichert. „Aktuell laufen hier die Bebauungsplanverfahren mit der Stadtverwaltung“, wird mitgeteilt.
Knapp zehn Prozent des Eigenbestands sind preis- und belegungsgebunden. „Die Wohnbau kommt hier gerne dem sozialen Auftrag eines umsichtig und langfristig agierenden Wohnungsunternehmens nach und stellt wichtigen Wohnraum für Menschen mit Wohnberechtigungsschein“, heißt es im Bericht des Vorstands.
Zum 31. Dezember 2025 betrug die durchschnittliche Unternehmensmiete 8,03 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnbau agiere somit „als reale Mietpreisbremse“ in Balingen, ist dem Bericht weiter zu entnehmen, in dem mit Blick auf die gesetzlich vorgegebene Klimaneutralität aber auch betont wird, dass es unter den aktuellen Gegebenheiten unrealistisch erscheine, dieses Mietniveau dauerhaft zu halten und in den kommenden Jahren eine Anpassung notwendig sei.
Für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand wurden insgesamt rund 920.000 Euro aufgewendet.
Atrium am Stutzenweiher: Fast alle Wohnungen verkauft
Auch im Hinblick auf die Baumaßnahmen hat sich einiges getan - so etwa in Sachen Quartiersentwicklung zwischen der Eckenfelderstraße und den Eyachterrassen. Hier sind die insgesamt sechs Gebäude mit 56 Miet- und Eigentumswohnungen inzwischen bezogen.
Ein weiteres Projekt ist das Atrium am Stutzenweiher. Durch die Quartiersentwicklung der Jetter Gebäudebau GmbH aus Rosenfeld konnte die Wohnbaugenossenschaft auf dem Areal ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 23 Eigentumswohnungen und 35 Tiefgaragenstellplätzen errichten.
Mit dem Vertrieb der Wohnungen sei im Herbst 2023 begonnen worden. „Zum Mai 2026 sind bis auf drei Wohnungen alle Einheiten verkauft und bezogen. Die Bauarbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen“, teilt die Wohnbau mit.
Ökologische und ökonomische Lösungen
Bei Neubauvorhaben würden regelmäßig externe Energieberater- und Ingenieurbüros hinzugezogen, „um für jedes Gebäude die richtige und sinnvolle ökologische und ökonomische Lösung zu finden.“
Damit die Klimaziele erreicht werden können, sei 2025 eine weitere Zentralheizung im Sachsenweg auf Wärmepumpe umgestellt worden. An das Nahwärmenetz der Stadtwerke Balingen angeschlossen sind indes die Neubauten am Roßnägele.
Lange vor der gesetzlichen Vorgabe habe man bereits auf Photovoltaikanlagen gesetzt, lässt die Wohnbau wissen. Auf Bestandsgebäuden bewirtschaftet das Unternehmen PV-Anlagen mit einer Gesamtspitzenleistung in Höhe von 457 Kilowatt-Peak (kWp).
Die sich im Jahr 2025 am Netz befindlichen Photovoltaikanlagen erwirtschafteten im abgelaufenen Geschäftsjahr Einspeisevergütungen beziehungsweise Mieteinnahmen in Höhe von rund 107.000 Euro netto (Vorjahr: 104.000 Euro). Insgesamt wurden (lt. Jahresabrechnungen 2025) 361.421 kWh Strom erzeugt (Vorjahr: 322.480 kWh). „Damit könnte man nahezu 2 Millionen Kilometer mit einem Elektroauto fahren oder eine Energiesparlampe über 26,3 Millionen Stunden leuchten lassen, was einem Dauerbetrieb von 3713 Jahren entspricht“, heißt es im Bericht.
Auch in Sachen klimaneutrales Fahren sind die Weichen Richtung Zukunft gestellt. „Im unternehmenseigenen Fuhrpark können mittlerweile 55 Prozent der Fahrzeuge Strom `tanken`“, lässt die Wohnbau wissen.