Gartenschau Balingen
: Schülerinnen und Schüler führen Theaterstück zu Menschenrechten auf

Jeder Mensch hat Rechte: Mit ihrer Aufführung verdeutlichten Sechstklässler des Gymnasiums Haigerloch, dass man nie aufhören darf, das Thema in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.
Von
Andrea Maute
Balingen
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  • Mit ihrem Stück „Menschenrechte hin oder her“ schärften Sechstklässler des Haigerlocher Gymnasiums das Bewusstsein, dass man nie aufhören darf, sich für das einzusetzen, was in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist.

    Mit ihrem Stück „Menschenrechte hin oder her“ schärften Sechstklässler des Haigerlocher Gymnasiums das Bewusstsein, dass man nie aufhören darf, sich für das einzusetzen, was in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist.

    Foto: Andrea Maute
  • Ein Recht auf Leben und Sicherheit ist vielerorts nur Theorie.

    Ein Recht auf Leben und Sicherheit ist vielerorts nur Theorie.

    Foto: Andrea Maute
  • Auch das Recht auf Meinungsfreiheit ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.

    Auch das Recht auf Meinungsfreiheit ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.

    Foto: Andrea Maute
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Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in Paris verkündet. Auch fast 75 Jahre später ist sie noch ein wichtiges Dokument.

In einer Zeit, in der Menschenrechte vielerorts infrage gestellt werden, in der Hass gesät wird und solidarisches Handeln gegenüber anderen nicht selten in Anfeindungen und Bedrohungen mündet, darf man nicht müde werden, sie immer wieder von Neuem in den Blickpunkt zu rücken.

15 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen des Haigerlocher Gymnasiums haben das getan und gemeinsam mit ihrer Lehrerin Kerstin Gotthardt eine Performance einstudiert, in der unter dem Titel „Menschenrechte hin oder her“ auf der Jugendhausbühne der Gartenschau einige der insgesamt 30 Artikel dargestellt wurden.

Starkmachen für Menschenrechte

Zur Aufführung, die im Rahmen der Reihe „Nachhaltigkeit im Fokus“ der ökologischen Genossenschaft Neckar–Alb, Xäls, stattfand, hatte die Hechinger Gruppe von Amnesty International geladen.

„Die Idee zum Projekt ist im Frühjahr bei einem Spendenlauf für die Ukraine entstanden“, ließ Kerstin Gotthardt die Anwesenden wissen. Für die Jungs und Mädchen sei dabei schnell klar gewesen: Wir wollen uns für Menschenrechte starkmachen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit schärfen. Doch wie gelingt es, einen Verfassungstext mit Leben zu füllen; ihn so in Szene zu setzen, dass er die Rezipienten berührt, sie aufrüttelt? Das ist freilich eine Kunst.

Die Sechstklässler des Haigerlocher Gymnasiums haben sich für ein Konzept entschieden, das ohne viel Worte auskommt und stattdessen auf die Kraft der Bilder setzt. Auch das Repertoire an Requisiten beschränkt sich auf ein Minimum. Nichts soll vom Wesentlichen ablenken.

Ausgrenzung und Folter

Zu Beginn der Aufführung füllt sich die Bühne mit Menschen, die alle ihrer Wege gehen. Kreuz und quer. Niemand, so scheint es, hat einen Blick für den anderen. Ein Klatschen lässt die Gruppe kurz innehalten, sie die Balance zwischen Annäherung und Zurückweichen suchen. Der Fingerzeig ist unmissverständlich: „You“ — sprich jeder und jede ist gefordert, um Szenen zu verhindern, wie sie sich im Folgenden auf der Bühne abspielen.

Urplötzlich beginnen alle zu flüstern. Alle? Nein. Ein einzelnes Mädchen ist außen vor. Wird ausgeschlossen, ausgegrenzt. Würde, Gewissen, Vernunft und Solidarität: Sie werden so lange mit Füßen getreten, bis sich eine Person aus der Masse löst und sich der Ausgeschlossenen annimmt.

Ein Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit — auch das ist keineswegs selbstverständlich. Aus dem Kreis, den die jungen Akteure bilden, gibt es kein Entrinnen. Der verzweifelte Versuch, ihn alleine zu durchbrechen, scheitert. Auch hier braucht es Unterstützer, die zeigen: Wir sind an deiner Seite. Die den Knoten lösen, den Hass und Folter schnüren und ihren sicheren Ort für andere öffnen. Auf der kleinen Bühne ist die Botschaft angekommen. Auf der großen Weltbühne indes noch nicht überall.