Integration
: „Ohne Migration würde vieles stillstehen“ – Caritas warnt vor Kürzungen

Mit einer Plakataktion setzen die Caritasverbände im Zollernalbkreis ein Zeichen für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie fordern stabile Mittel für die Migrationsberatung und Jugendmigrationsdienste.
Von
swp/liri
Zollernalbkreis
Jetzt in der App anhören
Caritas: ARCHIV - 29.03.2018, Brandenburg, Velten: Auf einem Briefkasten im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth ist das Logo der Caritas. (zu dpa: «Mehr Geld für Caritas-Beschäftigte in Berlin und Brandenburg») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Caritas im Zollernalbkreis appeliert an mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. (Symbolfoto)

Christophe Gateau/dpa
  • Caritas im Zollernalbkreis macht mit Plakataktion auf Integrationsarbeit aufmerksam.
  • Aktionen richten sich gegen geplante Mittelkürzungen bei Migrationsberatung und Jugenddiensten.
  • 2024 wurden 136.000 Jugendliche und 300.000 Erwachsene durch Programme bundesweit beraten.
  • Dienste fördern Sprachkurse, Berufseinstieg, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe.
  • Verbände fordern 81,5 Mio. Euro Bundesmittel für 2026, um Beratungsstrukturen zu sichern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit einer Plakataktion an mehreren Standorten haben die Caritas Schwarzwald-Alb-Donau und die Caritas Zollern e.V. auf die wichtige Arbeit des Jugendmigrationsdienstes (JMD) und der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) aufmerksam gemacht. Die Aktion fand im Rahmen der bundesweiten JMD/MBE-Aktionswoche vom 29. September bis 3. Oktober statt und richtet sich gegen geplante Mittelkürzungen auf Bundesebene.

„Unsere Beratungsdienste sind eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund“, betonen die Initiatorinnen und Initiatoren der Aktion. „Ohne Migration würde unser Alltag oft gar nicht mehr richtig funktionieren. Wir sehen tagtäglich, was unsere Beratung bewirken kann – für die Einzelnen, aber letztlich auch für unsere Gesellschaft als Ganzes.“

Sprachkurse und psychosoziale Begleitung

Die MBE und die JMD gelten bundesweit als zentrale Säulen der Integrationsarbeit. Während sich die Migrationsberatung an erwachsene Zugewanderte richtet, begleiten die Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte zwischen 12 und 27 Jahren. Beide Programme bieten individuelle Beratung, Orientierung und Unterstützung – von Sprachkursen über die Anerkennung von Abschlüssen bis hin zur psychosozialen Begleitung.

Laut aktuellen Zahlen wurden allein 2024 in den Jugendmigrationsdiensten rund 136.000 junge Menschen aus 180 Nationen beraten. Rund 500 Standorte bundesweit unterstützen Jugendliche dabei, den Übergang von Schule zu Ausbildung und Beruf zu meistern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Ergänzend fördern Programme wie „Respekt Coaches“ demokratische Werte und Toleranz, während „Mental Health Coaches“ Jugendlichen Raum für Gespräche über psychische Gesundheit bieten.

„Auch ein gesellschaftlicher Gewinn“

Die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte ist mit knapp 940 Beratungsstellen bundesweit vertreten. 2024 wurden mehr als 300.000 Beratungsfälle gezählt. Das Programm leistet nach Angaben der Träger einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration und Fachkräftesicherung: Ratsuchende werden an Sprachkurse, Qualifizierungsangebote oder Anerkennungsstellen weitervermittelt. Eine Evaluation des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) bestätigt zudem die Wirksamkeit der MBE: Sie verbessere wirtschaftliche und soziale Lebenssituationen und trage zur Verringerung von Sozialausgaben bei.

Kritisch sehen die Träger jedoch die aktuelle Finanzierungssituation. Trotz steigender Kosten ist der Haushaltstitel für 2025 auf dem Niveau des Vorjahres eingefroren. Das gefährde langfristig Beratungsstrukturen vor Ort, heißt es aus den Verbänden. Für 2026 fordern sie daher mindestens 81,5 Millionen Euro an Bundesmitteln – so viel wie im Jahr 2023.

Mit der gemeinsamen Kampagne wollen die Caritasverbände deutlich machen, dass Integration nicht allein eine politische Aufgabe ist, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt betrifft. „Diese Arbeit ist nicht nur ein menschlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Gewinn – und sie darf nicht weiter gefährdet werden“, so die Initiatorinnen und Initiatoren.