Gesundheitsreport im Zollernalbkreis
: Rückgang der Krankheitstage – aber eine Sache bereitet Sorgen

Laut AOK-Statistik sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Beschäftigten im Zollernalbkreis gesunken. Sorgen bereitet weiterhin eine besondere Kategorie.
Von
swp
Zollernalbkreis
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Arzt (Symbolfoto): ILLUSTRATION - 27.05.2025, Sachsen, Dresden: Ein Hausarzt steht in seiner Hausarztpraxis und hält ein Stethoskop. (zu dpa: «Kommunen kämpfen mit Medizin-Stipendien gegen Ärztemangel an») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Krankenstand im Zollernalbkreis hat sich laut Zahlen der AOK verbessert. (Symbolfoto)

Sebastian Kahnert/dpa
  • AOK: Krankenstand im Zollernalbkreis 2025 bei 5,9 % (21,6 Tage je Beschäftigten)
  • Rückgang um 0,3 Prozentpunkte; Region über Land (5,8 %) und Reutlingen/Tübingen (je 5,6 %)
  • Sorge: Langzeit-AUs mit 40 % der Krankheitstage; mehr Kurzzeitfälle durch eAU
  • Häufigste Diagnosen: Atemwege (29,4 %), Muskel/Skelett (13,1 %), Verdauung (5,9 %)
  • Branchen: Verkehr/Transport 6,3 % am höchsten; Banken/Versicherungen 4,0 % am niedrigsten

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die knapp 52.000 im Zollernalbkreis beschäftigten AOK-Mitglieder waren im Jahr 2025 an 5,9 Prozent aller Kalendertage krankgeschrieben. Das sind 21,6 Krankentage pro Beschäftigten im Jahr, teilte die AOK kürzlich per Pressemitteilung mit. Damit habe sich der Krankenstand im Zollernalbkreis um 0,3 Prozent oder um gut einen Krankheitstag im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Mit dem aktuellen Wert liegt die Region vor den Nachbarlandkreisen Reutlingen (5,6 Prozent) und Tübingen (5,6 Prozent) und auch oberhalb des Landesdurchschnitts von 5,8 Prozent. Bundesweit waren Beschäftigte an 6,4 Prozent aller Kalendertage krankgeschrieben. Im bundesweiten Ranking verbessert sich Baden-Württemberg auf Platz 2, zusammen mit Bayern (5,8 Prozent). Besser schneidet beim Krankenstand mit 5,7 nur Berlin ab. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse hervor, den die Geschäftsführerin der AOK Neckar-Alb, Marion Rostam, in einer Pressekonferenz vorstellte.

Woher die Zahlen kommen

Grundlage für den Gesundheitsreport sind Krankheitsdaten aus dem Jahr 2025 von 51.799 im Zollernalbkreis beschäftigten AOK-Mitgliedern. Ausgewertet wurden diese vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). Berücksichtigt wurden nur durch eine ärztliche Bescheinigung gemeldete Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle). Als AU-Tage gelten Kalendertage, also auch Samstage, Sonntage und Feiertage. Fehlzeiten aufgrund von Kuren und Krankengeldfälle wurden ebenso berücksichtigt. Die Daten der AOK BW mit einem Marktanteil von über 53 Prozent in der Region gelten als repräsentativ.

„Mit Blick auf den allgemeinen Personal- und Fachkräftemangel ist die Entwicklung bei den krankheitsbedingten Ausfällen ein Hoffnungsschimmer, wenngleich wir bisher nicht auf dem Vor-Corona-Niveau sind“, erläutert Michael Hallabrin, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Neckar-Alb. Vor allem die Langzeit-Arbeitsunfähigkeiten machten der AOK weiterhin Sorge, weil sie 40 Prozent der Krankheitstage insgesamt ausmachten. Außerdem sehe man einen starken Anstieg bei den Kurzzeit-Erkrankungen. „Dieser signifikante Anstieg ist jedoch der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geschuldet, denn unsere Statistik erfasst jetzt auch diejenigen Fälle, die den Krankenkassen früher nicht gemeldet wurden“, schildert Hallabrin. Seit der Einführung der elektronischen AU im Jahr 2022 werden alle AU-Bescheinigungen automatisch von den Arztpraxen an die Krankenkassen geschickt. Zuvor oblag es den Versicherten, die Papier-Bescheinigungen an ihre Krankenkasse zu übermitteln – und dies wurde laut AOK insbesondere bei kurz andauernden Erkrankungen nicht zuverlässig gemacht.

Auf 100 Beschäftigte kamen übers Jahr im Zollernalbkreis 202 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, was dem Gesundheitsreport der AOK zufolge einen Rückgang um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Anteil der Beschäftigten, die sich einmal oder mehrfach krankmeldeten, betrug 63,8 Prozent (65,3 Prozent im Vorjahr). Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall lag bei 10,7 Kalendertagen und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Top 3 Krankheiten

Im Zollernalbkreis seien Atemwegserkrankungen der häufigste Grund für eine ärztlich bescheinigte Krankmeldung. Sie hätten einen Anteil von 29,4 Prozent an allen Fällen. Auf Platz 2 der häufigsten Diagnosen landeten mit 13,1 Prozent die Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von Erkrankungen des Verdauungssystems mit 5,9 Prozent.

Betrachtet man die Dauer der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, führen laut AOK die Muskel- und Skeletterkrankungen mit 19,7 Prozent die Liste an, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 13,8 Prozent und psychischen Beschwerden mit 12,8 Prozent.

Welche Branchen kränkeln mehr, welche weniger?

Im Branchenvergleich fehlten – wie bereits 2024 – die Beschäftigten im Verkehr- und Transportwesen mit 6,3 Prozent aller Kalendertage am häufigsten. Am geringsten fiel der Krankenstand im Wirtschaftszweig Banken und Versicherungen aus. Hier lag er nach Angaben der AOK bei nur 4,0 Prozent.

Innerhalb der Branchen sticht laut AOK-Gesundheitsreport jeweils eine Gruppe mit besonders vielen Fehltagen hervor: Im Zollernalbkreis fehlten Beschäftigte in der Textilherstellung krankheitsbedingt an knapp 39 Tagen.

Betrachtet man die Entwicklung im Zollernalbkreis nach Alter und Geschlecht, fiele auf, dass der Krankenstand bei Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 34 Jahren am geringsten sei. Dasselbe Bild zeige sich in den Nachbarkreisen Reutlingen und Tübingen. Ab 50 Jahren führen dann laut AOK die Männer im Zollernalbkreis die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage an, bis zu einem Spitzenwert von 10,7 Prozent im Alter von 60 bis 64 Jahren.