Hitzewelle: Wo es im Zollernalbkreis jetzt am kühlsten ist

Direkt ins chlorhaltige Kühl? Nicht doch! Wir haben andere Tipps für Sie parat. Wenngleich das Freibad in Balingen auch zum Erfrischen einlädt. (Archivfoto)
Hans-Georg Auber- Hitzewelle im Zollernalbkreis: Tipps für kühle Orte abseits von Freibädern und Seen.
- Discounter mit 10 Grad, Spielplätze, Kirchen und Wälder bieten Abkühlung.
- Beliebt: Barfußpfade, Zillhauser Wasserfall, Stadtgarten Balingen mit Trinkbrunnen.
- Kühle Rückzugsorte: Kirchen, Naturschutzgebiete, Bibliotheken, Museen.
- Landratsamt plant Hitzeanpassungen bis 2026, Bürger können interaktive Karte nutzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer in diesen Tagen nicht literweise schwitzt, hat wahrscheinlich gute Vorkehrungen getroffen: ein Pool, eine Klimaanlage – oder vielleicht einfach ein Platz vor dem Kühlregal. Discounter wie der an der B 27 in Hechingen sind für ihre frostigen 10 Grad bekannt – das könnte derzeit fast schon als Naherholungsziel durchgehen. Die aktuelle Hitze macht erfinderisch, und nicht immer sind Freibäder das Allheilmittel.
Umso besser, dass das Landratsamt gerade an einer Blaupause arbeitet: einem Plan, wie sich der Zollernalbkreis an die Erderhitzung anpassen kann. Bis 2026 sollen konkrete Antworten her – und die erhofft sich das Amt auch von den Bürgerinnen und Bürgern selbst. Besonders spannend: eine interaktive Karte. Dort lassen sich Orte im Zollernalbkreis markieren, die aus Sicht der Menschen bei Hitze besonders angenehm – oder unerträglich sind.
Sofern die Trockenheit nicht zuschlägt …
Positive Erwähnung findet zum Beispiel der Spielplatz am Etzelbach in Balingen, direkt hinter der Arbeitsagentur. Die grüne Idylle spendet reichlich Schatten, und der Wasserlauf lädt dazu ein, die Füße hineinzuhalten – sofern der Etzelbach nicht gerade der Trockenheit zum Opfer gefallen ist und nur noch als Rinnsal vorbeischleicht.
Zwar ebenfalls abhängig von Trockenheit, aber längst ein beliebter Fotospot: der Zillhauser Wasserfall. Der Wald spendet wohltuenden Schatten – was fast nebensächlich wird, wenn einem der kühle Wasserschwall ganz natürlich ins Gesicht spritzt. Besonders eindrucksvoll zeigt er sich nach kräftigen Gewittern. In langen Trockenphasen dagegen kann er beinahe ganz versiegen.

Der Barfußpfad in Meßstetten-Tieringen bietet insbesondere, aber nicht nur, Abkühlung für die Füße. (Archivfoto)
Stadt MeßstettenViele Höhenmeter weiter oben befindet sich der Barfußpfad in Meßstetten-Tieringen. Auf dem ein Kilometer langen Pfad gilt es vor allem, die Fußreflexzonen anzuregen – manches davon in kühlem Wasser oder Schlamm. Auch die grüne Kulisse trägt ihren Teil zur Erholung bei. Zu beachten wäre allerdings, dass Schatten beim Tieringer Barfußpfad Mangelware ist. Das macht ihn nicht weniger erlebnisreich – doch unter einer erbarmungslos knallenden Sommersonne wäre ein Besuch zur Mittagszeit eher nicht zu empfehlen. Derweil gibt es auch in Rangendingen einen Barfußpfad am Stausee.
Was allerorts ein kühler Rückzugsort ist, sind die Kirchen – sofern sie geöffnet sind. Katholische Kirchen zum Beispiel sind in der Regel tagsüber zugänglich und eine zuverlässige Rückzugsmöglichkeit bei Hitze. Evangelische Kirchen hingegen sind in der Regel nur zu bestimmten Zeiten für Gottesdienste und Veranstaltungen geöffnet. Die evangelischen Kirchen, die täglich geöffnet haben, sind an einer blauen Vignette mit offenen Türen erkennbar. Die wahrscheinlich kühlste Kirche im Zollernalbkreis: die katholische Kirche St. Afra in Obernheim – keine liegt höher.
Natürlich gibt es aber auch urbane Grünanlagen, die an heißen Tagen willkommenen Schatten spenden – wenn auch selten mit Liegewiesenmaßstab wie in Tübingen oder Stuttgart. Dafür punkten sie mit Ruhe, altem Baumbestand und überraschend viel Atmosphäre. Etwa der Stadtgarten in Balingen, direkt an der Eyach gelegen, war Teil der Gartenschau 2023 und verbindet grüne Inseln mit Wassergärten und hübschen Terrassen – perfekt für eine Pause am Wasser und ein Eis in der Hand. In Balingen stehen im Übrigen auch drei Trinkwasserbrunnen: bei den Erlebnisauen, den Schwefelbadgärten und beim Aktivpark beim Jugendhaus. „Einfach auf den Knopf drücken und den Durst stillen“, schreiben die Stadtwerke dazu.

Walter White mit Seifenblasen? Spaß beiseite: Das Gartenschaugelände in Balingen lädt auch zwei Jahre später noch immer rege zum Erholen ein. (Archivfoto)
Magdi Aboul-KheirWer es derweil naturnah und besonders ruhig mag, bekommt zum Beispiel im Naturschutzgebiet Tailfinger Ried ein kleines Feuchtbiotop mit Bäumen und Wasser – ein vielleicht fast vergessener Geheimtipp gegen Sommerhitze, denn „der Unterschied bei den Temperaturen und beim Mikroklima zu dicht besiedelten Gebieten ist dort sofort wohltuend zu spüren“, heißt es etwa aus dem Landratsamt. Auch hiesige Wälder seien, natürlich, bestens hierfür geeignet.
Und wer lieber Kultur statt Chlorbecken sucht, findet in hiesigen Bibliotheken, Archiven oder Museen zwar nur vereinzelt Klimaanlagen – aber oft dicke Mauern, kühle Böden und einen guten Grund, länger zu bleiben. Die Mediothek in Balingen, die Stadtbücherei in Albstadt-Ebingen oder das Waagenmuseum beim Balinger Zollernschloss zum Beispiel sind zwar allesamt unklimatisiert, aber allemal einen Besuch wert. Und einen kleinen Trost gibt’s obendrauf: Die Mediothek etwa liegt direkt am Wasserspiel vor der Stadtkirche – mit Eisdielen in Wurfweite.
