Handwerk im Zollernalbkreis
: Mehr Geld für einen Nischenberuf

Die Azubis der Steinmetze erhalten künftig mehr Geld. Doch das Handwerk ist trotzdem nischig unterwegs, vor allem im Zollernalbkreis.
Von
Sebastian Buck
Balingen
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Auch im Zollernalbkreis ist der Beruf des Steinmetzes durchaus ein Nischenhandwerk.⇥

Alireza Khalili

Jeden Stein umdrehen – und das zum Beruf machen: Steinmetzbetriebe im Zollernalbkreis gehören zu einer Nische im Handwerk, die für den Nachwuchs attraktiver werden will. Und Nischenhandwerk trifft es da ganz gut.

Denn nur 37 Betriebe sind im Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk respektive im Werkstein- und Terrazzohersteller-Handwerk eingetragen, erklärt Udo Steinort von der Handwerkskammer Reutlingen auf Anfrage unserer Zeitung.

Kreatives Arbeiten

Und für Lehrlinge in diesem Bereich gibt es nun schon in der Ausbildung mehr Geld. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Die Erhöhung der Vergütung gelte mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, also bereits ab August. Das Geld müsse daher sowohl im September als auch im Oktober auf dem Konto gewesen sein. „Steinmetze machen ein kreatives Handwerk mit breiter Produktpalette: von der Fassadenfigur bis zum Natursteinbrunnen, vom Grabstein bis zur Fensterbank.

Man lernt, mit Hammer und Meißel Kunstwerke aus Steinen herauszuholen. Aber auch Maschinen machen Steinmetzen das Leben leichter: beim Spalten, Schneiden, Schleifen oder Polieren“, sagt Andreas Harnack, Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg. Für Harnack ist Steinmetz „der klassische Traditionsberuf“, wie er sagt. Aber eben auch ein kleiner Zweig: Im Schnitt komme ein Steinmetzbetrieb in Baden-Württemberg auf 1,4 Arbeiter. Das seien oftmals nur der Meister und der Auszubildende im Betrieb, erklärt Harnack. 530 Betriebe gibt es in ganz Baden-Württemberg, lediglich 1620 Beschäftigte und 108 Azubis verzeichnet Harnack von der IG Bau in dieser Sparte.

Zahlen sind nun stabil

Vieles laufe rund um die Arbeit mit Marmor, Granit, Sandstein oder Schiefer heutzutage auch per Computer: „Das Handwerk arbeitet längst im ‚digitalen Steinzeit-Modus‘“, so Harnack.

Immerhin hätten sich die Zahlen der Auszubildenden nach einigen Jahren des Rückgangs wieder stabilisiert. Ein Anfang, wie Harnack erklärt. Doch das schlägt wohl noch nicht auf den Zollernalbkreis durch. „Auszubildende in diesen Berufen gibt es aktuell keine im Zollernalbkreis“, erklärt wiederum Udo Steinort von der Handwerkskammer. Im gesamten Bezirk der Reutlinger Handwerkskammer – zu dem neben dem Zollernalbkreis noch die Kreise Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen und Tübingen gehören – zählt der Pressemann lediglich elf Auszubildende.

Das soll jetzt freilich mit der Lohnanpassung in der Ausbildung besser werden. Konkret heißt das laut der Mitteilung der IG Bau folgendes: Im ersten Ausbildungsjahr gibt es 890 Euro pro Monat. 990 Euro sind es im zweiten und 1140 Euro im dritten Lehrjahr.

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Auszubildende gibt es aktuell im Steinmetz-Gewerbe im Bereich der Handwerkskammer Reutlingen. Hier gehören neben dem Zollernalbkreis auch noch weitere Kreise dazu.